Schulwesen III

Unhaltbare Zustände der Toiletten und andere Mängel in Schulgebäuden

Urbanaus-Grundschule in Rhade

Urbanaus-Grundschule in Rhade

Immer wieder hört man von Eltern, deren Kinder Schulen besuchen, aber auch von den Kindern selbst oder den Lehrern, wie schmutzig und verkommen Schulen mittlerweile seien. 85 Prozent aller Schulen in NRW weisen bauliche Mängel auf. Das ergab eine landesweite Umfrage des WDR. Auch Dorstener Schulleiter sehen in der Lippestadt Handlungsbedarf. Die „Dorstener Zeitung“ ging der Sache im Februar 2016 nach. So würden beispielsweise an der Agathaschule Wandtafeln benutzt werden, die schon zur Schulzeit des Rektors in Betrieb waren.  Alle notwendigen Erneuerungen würden immer wieder von der Stadt vor sich hingeschoben. So auch die Sanierung der Toiletten am Teilstandort Altendorf-Ulfkotte, die in einem Zustand wie vor 50 Jahren seien.

Gesamtschule Wulfen mittlerweile im Top-Zustand

Auch die Urbanusschule in Rhade klagt über alte Toiletten. Außerdem befindet sich das stille Örtchen nicht im Gebäude, so dass die Schüler aus Sicherheitsgründen nur zu zweit dorthin gehen dürfen. Bereits 2015 sei mit der Stadt eine Sanierung für 2016 vereinbart worden. Doch nichts geschah. Probleme gebe es auch mit den Fenstern, die als Fluchtwege ausgewiesen aber so hoch angebracht seien, dass selbst Erwachsenen sie nicht öffnen könnten. Sicherheitsmängel gebe es auch an der Wilhelm-Lehmbruck-Schule in Östrich, wo an den beiden kleinen Schulgebäuden eine Gegensprechanlage und Sicherheitstüren notwendig seien. Neben baulichen Mängeln sei vor allem die Raumnot und die Toiletten ein großes Problem, die sich außerhalb des Gebäudes befinden. 100 Schüler kämen dort auf drei Toiletten. In einem „Topzustand“ befindet sich die Gesamtschule Wulfen. Denn von 2009 bis 2015 wurde die Schule komplett energetisch saniert.
Wie die Pressestelle der Stadt mitteilte, steht die Sanierung der Schulen auf dem Arbeitsplan. allerdings nicht komprimiert für einen Zeitraum von einem oder zwei Jahren, sondern für einen längeren Zeitraum. Auf der Sanierungsliste stünden die Agathaschule, die Grüne Schule in Wulfen sowie die Urbanusschule in Rhade. Darüber hinaus seien auch Sanierungsarbeiten am Dach der Geschwister-Scholl-Schule im Gespräch.

Bis 2020 erhält Dorsten vom Land über 7 Mill. Euro für Schulsanierungen

Aus dem Landeskreditprogramm „Gute Schule 2020“ wird Dorsten bis zum Jahr 2020 rund 7,46 Millionen Euro für die Sanierung von Schulen erhalten, pro Kalenderjahr 1,87 Millionen. Damit wird die Stadt finanziell in die Lage versetzt, den Sanierungsstau zu durchbrechen und Schulgebäude zu sanieren, Umzubauen und darüber hinaus den digitalen Ausbau in den Gebäuden voranzutreiben. Auf der Sanierungsliste stehen die Agathaschule, der Umbau der ehemaligen Wichernschule zur Nutzung durch die Von-Ketteler-Schule, die Optimierung des Raumprogramms der Wilhelm-Lehmbruckschule sowie der Aus- und Umbau des Schulzentrums an der Pliesterbecker Straße zu einer Sekundarschule für den Fall, dass eine solche gegründet wird. – Im September 2017 veröffentlichte der Stadtkämmerer dem Rat der Stadt, dass es in Dorsten einen Investitionsstau für Schulen in Höhe von 50 Millionen Euro gebe.

Zur Sache: Bundesweiter Sanierungsstau an Schulen mit 42,8 Mrd. Euro

Der Investitionsrückstand in Bezug auf Schulen lag bundesweit 2018 bei 42,8 Milliarden Euro. Viele Gebäude stammten aus den 1970er-Jahren und sind sanierungsbedürftig. Auch neue Herausforderungen wie der Ausbau von Ganztagsschulen sowie wachsende Städte machten Investitionen notwendig. 2017  lag der Sanierungsstau an den Schulen sogar bei 47,7 Milliarden Euro. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sind lediglich 3,5 Milliarden Euro für Schulsanierung vorgesehen. Auf ihrer Internetseite beschreibt die GEW den Besuch der ältesten Gesamtschule Deutschlands, in der sich die Fliesen von den Wänden lösten, die Waschbecken verschmutzt und Duschen defekt waren. Stinkende Klos sowie fehlende Seifen- und Papierspender sind kein Einzelfall: Das Gesundheitsamt der Region Hannover kontrollierte zwischen 2016 und Ende 2018 über 110 Mal Schulen in der niedersächsischen Landeshauptstadt und dem Umland: In 79 Prozent der geprüften Schulen wurden Reinigungsmängel festgestellt, bei 56 Prozent gab es bauliche Defizite oder Sanierungsstau. Etwa die Hälfte hatte nicht den vorgeschriebenen Hygieneplan. Der reguläre Unterricht und Arbeitsgemeinschaften ziehen sich vielerorts bis 16 Uhr, teilweise bis 17 Uhr hin. Gereinigt werden die Sanitärbereiche der Schulen in der Regel jedoch weiterhin nur einmal am Tag – und das meist nicht von städtischen Angestellten, sondern billigen externen Firmen.


Siehe auch:
Schulen


Quelle:
Zusammenfassung von „Einige Rektoren sind verärgert – Dorstener Schulen weisen Mängel auf“ in DZ vom 18. Februar 2016

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