Reichert-Maja, Erika

Pablo Picasso und vor allem Annette von Droste zu Hülshoff für Kinder

Geboren 1939 in Reken; Grundschulrektorin i. R., Soroptimistin und Lehrmittel-Autorin. – Erika Reichert-Maja, verwitwete Potthoff, ist nicht die bekannteste Literatin Westfalens, doch sie schrieb über die bekannteste – über Annette von Droste-Hülshoff. Es ist keine Biografie, sondern ein Mappenwerk für Schulkinder. Denn Kinder und Literatur begleiteten sie durch ihr ganzes Leben. Denn Erika Reichert-Maja war 20 Jahre lang Grundschulrektorin in Klein Reken, wo sie auch nach ihrer Pensionierung im Jahre 2003 wohnen blieb.

Erika Reichert-Maja und ihre Annette Droste-Hülshoff in ihrem Garten in Reken; Fotos (2): Maria Nienhaus

Erika Reichert-Maja und ihre Annette Droste-Hülshoff in ihrem Garten in Reken; Fotos (2): Maria Nienhaus

Autorin im Spectra-Verlag

Ihre Bindungen nach Dorsten bezogen sich nicht nur auf ihren Mann. Bis 1960 besuchte sie das Gymnasium der Ursulinen, studierte nach dem Abitur für das Lehramt, wurde 1968 Lehrerin an der Agathaschule, dann Konrektorin und Rektorin der Antonius-Grundschule in Klein Reken. Im damals noch in Dorsten ansässigen Multi-Media-Verlag veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Erika Maja 1984 ihr erstes Buch: „Kinderszenen“, für das Josef Reding das Vorwort schrieb. Für den damaligen Dorstener Spectra-Verlag und andere Verlage war sie Autorin für Lehrmittel, die an Grundschulen Verwendung fanden, schrieb Leselernbücher, gab und gibt Kunstmappen heraus, erarbeitete didaktisches Lehr- und Lernmaterial. Im Zeitraum von über 30 Jahren hat sie rund 200 Medien für Kinder entwickelt, darunter Sach- und Bilderbücher, Liedtexte und Hörspiele.

Zum 200. Geburtstag der Dichterin ein Buch für Schulen

341-Reichert (1)Seit 1977 befasste sie sich mit der Dichterin Annette Droste-Hülshoff. Jedes Jahr fuhr sie mit ihren vierten Klassen ins Rüschhaus, um den Kindern das Leben der Droste begreifbar zu machen. Der Vorsitzende der Droste-Hülshoff-Gesellschaft beauftragte sie 1996, zum 200. Geburtstag der Droste ein Buch über die Droste für Schulen vorzulegen. Erika Reichert-Maja glaubt, dass die westfälische Dichterin in ihrer Bedeutung außerhalb Westfalens häufig unterschätzt wird. In Frankreich gehört beispielsweise Drostes „Judenbuche“ zur Pflichtlektüre in Schulen. Das Buch liegt auch in chinesischer Übersetzung vor. In ihren Werken zeigt Erika Reichert-Maja immer wieder ihr großes Engagement für die Vielfalt der Kulturen und die gemeinsame Vision Europa. So wurde sie im Jahr 1999 mit der Europamedaille ausgezeichnet. Im Sommer 2003 organisierte die mehrfache Mutter und Großmutter, die großen Kinderveranstaltungen auf der Landesgartenschau Gronau/Losser, die den Europagedanken zum Inhalt hatten. Als Vorstandsmitglied der Droste-Gesellschaft konzipiert sie Lehrerfortbildungen und Veranstaltungen am historischen Wohnsitz der Dichterin. Mit dem Thema „Kunst und Kinder“ hat sich Erika Reichert-Maja intensiv beschäftigt und dazu methodisch didaktische Werke herausgebracht.

Picassos Kunst für Kinder kindgerecht dargestellt

Zusammen mit der Galeristin Gerda Siebelt verfasste sie das Buch „Pablo Picasso – Eine Botschaft an die Kinder“, das zur Eröffnung des neuen Graphikmuseums Pablo Picasso in Münster erschien und dort zur Basis der museumspädagogischen Arbeit wurde. Im Auftrage des Regierungspräsidenten Münster wurden zahlreiche Lehrerfortbildungen durchgeführt. Besonders erfolgreich sind Picassos Friedensprojekte, die Erika Reichert-Maja europaweit durchführte und bis auf den heutigen Tag eine wirksame Friedenserziehung in vielen Städten und Gemeinden initiiere. Mit Schülern führt sie Projekte in vielen Städten durch, wie zum Beispiel „Waldzauber“ im Tierpark von Schloss Raesfeld und ein Pinocchio-Symposion im Schloss Raesfeld.

Nils Holgerrson Reise mit den Wildgänsen – Märchen als Bildungsgut

2014 legte die Autorin „Nils Holgerssons Reise mit den Wildgänsen“ als kindgerechtes Lern- und Lesebuch im Westermann-Verlag vor. Er ist ihre mittlerweile dritte Märchenveröffentlichung nach den Grimmschen Märchen und Pinocchio. Mit ihrem, neuen Holgersson-Buch mit Spielplatte möchte Erika Reichert-Maja auch auf die schwedische Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf hinweisen. Daher schickte die Klein Rekerin ihr Buch an die schwedische Königin Silvia. Von deren Büro erhielt sie Antwort: „…hat er Königin viel Freude bereitet…“

Eine überzeugte Soroptimistin

Erika Reichert-Maja ist Mitglied bei Soroptimist International (SI). Die weltweite Organisation versteht sich als Stimme von Frauen für Frauen. Nach ihrem Selbstverständnis dient die Verbesserung der Stellung der Frau der internationalen Verständigung und Freundschaft. Soroptimist International hat als Nichtregierungsorganisation (NGO) allgemeinen Konsultativstatus bei dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und ist mit Repräsentantinnen bei verschiedenen UN-Unterorganisationen vertreten.

Werke (Auszug von insgesamt 22 Büchern): „Mit Kindern quer durch NRW“, Aschendorff, Münster 2010; „Münster, Kinder auf den Spuren der Stadt“, Aschendorff, Münster 2007. – „Mit Kindern durch das Münsterland“, Aschendorff, Münster 2007; „Der Schmetterling Papü und sein Geheimnis“, Landwirtschaftsverlag, 2003. – „Pablo Picasso – Eine Botschaft an Kinder“, Coppenrath Verlag, 2000.


Quellen:
Wolf Stegemann „Mal traurig, mal schön: Erlebnisse von Kindern“ in RN vom 10. Oktober 1984. – Wolf Stegemann „Leben mit A. von Droste-Hülshoff. Forscherin erinnert sich gern an Dorsten“ in RN vom 11. Januar 1997. – Homepage der Erika Reichert-Maja (2011). – Gespräch Wolf Stegemann mit Erika Reichert-Maja am 23. Oktober 2014.

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