Oetterer, Fritz

Sein Interesse galt jeher der Jugend und gilt der Heimatgeschichte

Geboren 1927 in Ahlen; Jugendpfleger und Heimatforscher. – Der gebürtige Ahlener trat seinen Dienst als Jugendpfleger 1956 bei der Stadt Dorsten an und blieb es bis zur Pensionierung im Jahr 1987. Fritz Oetterer ist verheiratet. Er und seine Frau Hiltrud haben sieben KInder, Schwiegerkinder, 17 Enkel und einen Urenkel (Stand März 2017).  und wohnt seit seinen Zuzug in Rhade. Die Auseinandersetzungen der christlichen Weltanschauung mit dem Nationalsozialismus brachten ihn dazu, die Arbeit für und mit der Jugend zu seinem Lebensberuf zu wählen.

Fritz Ötterer; Foto: Maria Nienhaus

Jugendpfleger a. D. und Heimatforscher Fritz Oetterer; Foto: Maria Nienhaus (2010)

Ein Onkel von ihm war Jude. So musste er als Junge oft miterleben, wie die Gestapo ins Haus seiner Eltern kam, um nach dem Onkel zu fragen. Noch im Februar 1945 wurde Fritz Oetterer als 17-Jähriger Soldat, geriet in amerikanische Gefangenschaft. Es folgten drei schwere Jahre , in denen Hunger und Krankheit vorherrschten. Fritz Oetterer bekam Tuberkulose. Nachdem er wieder zu Kräften gekommen war, arbeitete er ehrenamtlich als Sozialarbeiter in einem französischen Flüchtlingslager. Danach wollte er Theologe werden, doch ihm fehlte das Geld für das lange Studium. Daher studierte er in Dortmund Sozialpädagogik, absolvierte sein Praktikum im Fürsorgeerziehungsheim St. Josef in Landau, wo er eine Gruppe von 45 Schützlichen im Alter von 18 bis 19 Jahren zu betreuen hatte. Danach befasste er sich in Mönchengladbach und Marl mit der Jugendfürsorge, Gefängnisbetreuung und Jugendgerichtshilfe. Er heiratete und nahm 1956 seine Arbeit in der Dorstener Amtsverwaltung als Jugendpfleger auf, wurde 1971 stellvertretender Amtsleiter. Die Heimatgeschichte hat ihn schon als Junge interessiert. Ihr ist er treu geblieben, wurde 1957 Mitglied im Heimatbund der Herrlichkeit Lembeck, war zeitweise dessen Geschäftsführer und schrieb seither unermüdlich Beiträge für den Heimatkalender. Motiviert durch Erfahrungen mit jüdischen Familienmitgliedern, hielt er schon 1957 Vorträge über das Schicksal der Juden unter der NS-Herrschaft. 1994 wurde er zum Vorsitzenden des Heimatbundes gewählt und ist seit dem Jahr 2000, als er das Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, Ehrenvorsitzender.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone