Mr. Trucker Kinderhilfe

Nachhaltige Unterstützung von Waisenhäusern in Litauen

Die „Mr. Trucker Kinderhilfe“ ist eine 2012 erfolgte Umbenennung des bis dahin sich „Mr. Trucker Soforthilfe“ nennenden gemeinnützigen Vereins, den der Dorstener Spediteur Hans Delsing 1990 gründete. Im gleichen Jahr wurde der erste Hilfstransport mit Geld- und Sachspenden von Dorsten nach Moskau auf den Weg geschickt. Auch die russische Garnison in Schwerin war Ziel eines Hilfstransports. Die Idee zur Soforthilfe kam Hans Delsing, als er die Nachrichten über die KSZE-Verhandlungen in Paris hörte, wo von den Politikern eine Soforthilfe für die UdSSR beschlossen worden war. „Handeln – und zwar sofort“ hieß das Motto von Hans Delsing, mit dem er zu Spenden in Dorsten. Marl, Borken und Haltern aufrief. Die Resonanz war überwältigend. Ende 1990 konnten 170 Tonnen Hilfsgüter (Grundnahrungsmittel im Wert von 74.000 DM auf sieben LKW verladen und in das 3.000 Kilometer entfernte Moskau geschickt werden. Das erste große Projekt des Vereins war das Waisenhaus im litauischen Viesvile, dem inzwischen über 100.000 Euro zugeflossen sind.  Die Zustände dort waren 1991 katastrophal, die Kinder schliefen auf dem Boden, die sanitären Einrichtungen mag man nicht beschreiben. Mehrere Hilfstransporte wurden organisiert, alles was gebraucht wurde, schafften die Trucker nach Viesvile.

Inszenierung des Musicals „Himmel & Hölle“ für litauische Waisenhäuser

Mr. Truckers Fahrzeuge am Roten Platz

Mr. Truckers Fahrzeuge 1990 am Roten Platz in Moskau

Die Arbeit des Vereins, dem rund 130 Mitglieder angehören (Stand April 2012), beruht auf den freiwilligen Einsatz von Helfern und die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. Dazu tragen auch eigene Veranstaltungen wie z. B. der traditionelle Weihnachtsmarkt bei. Die Zielsetzung des Vereins liegt u. a. in einer spontanen, unbürokratischen, ohne Verwaltungsaufwand betriebenen Hilfeleistung in Krisengebieten und für örtliche Projekte – immer mit Unterstützung der Bevölkerung. Der Verein fördert auch das Therapiezentrum Hof Feuler in Marl (Stand 2009) und Mitte 2010 die Theatergruppe KREATIwahr der Dietrich-Bonhoeffer-Schule bei der Inszenierung des Musicals „Himmel & Hölle“. Mit dem Musical wurde ein Thema aufgegriffen, das seit nunmehr fast 20 Jahren im Focus der Arbeit der Mr. Trucker Soforthilfe e. V. steht: die Unterstützung der zwei litauischen Waisenhäuser.

Lag bis vor fünf Jahren der Schwerpunkt des Engagements der Mr. Trucker Kinderhilfe noch in Litauen (Betreuung von zwei Waisenhäusern), so hat sich nunmehr das Gewicht der Arbeit in die heimische Region verlagert. Dies wird deutlich an einem neuen Projekt, das von der Mobilen Jugendhilfe Hervest angestoßen wurde und von der Mr. Trucker Kinderhilfe finanziert wird. Die Ellerbruch-Siedlung ist als problematisches Quartier im Ortsteil Hervest in den Blickpunkt gerückt.

Vestischer Preis für die Mr. Trucker-Kinderhilfe

Mitte November 2015 verlieh der Landrat von Recklinghausen, Cay Süberkrüb, der Mr. Trucker-Kinderhilfe den Vestischen Preis in der Kategorie „Nachhaltige Wirkung“. Damit würdigte der Kreis vor allem auch die Hilfe des Vereins für Flüchtlingskinder in Dorsten. Mr. Trucker-Kinderhilfe hat einen Fonds aufgelegt, von dem Spielgeräte für Flüchtlingswohnheime angeschafft und Materialien für Kinderbetreuung besorgt werden.

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