Kunkler, Hermann

Er fertigte auch den Partnerschaftsbrunnen in Holsterhausen

Geboren 1927 in Halle (Saale), Metallbildhauer. – Hermann Kunkler zeichnet sich vor allem als Gestalter zahlreicher Brunnen (etwa 500) und Skulpturen im öffentlichen Raum in Nordrhein-Westfalen aus. Beispiele seiner Arbeit sind der Partnerschaftsbrunnen in Dorsten-Holsterhausen (1995), Kunstwerke in den Kirchen St. Antonius, St. Agatha, St. Joseph, St. Paul und St. Marien in Dorsten, der Merschtorbrunnen in Haltern am See und das Peter Minuit-Denkmal in Wesel. Ebenso befinden sich in vielen Kirchen Nordrhein-Westfalens Werke des Künstlers. Auch als Goldschmied hat Hermann Kunkler zahlreiche Schmuckstücke geschaffen. 1963 stellte er erstmals in Dorsten (Kreissparkasse) aus.

Zuerst Goldschmiedelehre, danach Kunststudium in Düsseldorf

Manfred Kunkler mit dem Model des Brunnens

Manfred Kunkler mit dem Model des Brunnens

Hermann Kunkler begann 1947 eine Goldschmiedelehre an der Meisterschule des „Gestaltenden Handwerks Düsseldorf“, studierte nebenbei Theologie und Philosophie in Münster und legte 1951 seine Gesellenprüfung ab. Danach studierte er bei Professor Karl Schollmeyer an der Werkkunstschule Düsseldorf und bestand 1953 die staatliche Abschlussprüfung zum graduierten Designer. Als freischaffender Künstler war er tätig in Duisburg (1953), wo er auch aufwuchs, in Gelsenkirchen (1954/56) und Borken (1956/60). Von 1972 bis 1974 lehrte er an der Fachhochschule Bochum im Fachbereich Architektur. Von 1960 bis 1990 hatte er Atelier und Wohnsitz in Raesfeld. „Kunkler-Kunkler“ hieß die Ausstellung, die der Dorstener Kunstverein erstmals Vater Hermann und Sohn Matthias in den Räumen der Dorstener Kreissparkasse ausrichtete. Der Vater zeigte Metall-Objekte, der Sohn Bilder, die noch ohne stilistischer Einordnung am ehesten der „Neuen deutschen Malerei“ zuzuordnen waren.

In seiner Begrüßungsansprache bemerkte der damalige Vorsitzende des Kunstvereins, Manfred Ludes, dass er in einer über 20-jährigen Zusammenarbeit mit Hermann Kunkler dessen unbegreifliche künstlerische Vitalität immer neu bewundere. Kunkler sei immer wieder „ein neues Erlebnis, weil die Fülle der Ideen mich zuweilen beängstigt“. Kunklers Kunst ist in Dorsten augenfällig präsent: Partnerschaftsbrunnen in Holsterhausen, in der Antonius-, Agatha-, Josefs-, Paulus- und Marienkirche. Wolf Stegemann in den „Ruhr-Nachrichten“ vom 22. Oktober 1982:

„Kunklers Werkstücke sind Kunststücke. In ihnen klingt etwas von dem Entstehungsprozess nach, vom Werden und Verändern. Die Dinge, schweres Metall, aber dennoch graziös, scheinen natürlich gewachsen zu sein, mit allen Zufälligkeiten des natürlichen Wachsens behaftet. Das Machen die Metallskulpturen, aber auch die zierlichen Schmuckstücke aus der kräftigen Hand Kunklers so lebendig. Man hat das Gefühl, vor etwas Wachsendem zu stehen …“

Seit 1990 lebt und arbeitet Kunkler in Rhede. Sein 1997 in Düsseldorf verstorbener Sohn Matthias Kunkler hinterließ mehr als 500 Bilder, Skulpturen und Entwürfe für Glasfenster.


Siehe auch:
Künstler, bildende

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