Kopf ab

2017 in Dorsten und Umgebung zahlreiche geköpfte Wildtiere aufgefunden

Grausamer Fund an der KIppheide: geköpftes Reh; Foto: Eva Wemhoff (WAZ)

Verfolgte man Mitte 2017 die Polizeimeldungen und Berichte in der Lokalzeitung, dann drängt sich dem Leser der Verdacht auf, dass seit Anfang 2017 ein oder mehrer Täter vermutlich aus krankhaften Gründen Wildtieren den Kopf abschneiden, die Kadaver liegen lassen und irgendwo dann auch die Köpfe. Der oder die Täter haben es also keineswegs wie Wilderer auf das Fleisch oder Kopftrophäen abgesehen, was eine triebhafte Störung wahrscheinlich macht. Jäger gingen anfangs noch davon aus, dass der Kopf als Trophäe mitgenommen wurde. Köpfe wurden später ausgefunden. Für  Hinweis wurde ergebnislos eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Es folgten weitere solcher Taten in der Kippheide. Anfang 2017 Juni hatten dort Spaziergänger wieder ein totes Tier entdeckt. Außerdem sind mehrere Wildtierkameras zerstört und gestohlen worden. Die Polizei ermittelt wegen Wilderei und Sachbeschädigung. Im Juni fanden Spaziergänger am Lippedeich in Hervest ein geköpftes Rehkitz. Mitte Juni wurden Köpfe von einem Hund und einer Hirschkuh auf einem Feld in Wulfen an der Grenze zur Wenge aufgefunden und der Hund einer Spaziergängerin fand in dieser Zeit in einem kleinen Wäldchen in Lembecker „Schöning“ ein geköpftes Reh (Ricke). Der Kopf fehlte. Tage darauf wurde am Rande eines Waldstücks in Schermbeck der Kopf eines Rehkitz gefunden. Der Torso fehlte. Die Polizei stellte bei allen diesen Taten fest, dass der oder die Täter keine Körperteile auffinden lassen, die Schusslöcher haben, damit keine kriminaltechnischen Rückschlüsse gezogen werden können.
Im Jahre 2013 trat ein ähnlicher Fall in Krefeld auf. Dort wurde ein Mann festgenommen, der ein Pony geköpft und weitere Pferde mit Messerstichen verletzt hatte. Einen Bekennerbrief unterschrieb er mit „Euer Tierquäler“.

Zur Sache: Das gewaltsame Abtrennen von Köpfen vom Torso, ob bei Menschen oder Tieren, war schon ein sehr frühes vor allem religiöses Ritual, was sowohl in der Bibel und den Apokryphen wie auch im Koran nachzulesen ist. Einer der ältesten Belege für eine Enthauptung stammt aus Brasilien aus der Zeit vor etwa 12.000 Jahren. Zur Eisenzeit wurden Kopfjagden als mythische Rituale durchgeführt (Keltischer Kopfkult).

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone