Interkommunaler Industriepark

Ansiedlung zukunftsorientierter Betriebe in Marl und Dorsten

Auf einer 73 ha große Fläche an der B 225 zwischen Dorsten und Marl entstand der „Interkommunale Industriepark Dorsten/Marl“. Bei der Ansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen setzen die beiden Städte Dorsten und Marl sowie die STEAG AG als Grundstückseigentümerin auf die Bedeutung des Wesel-Datteln-Kanals als wichtige Transportstraße. Für Erschließungskosten hat das Land NRW Mitte des Jahres 2000 einen Zuschuss von 14,1 Millionen DM gewährt. Bereits Monate vorher hatte die STEAG Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung gestellt. Begleitet wird das Großprojekt von der Emscher-Lippe-Agentur (ELA). Mehrere große Firmen haben sich bereits niedergelassen, darunter der Computerproduzent Maxdata und der niederländische Chemiekonzern DSM. Bei Einrichtung des Industrieparks 1998 hatten sich die Städte Dorsten und Marl 2.000 Arbeitsplätze als Ersatz für den geschlossenen Bergbau als Zielmarke gesetzt. 2001 fand der Erste Spatenstich statt. Mit Stand von Februar 2016 ist die Gesamtfläche so gut wie vollvermarktet.

Dela im Aufbau; Pressefoto

Dela im Aufbau; Pressefoto

Auf der 73 ha großen Fläche haben 16 Unternehmen niedergelassen. 2.000 anvisierte Arbeitsplätze? Da waren beiden Städte wohl etwas ztu vollmundig, denn diese Zielmarke wird vermutlich nicht erreicht werden können, da bereits vier Fünftel des Industrieparks vermarktet sind. Jeweils zwei Flächen sind noch auf Dorstener und Marler Gebiet zu vergeben. Dorstens damaliger Bürgermeister Lambert Lütkenhorst 2010: „Der Industriepark ist schon heute eine große Erfolgsgeschichte der interkommunalen Zusammenarbeit.“ Es gab und gibt aber auch Fehlschläge.
Das erste Unternehmen, das sich auf dem Dorstener Teil nierderließ, war das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich. Von hier aus wird der Wesel-Datteln-Kanal unterhalten und ausgebaut (Fläche: 2 ha; 2,3 Millionen Euro Investition, 45 Arbeitsplätze).

EnDI-Biogasanlage Dorsten: ein spektakulärer Fehlschlag

ReFat im Industriepark

ReFat im Industriepark

Die 2012 gestartete EnDI-Biogasanlage (5,5 MW-Anlage) bestand aus acht 18 Metern hohen Gärungsbehältern (Fermenter), von denen jeder 3.000 Kubikmeter fasste. Bei voller Auslastung sollten 32.000 Kubikmeter Biomethan in Netz eingespeist werden. Das Unternehmen wurde mit Vorschusslorbeeren in Dorsten empfangen. Noch im März 2012 sangen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und die „Dorstener Zeitung“ ein Loblied auf das mit neun Millionen Euro bedachte EnDI-Projekt der RWE im Interkommunalen Industriegebiet an der Stadtgrenz zu Marl. Unter der Überschrift „Sprudelnde Quellen: Dorsten wird zum Zentrum für regenerative Energien“ stand schwärmerisch aber falsch: „Alles redet von der Energiewende – Dorsten ist längst dabei, sie zu vollziehen“ und setzt bewertend hinzu: „Heimlich, still und leise mausert sich die Lippestadt zu einem Zentrum für regenerative Energiegewinnung.“ Und am 30. März 2012 war in der DZ unter der Überschrift „EnDI-Biogasanlage: Ganz Dorsten bekommt bald ,grünes Gas’ von RWE.“ euphorisch zu lesen: „Grundsätzlich aber gilt: In Dorsten steht die Ampel für grünes Gas jetzt auf Grün!“
Warum grundsätzlich? Die Ampel schaltete schon nach nicht einmal zwei Jahren auf Rot. Denn das als größte Biogas-Anlage Nordrhein-Westfalens (Lütkenhorst) stolz bezeichnete Unternehmen legte eine Pleite hin, bevor es richtig produzieren konnte. Anlass für die Insolvenz war insbesondere die Situation dieser Großbioanlage in Dorsten. Deren Inbetriebnahme erfolgte mit fast dreijähriger Verzögerung. Wegen der enormen Investitionskosten ist die betroffene Projektgesellschaft, die EnDI Bioenergy Dorsten, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. In deren Sog zog es dann das Gesamtunternehmen. Die Firma hatte 2012 rund 16 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Im November 2013 ging das Unternehmen in Insolvenz. Daher übernahm die Agravis Raiffeisen AG die marode Firma und produziert Energie aus natürlichen Rohstoffen (mindestens 80 Prozent Gülle/Mist) auf einer Fläche von 3,5 ha, unterhält 20 Arbeitsplätze und investierte 25 Millionen Euro.
Wenn die Stadt diesmal auch nicht direkt beteiligt ist, wie beim „Atlantis“-Bad, und beteiligt sein wird wie beim Mercaden-Einkaufszentrum, so dürfte der hochgelobte Energie-Abgesang für die Erwartungen der Kommunalpolitik dennoch schmerzlich sein. Dabei schwelgte man vor zwei Jahren noch in höheren Ebenen der Energiewende. Bürgermeister Lambert Lütkenhorst laut „Dorstener Zeitung“: „Unabhängig davon (EnDI-Biogas-Anlage) rüstet sich Dorsten auch in anderen Bereichen, um von fossilen Brennstoffen und Atomkraft unabhängig zu werden. So hat die örtliche Energiegenossenschaft erste größere Projekte zur Nutzung von Solar-Energie im Stadtgebiet realisiert, weitere sollen folgen. Derzeit ist man auf einem guten Weg, so Lütkenhorst, die Installierung einer Anlage auf dem Atlantis-Dach vorzubereiten.“ Mittlerweile ist die politisch geregelte Handhabung mit Sonnenenergie-Kollektoren in politischen und finanziellen Verruf gekommen.

Dela – ein weiterer Fehlschlag mit krimineller Komponente

Biomassewerk 2012; Foto: Wolf Stegemann

Biomassewerk 2012; Foto: Wolf Stegemann

Das Essener Unternehmen Dela konnte Ende 2011 ihr Sekundärrohstoff-Zentrum im Beisein von Bundesumweltminister Norbert Röttgen eröffnen. Das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern hat zehn Millionen Euro in eine Anlage zur Rückgewinnung von Metallen investiert. Recycelt werden Leuchtstoffe aus Lampen und quecksilberhaltige Schlämme. In einem patentierten Verfahren wird hochgiftiges Quecksilber in einem für die Umwelt unbedenklichen Verfahren in eine ablagerungsfähige Substanz verwandelt. Dazu gehören insbesondere metallhaltige und quecksilberhaltige Industrieabfälle aus dem Bereichen Erdöl- und Erdgasförderung, Chlorproduktion und chemische Industrie. Mit einer Erweiterung auf dem 3,5 Hektar großen Gelände (Investitionssumme acht Millionen Euro) wurden jährlich 300.000 Tonnen Abfall behandelt. Das Werk kam in Schwierigkeiten, als die kriminellen Machenschaften der Dela-Geschäftsführer aufgedeckt und das Unternehmen Anfang Mai 2014 Insolvenz anmelden musste. Zu dem Zeitpunkt hatte die Bezirksregierung Münster das Dorstener Werk bereits stillgelegt, weil der Verdacht aufkam, hochgiftiges Quecksilber anstatt zu verarbeiten illegal verkauft worden zu sein. In dem derzeit geschlossenen Werk lagern noch 1.300 Tonnen quecksilberhaltiger Industrieabfall, in denen 214 Tonnen reines Quecksilber enthalten sein sollen.

Dela-Prozess vor dem Landgericht Essen 2016

Die frühere Geschäftsleitung hatte gegen gute Bezahlung diese Stoffe anliefern lassen, um sie nicht zu verarbeiten, sondern illegal weiter zu verkaufen. Daher werden sie von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, zwischen 2011 und 2014 mehr als 1.000 Tonnen hochgiftiges Quecksilber illegal ins Ausland verbracht und über Singapur nach Russland und Mittelamerika verkauft zu haben. Da der Einsatz von Quecksilber in Europa nicht aber in Mittelamerika und Russland verboten ist, wird das Gift beispielsweise zur Gewinnung von Gold in Minen eingesetzt. Der Preis für eine Tonne Quecksilber liegt bei 40.000 Euro. Die beiden Geschäftsführer sowie ein weiterer Beteiligter wurden bereits im April 2014 inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen 17 Beschuldigte im In- und Ausland und klagte den Ex-Geschäftsführer sowie einen ehemaliegn Prokuristen und einen Ingenieur an.  Die Ex-Manager sind vor Gericht geständig. Die Kernvorwürfe in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sind Betrug und Verstöße gegen abfallrechtliche Vorschriften. Anstatt das Quecksilber ordnungsgemäß zu vernichten, haben die Angeklagten lt. Staatsanwaltschaft insgesamt fast 1200 Tonnen Quecksilber – getarnt als Baustoffe – nach China, Indien, Israel und in die Türkei verkauft. Dadurch entstand ein Gewinn in Höhe von 40 Millionen Euro.

Zwei leitende Mitarbeiter wegen Umweltkriminalität verurteilt

Das Essener Landgericht verurteilte am 21. Dezember 2016 zwei der Ex-Manager zu Gefängnisstrafen; der eine bekam drei Jahren und sechs Monaten, der andere drei Jahren und neun Monate Strafhaft. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar sechs Jahre gefordert. „Was die Angeklagten getan haben, war schwerste Umweltkriminalität“, stellte das Gericht fest. Ihr kriminelles Handeln war äußerst lukrativ. Jeder der beiden Ex-Dela-Manager, so das Gericht, kassierte rund elf Millionen Euro. Einer hat sich von dem Geld Villen auf Sylt gekauft, der andere kaufte sich in Firmen ein. Dass die Strafen nicht höher ausgefallen seien, lag an den Geständnissen der Angeklagten, ihre Kooperation mit den Ermittlern und an ihrer Bereitschaft zur Schadenswiedergutmachung. Das Gericht stellte noch verwundert fest, wie „äußerst lasch“ die Kontrollen durch die Behörden waren. Die illegalen Quecksilber-Transporte hätten viel früher auffallen müssen. Bedenken, die es zwischenzeitlich gegeben habe, seien „weggewischt“ worden.

Arbeiten laufen wieder auf vollen Touren

Die neue Geschäftsleitung in Dorsten hofft, dass das Fehlverhalten der früheren Geschäftsführer nicht das ganze Werk so in Schieflage bringen wird, dass es ganz geschlossen werden muss. Nach langwierigen Verhandlungen übernahm Ende August 2014 die Nordische Quecksilber Rückgewinnung (NQR), eine Remondis-Tochter, das insolvente Dela-Werk. Seither laufen unter Leitung von Geschäftsführer Volker Warrelmann die Arbeiten in den Werkshallen wieder auf vollen Touren. 1.300 Tonnen Industrieabfall müssen verarbeitet werden, darunter mehr als 200 Tonnen Quecksilber.

Coca Cola-Dosen für die Weltmeisterschaft in Brasilien produziert

Gestapelte Dosen in der Abfüllhalle

Gestapelte Dosen in der Abfüllhalle

Für mehr als neun Millionen Euro modernisiert die Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG im Verkaufsgebiet Nordwest (CCE AG) die Produktion und Infrastruktur am Standort Dorsten in Industriepark Dorsten. Der deutschlandweit größte Coca-Cola-Standort für Einwegprodukte mit 262 Mitarbeitern im Industriegebiet modernisierte durch Umbau den Betrieb in enger Abstimmung mit der städtischen Windor-Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Kürzere Betriebswege sollen die Arbeitsabläufe reduzieren, um die Produktion zu erhöhen. 2012 konnte die Produktion von Packungen mit Einwegflaschen und Dosen auf 45 Millionen gesteigert werden. Die Produktionsleistung von Coca-Cola ist allein von 2010 auf 2011 um fast 20 Prozent gestiegen. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wurden dafür in Dorsten im Drei-Schicht-Betrieb 54 Millionen Dosen abgefüllt, eine Sonderedition für Brasilien. 2016 werden stündlich rund 100.00 Dosen und 90.000 Flaschen mit Coca Cola, Fanta, Sprite u.a. abgefüllt. Somit steht in Dorsten der bundesweit größte Abfüllbetrieb.

Mineralwasser der Marke „Stiftsquelle“

Im Frühjahr 2013 siedelte der seit 118 Jahren in Essen ansässige Mineralwasserabfüller Johann Spielmann nach Dorsten in den Interkommunalen Industriepark um. Er errichtete auf einem 40.000 qm großen Areal einen neuen Betrieb für Abfüllung und Betrieb ihrer Wässer der Marke „Stiftsquelle“. Das Investitionsvolumen betrug 15 Millionen Euro. Probebohrungen waren zur Zufriedenheit verlaufen. Rund 50 Mitarbeiter füllen nach Angaben des Unternehmens jährlich zwischen 30 und 50 Millionen Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken.

Britisches Unternehmen Aggreko – Strom für die Welt

Aggreko-

Aggreko-Unternehmen

Laut Jahresbericht 2010 des Strom-Unternehmes Aggreko konnte die britische Firma ihren Umsatz um elf Prozent auf 1,22 Milliarden Pfund steigern; auch die Gewinnsteigerung war beachtlich: um 25 Prozent auf 305 Millionen Pfund. Seit 1962 hat sich das Unternehmen der temporären Strromversorgung weltweit ztur Nummer 1 entwickelt. Zu ihren Kunden gehörten die Olympischen Winterspiele 2010, die Fifa-Weltmeisterschaft, die Olympischen Spiele 2012 in London samt den „Paralympics Games“ und der Eurovisions-Songcontest im Mai 2012 in Düsseldorf. Für diese Veranstaltungen hatte die Aggreko den Strom zu liefern. Weltweit beschäftigt das Unternehmen an 144 Standorten in über 100 Ländern 4.000 Mitarbeiter; in Dorsten sind es 40. Der Firmenhauptsitz ist in Schottland, die Deutschland-Zentrale in Würselen. Gegründet wurde das Unternehmen 1962 in den Niederlanden, ging 1973 nach Schottland und stieg 1986 in das USA-Geschäft ein.

Weitere Unternehmen auf dem Dorstener Teil des Industrieparks

R. Wekvaarts Beheer B. V.: Das ist eine Spezialfirma für de Montage von Wägesystemen bei LKW (Fläche 0,7 ha, 12 Arbeitsplätze, 3 Millionen Euro investiert).

Willy Lüning GmbH: Spedition und Abfüllung technischer Gase (Fläche 1 ha, 23 Arbeitsplätze, 3 Millionen investiert).

Genan NRW GmbH: Das dänische Unternehmen ist Weltmarktführer in der industriellen Aufbereitung von Altreifen (Fläche 11 ha, 60 Arbeitsplätze, 51 Millionen Eunro invstiert).

Die Linde Group will ihr erstes vollautomatusches Füllwerk auf dem Industrie-Park bauen. Der Konzern will dann Industriegase und Kohlendioxid-Gemische in Flaschen und Bündel abfüllen. Mitte November 2015 erfolgte auf dem Marler Teil bereits der erste Spatenstich. Auch auf dem Dorstener Teil soll neben dem DHL-Frachtzentrum ein Betrieb entstehen, über den allerdings nichts weiter zu erfahren war. Die Rede ist von Arbeitsplätze in dreistelliger Zahl, schreibt die DZ.

Grundsteinlegung des Arvato-Logistikzentrums 2016

An der B 225 gegenüber der Hürfeldhalde wird auf einem zwölf Hektar großem Areal im Interkommunalen Industrieparks Marl/Dorsten im Laufe des Jahres 2016 ein modernes Warenverteilzentrum entstehen. Mitte November 2016 fand die Grundsteinlegung statt. Am Auftraggeber ist Arvato, der international agierende Dienstleistungsbereich von Bertelsmann. Der erste Bauabschnitt umfasst drei Hallen und ein Bürogebäude mit einer Gesamtgrundfläche von 28.000 Quadratmetern. In diese erste Bauphase werden 30 Millionen Euro investiert. Vorgesehen sind zwölf Hallen. In der Endbauphase könnte das geplante Logistikzentrum durch Einbau von Zwischenebenen eine Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern. Haben. Zum Service für Arvato-Kunden gehören unter anderem Auftrags- und Bestandsmanagement, Kommissionier-, Konfektionier- und Sonderleistungstätigkeiten, Versand- und Transportmanagement sowie die Abwicklung von Retouren. Arvato-Logistikzentren gibt es in den Niederlanden, in Ostwestfalen, Hannover und im Großraum Halle/Leipzig.

Erster Avada-Bauabschnitt im Juli 2018 eröffnet; Foto: G. Bludau (DZ)

Arvato eröffnete 2018 die erste Ausbaustufe – weiteres Wachstum geplant

Die erste Ausbaustufe umfasst nach Angaben des Unternehmens 60.000 Quadratmeter Nutzfläche, in die Kunden aus dem Mode- und Lifestyle-Bereich bereits eingezogen sind. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) weihte das moderne Distributionszentrum mit integriertem Customer Service Center Anfang Juli 2018 ein. Die Bertelsmann-Tochter Arvato wickelt für externe Unternehmen die Logistik ab. Am Standort Dorsten/Marl sollen Konsumartikel umgeschlagen werden – zum Beispiel Kleidung, Sportartikel, Kosmetik und Nahrungsmittel. Für die Standortentscheidung von Arvato war das große Arbeitskräftepotenzial im Kreis Recklinghausen ausschlaggebend, wie Standortleiter Christoph Echelmeyer im vergangenen Jahr erläuterte. Die Jobs, die Arvato in der Logistik anbietet, eignen sich für ungelernte Kräfte. Motivation und eine Einarbeitungsphase genügen, um den Arbeitsplatz auszufüllen.
Im Gegenzug hatte Bertelsmann bereits Ende Januar den Verkauf von Teilen von Arvato angekündigt. Anfang Mai wurde bekannt, dass sieben Standorte mit insgesamt 950 Mitarbeitern in Ostdeutschland im nächsten Jahr geschlossen werden sollen. Dabei geht es um das Geschäft mit Kundensystemen in der IT-, Banken-, Versicherungs- und Telekommunikations-Branche. Auch für das amerikanische Unternehmen Facebook tritt Arvato an mehreren Standorten in Europa als Dienstleister auf und löscht mit eigenen Teams illegale Einträge wie Hass-Postings und Gewaltfotos. Das Geschäft mit Facebook sei von den Schließungen aber völlig unberührt, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber FAZ.net (DZ vom 15. Juni 2018).

Gesamtverzeichnis der Unternehmen im Industriepark

Im September 2016 konnten die städtischen Wirtschaftförderer der Städte Dorsten und Marl melden, dass die Flächen des 78 Hektar großen Interkommunalen Industrieparks Marl/Dorsten nach 20 Jahren komplett vermarktet sind. Insgesamt haben sich 20 Firmen angesiedelt und mehr als 2000 Arbeitsplätze seien entstanden; in der Region zusätzlich noch einmal 1700. Insgesamt hätten die Unternehmen rund 230 Millionen Euro in die Region investiert.

Dorstener Teil:

Stiftsquelle GmbH, Abfüllung von Mineralwasser, 4 Hektar, Investment 15 Millionen Euro, 80 Mitarbeiter;
Willy Lüning GmbH, Spedition, 1 Hektar, Investment: 3 Millionen, 25 Arbeitsplätze;
Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg, 2 Hektar, Investment 2,5 Millionen Euro, 25 Arbeitsplätze;
GSU Suden Recycling, Aufbereitung von Glas, Boden, Bauschutt, Fläche 2 Hektar, Investment 3 Millionen Euro, 20 Arbeitsplätze;
Beheer Wägesysteme, Montage für LKW, 0,7 Hektar, Investment 3 Millionen Euro, 12 Arbeitsplätze;
NQR Quecksilberrückgewinnung GmbH, Fläche 3,5 Hektar, Investment 12 Millionen Euro, 80 Arbeitsplätze;
Agravis Raiffeisen AG, Industrielle Biogas-Anlage, 3,5 Hektar, Investment 25 Millionen Euro, 20 Arbeitsplätze;
Genan NRW GmbH, Aufbereitung von Altreifen, 9 Hektar, Investment 51 Millionen Euro, 60 Arbeitsplätze;
Arvato Bertelsmann, Logistikcenter, 14 Hektar, Investment 30 Millionen Euro, 300
Abeitsplätze; nach fertigem Ausbau 1000 Arbeitsplätze.

Marler Teil:

KKRN Großküche (im Bau) 3 Hektar, Investment 7 Millionen Euro, 140 Arbeitsplätze;
Kaffeerösterei Tempelmann (im Bau), 4,1 Hektar, Investment 4 Millionen Euro, 60 Arbeitsplätze;
Elbfrost GmbH, Tiefkühllogistik, 4 Hektar, Investment 5 Milli9onen Euro, 60 Arbeitsplätze;
Dorstener Drahtwerke, 2 Hektar, Investment 3,5 Millionen Euro, 40 Arbeitsplätze;
Auktion & Markt AG, Gebrauchtwagenvermarkter, 2 Hektar, Investment 4,5 Millionen Euro, 30 Arbeitsplätze;
Synthomer Deutschland, Forschungs- und  Entwicklungszentrum für Latex und Spezialchemikalien, 3 Hektar, Investment 8 Millionen Euro, 220 Arbeitsplätze;
DPD GeoPost, Paketdienst, 4,5 Hektar, Investment 6,5 Millionen Euro, 260 Arbeitsplätze;
Linde AG, Füllwerk für Industrieabgase, 5,4 Hektar, Investment 25 Millionen Euro, 70 Arbeitsplätze;
V+S Umwelt GmbH, Sonderabfallbehandlungsanlage, 2 Hektar, Investment 5,5 Millionen Euro, 35 Arbeitsplätze;
Strabag AG, Asphaltmischwerk, 3,5 Hektar, Investment 8 Millionen Euro, 35 Arbeitsplätze;
Hubert Kläsener oHG, Fachspedition für Flüssigkeiten, 6 Hektar, Investment 8 Millionen Euro, 110 Arbeitsplätze (alle Angaben nach DZ vom 29. September 2016).

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