Hunde

Es gibt über 6.000 angemeldete Vierbeiner - gut für die Stadtkasse

Um von der Überschuldung der Stadt weg- und dem Haushaltssanierungsplan nachzukommen, hat der Rat der Stadt auf Vorschlag der Verwaltung 2012 u. a. auch eine Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Eine vorangegangene Erhöhung von 72 auf 96 Euro fand bereits ab 2011 statt. 2013 wurde die Streuer auf 108 Euro pro Hund und Jahr erhöht. Werden zwei Hunde gehalten, dann kostet dies pro Hund und Jahr 120 Euro, bei drei und mehr Hunden sogar 132 Euro pro Hund und Jahr. Gefährliche Hunde kosten den vierfachen Steuersatz. Insgesamt brachte diese Erhöhungen der Stadt eine Gesamteinnahme von rund 670.000 Euro, in der die Erhöhung von rund 65.500 Euro enthalten ist. Mit der Erhöhung der Steuer für die geliebten Vierbeiner liegt Dorsten zusammen mit Herten an 2. Stelle. Die Marl und Gladbeck liegen mit 109,80 Euro ganz oben, gefolgt von Dorsten und Herten (108 Euro), Datteln mit 96 Euro, Recklinghausen mit 92 Euro, Castrop-Rauxel, Haltern, Oer-Erkenschwick und Waltrop mit 84 Euro. Eine Erhöhung der Hundesteuer für 2013 gab es lediglich in Dorsten, Herten und Marl.

Zum Widerspruch gegen die Erhöhung in Netzwerken aufgerufen

h-hundeEnde 2012 verschickte die Stadt 4.895 Steuerbescheide für 5.382 Hunde. Pro Tier sind ab sofort zwölf Euro mehr zu entrichten als zuvor. Die Einnahme der Stadt stieg mit der Erhöhung auf jetzt 670.000 Euro (im Jahr 2001 brachten die Hunde der Stadt 300.000 Euro ein). Hundehalter wehrten sich gegen die Erhöhung für 2013. In Internet-Netzwerken wurde mit Formularen zum Widerspruch aufgerufen, letztlich ohne Erfolg. – 2012 gab es in Dorsten 4.373 angemeldete Hunde (Einzelhunde), 762 Haushalte mit zwei Hunden und 134 Familien mit drei und mehr Hunden. Zudem gibt es 24 Hunde mit ermäßigter Steuer. Zusammen waren dies 5.293 „normale“ Hunde. Dazu kamen noch 43 Kampfhunde. Mitte 2014 waren ingesamt 6.031 Hunde angemeldet, 2013 waren es 6.086.

Einnahmen der Hundesteuer gestiegen

2013 nahm die Stadt so viel Hundesteuer ein wie nie zuvor. Das Statistische Landesamt teilte die Summe mit: 663.778 Euro. Zum Vorjahr ist dies ein Plus von 23 Prozent. Somit gehört Dorsten im Landesvergleich zu den Gemeinden, die durch ihre Hunde sehr gute Einnahmen haben. Statistisch gesehen nahm die Stadt pro Einwohner 8,80 Euro an Hundesteuer ein und befand sich somit auf Platz 17 aller 5.396 Gemeinden in NRW. Der Bund der Steuerzahler wettert  grundsätzlich gegen die Hundesteuer: Sie sei lediglich dafür da, unter dem Deckmantel der Steuerpolitik die klammen Kassen zu füllen.

Immer wieder heftige Beschwerden über Hundekot

Großes Geschäft

Beschwerden über Hundekot häufen sich in letzter Zeit. Vor allen an den Spazierwegen entlang an den Lippedeichen. Der Lippeverband appelliert daher an die Hundebesitzer, bei Spaziergängen auf dem Lippedeichweg nur die freigegebenen Wege zu nutzen und darauf zu avhten, das ihre Vierbeiner ihr „Geschäft“ nicht im Bereich der Böschung und im Naturschutzgebiet hinterlassen. Daher durften Schäfer ihre Tiere nicht mehr an der Lippe weiden lassen, da die Schafe sonst an dem Hundekot erkranken könnten. Da das Gras nun nicht mehr abgefressen wird, vermehrt sich dort das Zeckenaufkommen. Auch sonst gibt es immer wieder Beschwerden und Aktionen gegen den von den Hundebesitzern auf Straßen und in Grünanlagen liegengelassenen Hundekot. Hundehalter sind für ihre Hunde verantwortlich – auch für deren Hinterlassenschaften. Wer seinen Hund frei laufen lässt, nimmt in Kauf, dass das Tier seine Notdurft auf fremden Grundstücken verrichtet. Deshalb muss der Halter des Tieres auch für die Beseitigung der Hundehaufen auf fremden Grundstücken finanziell aufkommen. Das entschied das Landgericht Berlin im Mai 2017.

Frau in Dorsten von Kampfhund angegriffen und schwer verletzt

In Dorsten ist im August 2016 eine Frau von einem Kampfhund angegriffen und schwer verletzt worden. Der Hund war auf dem Campingplatz am Tillessensee aus einem Mobilheim gerannt und hatte die Frau in Arm und Bein gebissen. Die Wunden mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Besitzerin des Kampfhundes wurde wegen Körperverletzung angezeigt.

Hunde auf dem platten Land mussten ab 1855 Knüttel tragen

Dass Hunde versteuert werden müssen und es dafür eine Erkennungsmarke gibt, die der Hund bei Gassigehen möglichst am Halsband tragen soll, damit die Ordnungsbehörde die Steuertreue des Hundes bzw. seines Herrchen oder Frauchens erkennt, ist heute ein Thema wie es bereits in ähnlicher Form Mitte der 1850er-Jahre schon bestand. Denn erst 1855 verkündete der Recklinghäuser Landrat von Reitzenstein die Amtsblatt-Verordnung, nach der Hunde in Städten, wenn sie sich außerhalb der Wohnung des Eigentümers befanden, mit einem den Namen des Eigentümers, die Straße und die Hausnummer seiner Wohnung lesbar enthaltenen Halsband versehen sein mussten. Weiter heißt es in der Verordnung:

„Auf dem platten Lande müssen Hunde einen Knüttel [Knorren, Knotenstock], tragen, welcher an dem Halse des Hundes dergestalt befestigt ist, dass er zwischen den Vorderfüßen hängend, auf der Erde nachschleppt und dadurch das freie Umherlaufen des Hundes gehindert wird. Der Knüttel muss so lang sein, als die Höhe des Hundes im Stehen von der Sohle des Vorderfußes bis zu der Stelle, wo der Rückgrad in den Hals übergeht, senkrecht gemessen beträgt, und seine Dicke dem 8. Theile der Länge des Knüttels gleichkommen. Da diese Bestimmung noch häufig außer Acht gelassen wird [wenn ist das verdenken], so bringe ich dieselbe hierdurch in Erinnerung. Die Polizeibeamten sind angewiesen, Contraventionen gegen die obengedachten Vorschriften unnachsichtlich zur Bestrafung anzuzeugen. Recklinghausen, den 12. März 1857. Der Landrath v. Reitzenstein“

Vom Wolf zum Hund: Weltältestes Fossil in Deutschland entdeckt

Wolf, der Urahn des Hundes

Übrigens stammen unsere Hunde, heute meist Kuschel- und Schoßhündchen, vom Wolf ab. Das ist längst bekannt. Nicht bekannt war bis jetzt, wo und wann der Wolf zum Hund wurde. 2016 wurde eine Studie veröffentlicht, die erstmals angibt, wann Wölfe zu Hunden domestiziert wurden, vermutlich zu zwei unterschiedlichen Zeiten: Vor 15.000 Jahren in Europa und dann unabhängig davon noch einmal 2500 Jahre später in Ostasien. Somit ist der Hund entstanden, bevor der Mensch sesshaft wurde. Die verschiedenen Hunderassen, die heute existieren, sind erst nach und nach entstanden, als sich die Hunde an bestimmte Lebensräume und Lebensbedingungen anpassten und in der Folge genetisch veränderten. Deutsche Hundeliebhaber sind dem Ursprungsort des ersten Hundes besonders nahe. Nach aktuellem Stand stammt das weltweit älteste, sicher einem Hund zugeordnete Fossil aus Bonn-Oberkassel, wo es in einem Steinbruch entdeckt wurde – zusammen mit den Überresten eines Mannes und einer Frau. Alle drei Gefährten 15.000 Jahre alt.

Noch eine Meldung zum Kopfschütteln oder Schmunzeln: Ein 68-jähriger Renter aus Grefrath darf sich nach seinem Ableben ein Grab mit seinem toten Dackel teilen. Das zuständige BIstum Aachen hat 2016 einer Änderung der Friedhofssatzung zugestimmt. Der Friedhof in Grefrath soll der erste katholische in Deutschland sein, der eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier zulässt (dpa).

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