Tierschutzverein

Waschbär, Äffchen und ein Fuchs waren Attraktionen - Umbau für 1 Mio. Euro

TIerheim Dorsten nach der Renovierung; entnommen Website des Tierschutzvereins

TIerheim Dorsten nach der Renovierung; Foto entnommen Website des Tierschutzvereins

1959 wurde der Tierschutzverein für Dorsten und die Herrlichkeit Lembeck von Obersteiger Blaschke gegründet. Schon ein Jahr später hatte der Verein 192 Mitglieder, die im Ellerbruch in Hervest-Dorsten ein Tierheim errichteten. Die Eröffnung fand am 1960 statt, bei der auch der Verbandsvorsitzende Dr. Roth-Brüser (Gladbeck) und Dorstens Bürgermeister Paul Schürholz sprachen. Der MGV 1948 Hervest-Dorsten und die Bergmannskapelle von Fürst Leopold sorgten für die musikalische Umrahmung. Die Attraktion für Kinder war damals ein Äffchen, ein Fuchs und mehrere Meerschweinchen sowie ein Waschbär. Im Jahr 2000 musste sich mehrmals die Stadtverwaltung um Vorkommnisse im Tierheim kümmern, als Klagen über alkoholisiertes Personal nicht abrissen. 2011 forderte die Tierheimleitung wiederholt die Kastration von Katzen. Im Januar 2011 hatte das Katzenhaus des Tierheims eine Überbelegung von 50 Tieren, von denen nur 35 weitervermittelt werden konnten.

Tierheim auch Begegnungsstätte „Soziale Stadt Hervest“

Die Gebäude sind stark sanierungsbedürftig oder abbruchreif, die Unterbringung der Tiere entsprach daher nicht der Norm. Im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Hervest“ legte im Jahre 2011 der Tierschutzverein als Träger des Heims ein neues Konzept vor. Die Mitgliederzahl des Tierschutzvereins war inzwischen von 27 auf 70 gestiegen (Stand 2011). Zentraler Bestandteil des neuen Konzepts sind ein Café mit Wintergarten und ein Schulungsraum sowie die Einbindung verschiedener Seniorengruppen, die sich um die Tiere kümmern. Das Tierheim soll so in eine Begegnungsstätte mit Funktionen für die Jugend-, Senioren- und Vereinsarbeit umgewandelt werden. Dieses Konzept wurde in Dorsten als sinnvoller Baustein der „Sozialen Stadt“ angesehen. Die Bezirksregierung und das Land teilten diese Auffassung nicht und lehnten den Förderantrag Ende 2011 ab. Bei aller Sympathie für das Konzept entspräche es nicht den Anforderungen der Förder-Systematik.

Tierschutzverein bekommt ab 2013 eine höhere finanzielle Förderung

tttt-Tierschutz_Fotolia_11Für 2012 hat die Verwaltung noch 50.000 Euro überwiesen. Ein zum 1. April 2013 zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein abgeschlossener 15-seitiger Vertrag  regelt den Erhalt des Tierheims und die zukünftige Arbeit. Die Stadt zahlt einen jährlich Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro. Davon werden  eine hauptamtliche Ganztagskraft und Teilzeitbeschäftigte bezahlt. Vom verbliebenen Geld müssen Gerätschaften, Futter, Gebäudekosten, Ausstattung, Strom-, Wasser- und Heizkosten, Müllabfuhr und vieles mehr bezahlt werden, wofür der Betrag nicht ausreichen dürfte. Der Verein benötigt im Jahr noch etwa 30.000 Euro Spenden, um allen Aufgaben gerecht zu werden. Schließlich wäre die ordnungsgemäße Unterbringung von Fundtieren eine Pflichtaufgabe der Stadt, würde sie diese nicht an den Tierschutzverein delegieren. – Ein neues Tierheim, das in nächster Zeit fällig werden wird, kostet bis zu 500.000 Euro. Die Stadt hat im Haushalt aber nur 200.000 Euro vorgesehen. Durch Eigenleistungen und Sponsorengelder soll die Restsumme aufgebracht werden. Eigentümer des Geländes ist die Stadt, die es an den Tierschutzverein verpachtet hat.

Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats hat im November 2015 einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro bewilligt. Inzwischen summierte sich das Gesamtvorhaben Tierheim auf rund 500.000 Euro, das sind rund 100.000 Euro mehr als kalkuliert. Die Planungsfehler können allerdings nicht dem Tierschutzverein angelastet werden, stellte der Stadtrat fest. Der Tierschutzverein hat selbst 85.000 Euro am Spenden für den Umbau gesammelt.

Mehrere Einbrüche und Verwüstung

Unbekannte Täter brachen im Februar 2014 gleich mehrmals hintereinander in das Tierheim ein und verwüsteten den Büroraum, knackten den Tresor und richteten einen Gesamtschaden von rund 4.000 Euro an. Auch in den Pferdestall wurde eingebrochen, aber nichts gestohlen und den Pferd kein Leid zugefügt.

Tierheim nach fünf Jahren Umbauzeit wiedereröffnet

Nach einem umfassenden Umbau, der rund 1 Million Euro kostete, wurde das Tierheim im April 2017 mit einem Frühlingsfest neu eröffnet. Den Umbau förderten die Stadt Dorsten, die zuständigen Behörden, die ortsansässige Volksbank und Sparkasse Vest sowie Bürger mit Spenden und tatkräftiger Hilfe. Dazu Jürgen Plinz vom Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes: „Dass innerhalb von fünf Jahren aus einem abrissreifen Tierheim  so etwas Vorbildliches geworden ist, das habe ich noch nirgendwo in Deutschland erlebt!“ (zitiert nach DZ). Über dieses Lob freute sich besonders die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Heike Unkel.


Quelle:
Martin Ahlers „Eine Zukunft für das Tierheim“ in der WAZ vom 28. Juni 2011

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