Bismarckstraße, Großbaustelle 2016/18

26 Monate Baulärm: Brücke abgerissen, Straßenniveau vier Meter angehoben

Die verkehrsreichen Bismarckstraße am Rand der Innenstadt war Juni 2016 bis August 2018. vollgesperrt. Denn die Eisenbahnbrücke wurde abgerissen und das Straßenniveau von der Hohefeldstraße bis zur Kreuzung Grüner Weg um 4,30 Meter angehoben, um Bergsenkungen auszugleichen. Zugleich waren umfangreiche Kanalbauarbeiten erforderlich, die an der B 224 bis zum Gemeindedreieck reichten. Die Arbeiten dazu haben erst im Juli 2016 begonnen, da noch untersucht werden musste, ob sich noch Brutvögel oder seltene Tierpopulationen im Gelände befanden. Bis zur Fertigstellung waren mindestens 18 Monate eingeplant, daraus wurden 26 Mnate, genau 787 Tage.

In der Unterführung stand fast ständig Wasser

Mit der Einstellung des Betriebes der Zeche „Fürst Leopold“ um die Jahrtausendwende wurde unter anderem auch die Wasserhaltung für das Bergwerk heruntergefahren, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Entwässerungssituation unter dem Brückenbauwerk an der Bismarckstraße führte. Das aus den 1970er-Jahren stammende Drainagesystem unter der Fahrbahn konnte die steigenden Grundwassermengen immer weniger bewältigen. Wenn es zudem regnete, dann stand die Brückenunterführung unter tiefen Wasserpfützen, die sich auch über den Gehwege breit machten.
Die Planung dieser Arbeiten für diese Großbaustelle Bismarckstraße hatte die Ingenieur- Sozietät ISW GmbH aus Borken übernommen. Für die Bauausführung erhielt die Fa. BLR-Bau GmbH aus Münster den Zuschlag. Die Kosten in Höhe von etwas 2,2 Millionen Euro wurden vom Kreis getragen, der dazu jedoch Zuschüsse vom Bund und vom Land erhielt. Kostenbeteiligt waren auch die Deutsche Bahn beim Brückenabriss, die Ruhrkohle (RAG) im Zusammenhang mit Bergschäden und der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Radwegequerung. – Für die Kanal- und Bodennivellierungsarbeiten wurden rund 72.000 Kubikmeter Boden und Material benötigt. Dazu wäre ein LKW-Konvoi in einer Länge von mehr als 46 Kilometern notwendig.

Skepsis bei den Anwohnern – Nerven behalten

Bei den Bürgerversammlungen, zu denen die Stadtverwaltung eingeladen hatte, um über das Großprojekt zu informieren, machte sich über die Dimension der Baumaßnahme bei den Anwohnern Skepsis breit. Zum Beispiel, wie sie ihre Häuser und Wohnungen erreichen und wo sie ihre Autos abstellen konnten. Daher wurde eine Bürger-Hotline eingerichtet und auf dem Parkplatz „Am Güterbahnhof“ ein Baubüro in einem Container. Claudia Engel überschrieb ihren Kommentar über das Bauwerk mit „Bloß die Nerven behalten“. Der Appell passte, denn sie schrieb, dass die Geduldsprobe für Autofahrer und Anwohner sowie alle anderen Beteiligten mindestens 18 Monate andauern werd. Die dauertedann aber 26 Monate. Nach genau 787 Tagen lautes Baugetöse, wummernde Presslufthämmer und krachende Ladeklappen auf einem 700 Meter langen Bauabschnitt wurde die Bismarckstraße am 23. August 2018, pünktlich um 16 wieder für den gesamten Verkehr geöffnet. Auf der Achse, die den Norden und den Süden der Stadt verbindet, wälzt sich wieder der Durchgangsverkehr wie vor zwei Jahren.


Quellen: Claudia Engel in DZ vom 22. Juni und 8. Juli 2016 sowie 7. Aug. 2018. – Presseinformationen der Stadt. – Foto: Stadtspiegel Dorsten

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