Großbaustelle Bismarckstraße 2016

Brücke wird abgerissen und das Straßenniveau vier Meter angehoben

Vollsperrung der verkehrsreichen Bismarckstraße am Rand der Innenstadt seit Ende Juni 2016. Denn die Eisenbahnbrücke wird abgerissen und das Straßenniveau von der Hohefeldstraße bis zur Kreuzung Grüner Weg um 4,30 Meter angehoben, um Bergsenkungen auszugleichen. Zugleich sind umfangreiche Kanalbauarbeiten erforderlich, die an der B 224 bis zum Gemeindedreieck reichen. Die Arbeiten dazu haben erst im Juli begonnen, da noch untersucht werden musste, ob sich noch Brutvögel oder seltene Tierpopulationen im Gelände befanden. Bis zur Fertigstellung sind mindestens 18 Monate eingeplant.

In der Unterführung stand fast ständig Wasser

Mit der Einstellung des Betriebes der Zeche „Fürst Leopold“ um die Jahrtausendwende wurde unter anderem auch die Wasserhaltung für das Bergwerk heruntergefahren, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Entwässerungssituation unter dem Brückenbauwerk an der Bismarckstraße führte. Das aus den 1970er-Jahren stammende Drainagesystem unter der Fahrbahn konnte die steigenden Grundwassermengen immer weniger bewältigen. Wenn es zudem regnete, dann stand die Brückenunterführung unter tiefen Wasserpfützen, die sich auch über den Gehwege breit machten.
Die Planung dieser Arbeiten für diese Großbaustelle Bismarckstraße hatte die Ingenieur- Sozietät ISW GmbH aus Borken übernommen. Für die Bauausführung erhielt das Angebot der Fa. BLR-Bau GmbH aus Münster den Zuschlag. Die Kosten in Höhe von etwas 2,2 Millionen Euro werden vom Kreis getragen, der dazu jedoch Zuschüsse vom Bund und vom Land erhält. Kostenbeteiligt sind auch die Deutsche Bahn beim Brückenabriss, die Ruhrkohle (RAG) im Zusammenhang mit Bergschäden und der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Radwegequerung. – Für die Kanal- und Bodennivellierungsarbeiten werden rund 72.000 Kubikmeter Boden und Material benötigt. Dazu wäre ein LKW-Konvoi in einer Länge von mehr als 46 Kilometern notwendig.

Skepsis bei den Anwohnern – Nerven behalten

Bei den Bürgerversammlungen, zu denen die Stadtverwaltung im Juni eingeladen hatte, um über das Großprojekt zu informieren, machte sich über die Dimension der Baumaßnahme bei den Anwohnern Skepsis breit, zum Beispiel, wie sie ihre Häuser und Wohnungen erreichen können, wo ihre Autos abstellen. Daher wurde eine Bürger-Hotline eingerichtet und auf dem Parkplatz „Am Güterbahnhof“ ein Baubüro in einem Container. Claudia Engel überschrieb ihren Kommentar über das Bauwerk mit „Bloß die Nerven behalten“. Der Appell passt, denn sie schreibt, dass die Geduldsprobe für Autofahrer und Anwohner sowie alle anderen Beteiligten mindestens 18 Monate andauern wird.


Quellen: Claudia Engel in DZ vom 22. Juni, 8. Juli 2016. – Presseinformationen.

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