Gawlina, Glaserei

Seit 34 Jahren als Familienbetrieb in Dorsten glasklar auf Erfolgskurs

Vater und Sohn erfolgreiche Glaser: Rigo (r.) und Robin Gawlina; Foto: Fiekens (DZ)

Die Firmengeschichte der Glaserei Gawlina ist die Geschichte eines regionalen Handwerksunternehmens, in dem Kompetenz, Qualität, Bodenständigkeit sowie Einschätzung der eigenen Möglichkeiten groß geschrieben werden. 1986 startete der damals 25-jährige Bottroper Bergmannssohn Rigo Gawlina als Ein-Mann-Betrieb das Glasergeschäft auf dem Gelände der ehemaligen Küchenfabrik eldo an der Gelsenkirchener Straße. Damals gab es noch keinen Glaserfachbetrieb in Dorsten. Angeboten und erledigt wurde im Laufe der Jahre alles – von der Kühlschrank-Glasplatte für 30 Euro bis zum Industrieauftrag, vom Glasnotdienst bis zum Hochhaus-Fensterglastausch in 80 Meter Höhe. Zum Angebot gehört auch ein Glas-Notdienst, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr.
Heute beschäftigt die Glaserei sieben Mitarbeiter, darunter auch Auszubildende. Um sich attraktiver für den Ausbildungsmarkt zu machen, hat der Familienbetrieb zuletzt auch das Gehalt angehoben. Was die Präsenz im Internet angeht, ist die Glaserei Gawlina gut aufgestellt: moderne Homepage, aktiver Facebook-Auftritt, Instagram-Account, Youtube-Kanal und ein aufwendig produziertes Imagevideo. Kunden kommen vorwiegend aus Dorsten und Nachbarstädten. Immer wieder rufen Spezialaufträge die Mannschaft auf entferntere Baustellen und zu Arbeiten, an die sich kaum jemand ‘ran getraut, weil die Bauteile zu hoch, zu groß, zu schwer sind. In Paris haben die Dorstener einen Spezialauftrag für eine Boutique erledigt. In Oberhausen das Dach über dem Eingang der König Pilsener Arena verglast. Pingeligkeit ist bei Gawlina oft au8xch Treibstoff für Qualität. Die Werkstatt an der Gelsenkirchener Straße dürfte eine der saubersten und aufgeräumtesten in Dorsten sein, auch unter laufendem Betrieb. Branchenkollegen juxen, die Gawlinas hätten „keine Werkstatt, sondern einen OP-Saal“. – 2014 beherrschte Rigo Gawlina nicht nur seine Werkstatt, sondern mit seiner Königin Claudia I. Gievert als Schützenkönig Rigo I. auch den Allgemeinen Bürgerschützenverein Feldmark I + II.
2016 wurde Rigo Gawlina einstimmig zum Obermeister der „Glaser–Innung Vestischer Raum“ gewählt und trat die Nachfolge von Hermann Fimpeler aus Haltern an, der dieses Amt 20 Jahre lang ausübte. Zum 60. Geburtstag des Firmengründers übernahm dessen Sohn Robin Gawlina 2018 das Familienunternehmen, in dem der Senior nach wie vor mitarbeitet und sicherlich guter Ratgeber seines Sohnes ist.

Mit 19 Jahren der jüngste Handwerksmeister in der Handwerkskammer

Am Berufsweg des Juniors Robin Gawlina lässt sich ablesen, wie schnell sich auch im Handwerk Karriere machen lässt. Mit 5 Jahren eingeschult, nach Abschluss der Realschule mit 15 Jahren Beginn einer Lehrer bei seinem Vater, mit 18 Jahren die Gesellenprüfung als Innungsbester. Mit seinem Gesellenstück „Schwarz auf Weiß“, einem Glasmöbel, wurde er b Kammersieger, Landessieger, schließlich Bundessieger im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk”. Bereits 2013 war er mit 19 Jahren jüngster Meister der Innung. Der Altersdurchschnitt in der Handwerkskammer Münster liegt bei 28 Jahren. Einen Meister mit 19 Jahren hatte die Kammer nur ein einziges Mal im Jahr 2010. Und das bei 1400 neuen Meistern alle zwei Jahre. Sein Meisterstück „Schwarz auf Weiß 2.0” – ein elegant leichter Schrank aus 130 Kilo Sicherheitsglas – wurde als „Bestes Meisterstück“ in NRW ausgezeichnet. Mit 24 Jahren wurde Rigo Gawlina Mitglied des Prüfungsausschusses im Vestischen Raum für Gesellenprüfungen und Beisitzer im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer zu Köln. Als Lohn für seine Leistung gab es von der Kammer ein Stipendium zur Fortbildung. Robin Gawlina nahm an der Akademie auf Schloss Raesfeld den Titel „Betriebswirt im Handwerk” in Angriff – als Abendstudium neben dem Beruf. Hat er bei so viel Beruflicher Arbeit auch ein Hobby? Ja! Fußball in der ersten Mannschaft beim SV Hardt. Allerdings mussten die Kameraden zuletzt häufiger auf Robin Gawlina verzichten. Der Beruf geht vor.

Vater Rigo Gawlina meinte rückblickend im Interview mit der WAZ:  „Ich kam nach Dorsten und kannte keine Menschenseele.” Längst fühlt sich der Glaser in der Lippestadt pudelwohl: „Ich bin kein Stadtmensch. Dorsten ist familiär, hier bist du keine Hausnummer. Ich möchte hier nie wieder weg.”


Quellen: Website Glaserei Gawlina (Aufruf 2020). – Ludger Böhne in WAZ vom 5. Juli 2013. – DZ vom 4. April 2016, 30. Juni 2018.  

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone