Frantz, Justus

Weltbekannter Pianist und Dirigent: Neffe Tisa von der Schulenburgs

1944 in Hohensalza (heute Inowroslaw), Pianist, Dirigent und Fernsehmoderator. – Der bekannte Pianist Prof. Justus Frantz gab mehrmals in Dorsten Konzerte. Zuletzt im September 2018 in der Lohnhalle der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Hervest-Dorsten. Dieser Ort ist für den Künstler ein besonderer, denn die Wandgemälde mit Motiven aus dem Bergbau stammen von der Dorstener Ursulinen-Nonne und Künstlerin Tisa von der Schulenburg (Sr. Paula, 1903-2001), die sie 1984 im Auftrag des damaligen Zechenchefs Dr. Kleinschmidt angefertigt hatte. Über ihren zweiten Mann Carl Ulrich von Barner (verheiratet von 1939 bis 1945) ist Tisa von der Schulenburg mit Justus Frantz (geb. 1944) verwandt. Genealogisch ist sie seine angeheiratete Tante, er ihr Neffe. – Übrigens hat Tisa von der Schulenburg noch einen weiteren prominenten Neffen; den Fernseh-Journalisten Gerd Ruge († 2018).

Mit vielen internationalen Preisen und Funktionen ausgezeichnet

Justus Frantz ist ein Sohn des Breslauer Oberstaatsanwalts Richard Frantz († 1944). Die Familie floh in den Westen. Mit zehn Jahren begann Justus Frantz das Klavierspiel. Seine außergewöhnliche Begabung wurde schon früh erkannt und gefördert. Er studierte bei Prof.  Wilhelm Kempff, gewann etliche Preise und wurde mit 23 Jahren in die Studienstiftung des deutschen Volkes ausgenommen. Der Durchbruch in die internationale Spitzenklasse gelang ihm 1970 als Pianist mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan. Fünf Jahre später gab er sein Debütkonzert in den USA bei den New York Philharmonikern unter Leonard Bernstein. Im Jahr 1986 wurde Frantz Professor an der Hamburger Musikhochschule, gründete das Schleswig-Holstein Musikfestival und war von 1944 dessen Intendant. Er war außerdem Mitbegründer der Deutsch-sowjetischen jungen Philharmonie im Jahr 1989 sowie 1995 Gründer der Philharmonie der Nationen, die sich aus jungen Musikern verschiedener Länder zusammensetzt. 1989 wurde Justus Frantz zum Sonderbotschafter des Hohen Flüchtlingskommissars der UNO berufen und für sein Schaffen mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt. 2005 erhielt er gemeinsam mit der Philharmonie der Nationen den Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland. Frantz wurde auch durch mehrere eigene Fernsehsendungen bekannt, darunter „Achtung, Klassik!“ im ZDF. Auf der CD-Reihe „Klassik für Kids“ moderiert er speziell für Kinder die Vorstellung von bedeutenden Komponisten.

Vornehmlich den Werken Mozarts und Beethovens gewidmet

Frantz konzentriert sich in erster Linie auf die Musik der Klassik und der Romantik. Besonders hat Frantz sich den Werken Mozarts sowie Beethovens gewidmet, die er in zyklischen Aufführungen in mehreren europäischen Städten präsentierte und auf diversen CD-Aufnahmen eingespielt hat. – Justus Frantz hat zwei Söhne. Bis 1990 war er mit Alexandra von Rehlingen verheiratet. Sein Neffe ist der Pianist Caspar Frantz.

Siehe auch: Elisabeth Gräfin Tisa von der Schulenburg
Siehe auch: Gerd Ruge


Quellen: Wikipedia (Aufruf 2018, Justus Frantz). – Michael Klein in DZ vom 16. Aug. 2018.

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