Corona-Meldungen 2020

Pandemie in Dorsten und Umgebung - nachrichtlich und kurzgefasst

Corona-Virus legte Marler Polizeiwache lahm. Weil der Corona-Test bei einem Polizisten positiv ausfiel, wurde die Wache an der Rappaportstraße am Montag komplett geschlossen. Gegen 18 Uhr fuhr eine mobile Wache vor, die als Ersatz diente. Nach Desinfektion des gesamten Gebäudes übernahmen dann Kollegen aus Nachbarstädten den Dienst in Marl. Die mobile Wache konnte bereits am Dienstag wieder abrücken. Parallel wurden mehr als 100 Personen, die bisher in der Wache gearbeitet hatten, auf Corona getestet. Ergebnis: Insgesamt waren drei Personen infiziert. Ihre negativ getesteten Marler Kollegen nahmen den Dienst bereits wieder auf.

Corona-App hat im Vest bereits Alarm geschlagen. Die Kreisverwaltung nennt Grund für Zunahme der Neuerkrankungen in drei Städten. – Die Corona-Warn-App ist seit rund sechs Wochen aktiv. Im Kreis Recklinghausen ist sie bis jetzt zwei Mal auf Rot gesprungen und hat Alarm geschlagen. Jedenfalls haben sich zwei Personen beim Kreisgesundheitsamt gemeldet, nachdem die App auf ihrem Smartphone sie darüber informiert hat, dass sie einem Covid-19-Erkrankten sehr nahe gekommen waren. Sie wurden auf das Virus getestet und gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. In beiden Fällen fielen die Tests jedoch negativ aus. Die Kreis-Bürger waren nicht erkrankt. Im Kreis Recklinghausen gibt es tatsächlich Städte mit einer zunehmenden Zahl an Covid-19-Fällen. Im Zeitraum vom 15. bis zum 23. Juli wurden aus Marl zehn Neuerkrankungen gemeldet, in Gladbeck waren es fünf, in Recklinghausen vier. In vier Städten (Dorsten, Haltern, Datteln, Waltrop) gab es hingegen keine weiteren Infizierten. Die Häufung der Fälle in Marl, Gladbeck und Recklinghausen sei auf Ansteckungen innerhalb von Familienverbänden zurückzuführen. Das Infektionsgeschehen sei damit klar eingegrenzt. Auch der Wochenvergleich, der als Kriterium für einen möglichen Lockdown eine Rolle spielt, liefert im Kreis Recklinghausen weiterhin unkritische Werte. Die Zahlen schwanken allerdings. Am 23. Juli lag die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen bei 21. Am 22. und 21. Juni wurden vom Kreis jeweils nur 17 Neuerkrankungen ausgewiesen, am 20. Juli waren es 20. Wenn man in den Juni zurückblickt, stößt man hingegen auf Werte, die häufig zwischen 40 und 50 lagen. Das Corona-Abstrichzentrum des Kreises am Prosperhospital in Recklinghausen ist weiterhin in Betrieb. 80 bis 100 Tests werden dort täglich – nach Überweisung durch den Hausarzt – von Mitarbeitern des DRK und anderer Hilfsorganisationen durchgeführt (Quelle: DZ vom 24. Juli 2020).

Den Kirchen fehlen Millionen. Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das Jahr 2020 mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern. Bei den katholischen Bistümern waren die Angaben oft etwas zurückhaltender. 24 Bistümer meldeten, dass sie mit spürbaren Einschnitten rechnen (epd).

20.000 Euro „Corona-Soforthilfe“ für Kinder- und Jugendkulturarbeit. Ein Teil der für den abgesagten Kultursommer 2020 in Dorsten vorgesehenen Gelder wurde in Höhe von 20.000 Euro von der Vereinten Volksbank als Kultursoforthilfe zur Verfügung gestellt. 15 Vereine profitierten davon.

Personal im Gesundheitsamt verachtfacht. Das Coronavirus hat das Kreisgesundheitsamt in Recklinghausen in den letzten Monaten vor eine ungeahnte Belastungsprobe gestellt. Denn hier mussten alle Fälle aus zehn Kreisstädten – unter anderem also auch aus Dorsten, Haltern am See und Castrop-Rauxel – identifiziert, Maßnahmen angeordnet und Infektionsketten nachverfolgt werden. 14 Mitarbeiten arbeiten regulär in der Recklinghäuser Behörde: Bis Ende März wurde der Bestand auf 76 Beschäftigte aufgestockt. Der vorläufige Höchststand war nach Auskunft des NRW-Gesundheitsministeriums am 11. Mai erreicht: 110 Beschäftigte, nahezu achtmal so viele wie regulär. 1462 Menschen haben sich (Stand 24. Juli) kreisweit mit dem Coronavirus infiziert, in 4180 Fällen wurde bislang eine häusliche Isolation angeordnet. Lediglich eine Person hat sich nach offiziellen Angaben nicht daran gehalten. Die Konsequenz: „Es wurde Strafantrag gestellt.“

Dorsten verzeichnete zwischendurch  die „Corona-Null“. In Dorsten steht nach mehrwöchiger Unterbrechung wieder die „Corona-Null“. 1402 Menschen sind seit März im Kreis Recklinghausen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Als genesen gelten inzwischen 1290 Personen. Aktuell sind laut Statistik kreisweit noch 73 Menschen erkrankt, weil es auch 39 Todesfälle gegeben hat, fünf davon in Dorsten. Als zweite Stadt im Kreis Recklinghausen hatte Dorsten (157 Infizierte insgesamt) Ende Mai die „Corona-Null“ vermeldet. Zwischenzeitlich gab es wieder fünf Neuinfektionen, seit 2. Juli steht die Null jedoch wieder. Dazu hat auch die neuerliche Überprüfung eines eigentlich positiven Tests beigetragen (Stand 4. Juli 2020).

Corona-Zählerstand 9. Juli 2020 Kreis Recklinghausen: In den letzten sieben Tagen infizierten sich 26 Personen. – Ingesamt gab es 1414 gemeldete Infizierte, davon 1320 genesen und 39 gestorben; 55 Personen sind aktuell infiziert.

Verbot verlängert: Das Land NRW hat das Verbot für bestimmte Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. Oktober verlängert. In der neuen Coronaschutzverordnung, die am 7. Juli 2020 veröffentlicht wurde, werden als „große Festveranstaltungen“ konkret Volksfeste, Stadt-, Dorf- und Straßenfeste, Schützenfeste und Weinfeste genannt. Andere Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen können bei bestimmten Hygiene- und Abstandsvorgaben erlaubt werden.

Höhere Maskenproduktion: Von September an soll Deutschland nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich zusätzlich herstellen können.

1530 Firmen in Dorsten bekamen Soforthilfe. Dorstener Unternehmen geht es so schlecht, wie lange nicht. Fast alle Branchen leiden, insbesondere aber das Gaststättengewerbe, Unternehmen aus dem Bereich Kultur und Freizeit, Gesundheit, Verkehr und Lagerei. 1530 Firmen in Dorsten haben die Corona-Soforthilfe beantragt. 16,2 Millionen Euro flossen laut aktueller Erhebungen des Landes nach Dorsten. Doch geschenkt wird den Unternehmen nichts. Denn das Nachweisverfahren, wie die Firmen die erhaltenen Zuwendungen verwendet haben und die daraus eventuelle resultierende Rückzahlungen startete Anfang Juli. Bis 30. September haben die Unternehmen Zeit für eine Rückmeldung per Nachweisformular, die Rückzahlung muss spätestens bis zum 31. Dezember 2020 erfolgen. Dass die Firmen sich seit der Aufhebung des Lockdowns schon erholt haben könnten, ist unwahrscheinlich. Wer weiterhin Probleme hat, kann ein neues staatliches Förderprogramm beanspruchen: Überbrückungsgeld. Nachdem das Soforthilfeprogramm ausgelaufen war, hat der Bund weitere Milliarden locker gemacht. Bis zu 3000 Euro können Kleinunternehmer mit bis zu fünf Mitarbeitern bekommen. Insbesondere Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige in Dorsten wurden von der Corona-Pandemie und dem Lockdown kalt erwischt. 1284 Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern in Dorsten haben Soforthilfe beansprucht. 77 Solo-Selbstständige haben Antrag auf Grundsicherung beim Job-Center gestellt (Quelle: Claudia Engel in DZ vom 13. Juli 2020).

Stadt Dorsten hält detaillierte Corona-Zahlen unter Verschluss. 160 Menschen aus Dorsten haben sich seit März mit dem Coronavirus infiziert. Aktuell sind noch drei Menschen erkrankt (Stand Juli 2020), zweimal bereits stand in Dorsten die „Corona-Null“. Diese Zahlen aktualisiert das Kreisgesundheitsamt an jedem Wochentag, mehr Informationen über die Verbreitung des Virus’ gibt es offiziell nicht. Der Stadtverwaltung liegen aber weitere Zahlen vor. Doch diese werden nicht veröffentlicht. Nicht weil dies ein Gesetz verbietet, sondern weil  dies aus datenschutzrechtlichen Gründen  „nicht ratsam“ sei, so der Landrat in seiner Absprache mit den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte. Somit wird nicht bekanntgegeben, ich welchen Stadtteilen Infizierte leben, welcher Altersgruppe und welchem Geschlecht sie angehören. Die Stadt Dorsten hält sich an diese Abmachung. Daher fragt die „Dorstener Zeitung“, ob „tatsächlich der Datenschutz verletzt (wird), wenn man mitteilt, wie viele Menschen in Holsterhausen oder Wulfen erkrankt waren, welcher von drei Altersgruppen sie zuzuordnen sind und ob es sich um Männer oder Frauen handelt?“
Die Stadt Haltern hatte offenbar keine Probleme, die differenzierte Auflistung „ihrer“ 84 Infizierten preiszugeben. Sie gab in der vergangenen Woche der Halterner Zeitung beispielsweise bereitwillig Auskunft (Quelle: Stefan Diebäcker in DZ vom 16. Juli 2020).

Mehr häusliche Gewalt in Zeiten von Corona? Es bleiben Fragen offen. Eine bundesweite Studie ergibt, dass Frauen und Kinder in Coronazeiten mehr häusliche Gewalt erleben. Auch die Polizei im Kreis Recklinghausen hat das erwartet. Die Zahlen sagen etwas anderes. Eine Nachfrage der „Dorstener Zeitung“ bei der Kreispolizei Recklinghausen zeigte ein Ergebnis, das wohl auch die Polizei selbst verblüfft hat. Denn die Zahlen der Vorfälle häuslicher Gewalt seien nicht gestiegen. Die Zahlen sagen allerdings, dass weniger Fälle der Polizei gemeldet wurden.
Gerade bei häuslicher Gewalt geht bei Weitem nicht jedes Opfer zur Polizei. Das belegen die Ergebnisse der ersten großen Studien zu Erfahrungen von Frauen und Kindern in Deutschland mit häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie. Demnach wurden rund drei Prozent der Frauen in Deutschland in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause Opfer körperlicher Gewalt. 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft. Waren die Frauen in Quarantäne oder hatten die Familien finanzielle Sorgen, lagen die Zahlen deutlich höher. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte Hilfsangebote. So kannten zum Beispiel 48,2 Prozent der Opfer die Telefonseelsorge, 3,9 Prozent riefen dort an. 32,4 Prozent kannten das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, 2,7 Prozent hatten sich dorthin gewandt. 44,3 Prozent kannten das Elterntelefon, immerhin 21,5 Prozent hatten dort Hilfe gesucht. Die Jugendämter in Dorsten und Haltern hatten vor Kurzem gemeldet, die Zahl der Fälle von Kindeswohlgefährdung hätten sich nicht verändert (Quelle: Ronny von Wangenheim in DZ vom 10. Juli 2020).

Alkoholkonsum ist bei einem Drittel der Alkoholsüchtigen gestiegen
Der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen. Suchtkranke oder -anfällige Menschen griffen in der häuslichen Isolation häufiger zur Flasche oder sie wurden rückfällig. Ein Bericht der Krankenkassen von Anfang Juli 2020 zeigt: Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen seit der Coronakrise gestiegen. 35,5 Prozent der mehr als 3000 Teilnehmenden gaben bei einer anonymen Online-Umfrage an, während der Covid-19-Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Suchtberater des Caritasverbandes Dorsten und Haltern betreuen 900 Menschen, darunter 300, die langfristig begleitet werden. Durch den Wegfall von Kontrollinstanzen oder der gewohnten Tagesstruktur habe sich die Suchtproblematik vertieft oder sei zum Vorschein gekommen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GKF) wurden seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland 34 Prozent mehr Wein und 31 Prozent mehr Spirituosen verkauft. Unklar sei, so eine Drucksache des Deutschen Bundestages von Juni, ob es sich hierbei um die Verlagerung des Alkoholkonsums nach Hause handelt, weil seit Mitte März 2020 Bars und Restaurants geschlossen wurden und hier somit kein Alkohol mehr konsumiert werden konnte. Suchtexperten sind allerdings von vornherein davon ausgegangen, „dass es unter der COVID-19-Pandemie zu einem Anstieg schädlichen Alkoholkonsums kommen könnte“.

Den Kirchen fehlen Millionen. Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das Jahr 2020 mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern. Bei den katholischen Bistümern waren die Angaben oft etwas zurückhaltender. 24 Bistümer meldeten, dass sie mit spürbaren Einschnitten rechnen (epd).

Vestische Busse werden gesichert. Während des Auftretens des Corona Virus war der Vordereinstieg für Fahrgäste und der Ticketkauf beim Fahrer nicht möglich. Die Vestische plant, den Ticketverkauf in Bussen wieder einzuführen. Für den sicheren Ticketverkauf im Bus trifft das Verkehrsunternehmen bauliche Maßnahmen. Plexiglasscheiben sollen eine Trennung zwischen Fahrgästen und Fahrern schaffen. Die 233 Einsatzfahrzeuge werden nach und nach umgerüstet.

Wird fortgesetzt!

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone

Dieser Beitrag wurde am veröffentlicht.
Abgelegt unter: , Corona-Pandemie