BVH Dorsten

Holsterhausener Fußballverein hatte viele glorreiche Jahre

BVH-Mannschaft .....

Die Holsterhausener BVH-Mannschaft 1963; Bilderklärung unten

Gründungsjahr des Ball-Vereins Holsterhausen-Dorsten (BVH) ist das Jahr 1920. Über eine lange Zeit hinweg waren die drei Buchstaben BVH das Markenzeichen des Dorstener Fußballs. Den Stadtnamen Dorsten fügte man dem Gemeindenamen Holsterhausen an, weil Holsterhausen, damals noch selbstständige Gemeinde, kaum jemand kannte, aber auch, um Verwechslungen mit anderen Gemeinden gleichen Namens zu vermeiden. Gleichzeitig erhielt der BVH als erster Verein Dorstens die Genehmigung, mit dem Stadtwappen auf dem Trikot zu spielen.

Fünf Jahre Verbandsligazugehörigkeit machten den BVH in ganz Westfalen bekannt. Unter der Leitung von Willi Salamon erlebte der Verein einen Boom, um den er von vielen Nachbarclubs beneidet wurde. Kometenhaft stieg damals der Stern dieses Vereins am Fußballhimmel empor. Aus der 1. Kreisklasse Gelsenkirchen führte der damalige Trainer Franz Winkler die Mannschaft in einem Sololauf bis in die Verbandsliga. Mit großem Abstand war der BVH Meister der jeweiligen Klasse. Dies zahlte sich schon bald in barer Münze aus. In der Landesliga kamen 2.000 Fans und noch mehr Besucher zum Holsterhausener Waldsportplatz. In der Verbandsliga angekommen, zählte der Kassierer in einem Meisterschaftsspiel auf dem Waldsportplatz einmal 4.500 Zuschauer. Über 38.000 Besucher wurden in der Saison 1962/63 gezählt. Die Fans des BVH reisten sogar mit, wenn auswärts gespielt wurde: beispielsweise über 1.000 Fans in das 160 Kilometer entfernte Lage/Lippe in Ostwestfalen. Die Rekordmitgliederzahl des Ballvereins Holsterhausens stieg auf 775. Es schlossen sich 1961 die Abteilungen Badminton und 1966 Basketball an, die sich später wieder trennten und selbstständig wurden.

Sprungbrett ins höhere Lager

Internationale Begegnungen gehörten damals ebenso zum Vereinsprogramm des BVH. „Slavia Prag“, Schwedens Vizemeister „Elfsborg Boras“ und viele andere mehr aus Belgien, Holland, Österreich und England kamen ins Waldstadion, um sich sportlich mit dem BVH zu messen. Aber auch bedeutende deutsche Mannschaften wie Schalke 04, Preußen Münster, Rot-Weiß Essen und MSV Duisburg. Natürlich wurden Profivereine auf den BVH aufmerksam. So wechselten etliche Akteure ins Vertrags- oder Profilager. Jürgen Franke war der erste, der den Verein verließ und bei den „Emscherhusaren“ des STV Horst-Emscher anheuerte. Später ging Dieter Feller zunächst zu den Münsteraner Preußen, bevor er in die Schwabenmetropole zum VfB Stuttgart wechselte. Der nächste Spieler, der den Schritt ins Profilager wagte, war Stürmer Günter Pröpper. Für den VfL Osnabrück, RW Essen und den Wuppertaler SV ging er auf Torjagd. Besonders gefürchtet waren seine Kopfbälle, mit denen er Tore schoss, und die bei seinem Stammverein stets für Stimmung sorgten. Einmal erzielte er in einem Spiel auf diese Art neun Treffer. Weitere BVH-Spieler wechselte in höhere Klasse: Karl-Heinz Hähnchen (1. FC Köln), Jürgen Nabrotzki (SW Essen, RW Essen, FC Bocholt), Klaus Keiner (SpVgg. Erkenschwick).

Das Erbe von Franz Winkler trat der Dortmunder altinternationale Erich Schanko an. Unter seiner Regie landete die Mannschaft noch einen Mittelplatz. Da den Verein die guten Talente verließen, war ein Abstieg nicht zu vermeiden. 1968 musste der BVH in die Landesliga zurück, in der er bis 1979 blieb. Damit war auch die glorreiche Zeit dieses Clubs vorbei, der für die Stadt Dorsten lange Zeit ein großer Werbeträger war und ein Stück Fußballgeschichte geschrieben hatte (siehe Pröpper; siehe Winkler). – Zum obigen Foto: Die Meistermannschaft der Landesliga 1963 mit Spielobmann Karl Schonrath, Waldi Kistowski, Franz Schneider, Benno Gesing, Günter Pröpper, Werner Lukaschewski, Klaus Heinrich, Trainer Franz Winkler (stehend von links); Siegfried Diedrich, Artur Bettin, Dieter Feller, Erich Pröpper, Heinz Pröpper (kniend); Foto: Krüger.


Quelle:
Nach Helmut Brumberg „BVH –Markenzeichen des Dorstener Fußballs“ in RN vom März 1989.

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