Bahnhof Dorsten

Langjährige Auseinandersetzung um das mittlerweile desolate Gebäude

Bahnhof Dorsten um 1910

Die kaiserlichen Dorstener Eisenbahner vor ihrem Bahnhof im Jahre 1912

Von Wolf Stegemann – Der 1835 gebaute Dorstener Bahnhof erhielt seine heutige Gestalt 1877. In den Jahren 1908 bis 1912 wurde in mehreren Bauabschnitten der Bahnhof zu einem bedeutenden Knotenpunkt des Güterverkehrs am Nordrand des Ruhrgerbiet ausgebaut. Im Laufe seiner Geschichte stand der Bahnhof mehrmals im Mittelpunkt von Geschehnissen, so, als 1914 die Freiwilligen und Kriegspflichtigen vom Dorstener Bahnhof in ihre Kasernen fuhren, 1919/20 fanden am Bahnhof Kämpfe zwischen Spartakisten bzw. Roter Ruhrarmee und den Freikorps statt, 1923 besetzten die Belgier den Bahnhof und hielten ihn bis Juli 1925 besetzt – sechs Monate länger als die Stadt selbst.

Postkarte mit dem Bahnhof 1913

Postkarte mit dem Bahnhof 1913

Im Zuge des Kanalbaus begannen 1926 die Bauarbeiten für die neuen Eisenbahnbrücken über Lippe und Kanal, die 1945 von der deutschen Wehrmacht gesprengt wurden, um den Vormarsch der Alliierten zu verzögern. Nach dem Wiederaufbau der Brücken konnte 1948 der Zugverkehr zwischen Dorsten und Hervest-Dorsten wieder aufgenommen werden. Mit dem zunehmenden Individualverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Eisenbahn und somit der Bahnhof an Bedeutung. Am 2. März 1965 wurde die letzte im Rangierdienst des Bahnhofs Hervest-Dorsten eingesetzte Dampflok durch eine Diesellok ersetzt (siehe Wasserturm; siehe Eisenbahnlinien; siehe Hervest-Dorsten, Name).

Viele Pläne, kein Ergebnis – zuerst als Kunst- und Kulturbahnhof geplant

Der Dorstener Bahnhof 2003, Foto: JF

Seit Privatisierung der Bundesbahn steht das Gebäude zum Verkauf. 1997 wollten Künstler aus dem Gebäude einen Kultur- und Kunstbahnhof mit Werkstätten und Ateliers für Künstler machen. Die Zusage wurde in „letzter Minute“ von der Deutschen Bahn AG zurückgezogen. 2004 hat ihn die Stadt über die städtische Windor-Gesellschaft von der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) inklusive Parkplätze an der Gelsenkirchener Straße gekauft; insgesamt eine Fläche von 5.000 Quadratmetern. Die Partei „Die Linke“ stellte den Antrag, das Bahnhofsgebäude als „Bürgerzentrum“ einzurichten. Mitte 2010 erwarb der Investor Thomas Fründt den Bahnhof für einen Symbolbetrag von einem Euro von der städtischen Gesellschaft Windor, um eine Gastronomie mit Außenbewirtung einzurichten. Wegen der Insellage des Bahnhofsgebäudes zwischen den Gleisen wurde die vorgesehene Gastronomie-Ansiedlung nicht weiter verfolgt. Eine mögliche Gleisverlegung könnte erst 2018 realisiert werden. Daher möchte der „Investor“ die Immobile wieder an die Stadt zurückgeben. Die Stadt Dorsten bemüht sich seitdem um eine kulturelle Nutzung des Gebäudes.

Langfristige Investitionsplanungen sollen den Bahnhof beleben

Wilde Grafitti in der Unterführung am Bahnhof 2011; Foto: Wolf Stegemann

Graffiti am Bahnhof 2011; Foto: Stegemann

2011 berichtete die Dorstener WAZ, dass zwischen dem Bauministerium NRW und der Deutschen Bahn eine Vereinbarung für den Umbau des Bahnhofs für rund 30 Millionen Euro getroffen worden sei. Wie die WAZ erfuhr, befürwortete das Land die Aufnahme des Großprojekts in die Finanzierungsvereinbarung von Bund und Bahn: „Mit der darin enthaltenen Digitalisierung der Streckentechnik können die stadtseitigen Westgleise des Dorstener Bahnhofs nach Osten verlegt werden, um den Bahnhof aus seiner „Insellage“ zu befreien und an die Stadt anzubinden. Damit verbunden sind großräumige Umbauten des Gleiskörpers, was auch die hohen Kosten erklärt. Ursprünglich war dieses Projekt in der mittelfristigen Investitionsplanung der Bahn nicht vorgesehen und ist nun überraschend hochgestuft worden. Für die Entwicklung der Altstadt ist das Projekt von so weit reichender Bedeutung, dass Bürgermeister Lambert Lütkenhorst es durch ein integriertes Handlungskonzept begleiten möchte.“

Bahnhof Dorsten (heute); Foto: Wikipedia, Stefan

Bahnhof Dorsten heute; Foto: Wikipedia

Ende 2011 wurden Details der Pläne bekannt. Die Deutsche Bahn will die Strecke zwischen Coesfeld und Gladbeck, die über Dorsten führt, für rund 30 Millionen Euro modernisieren. Etwa die Hälfte davon sollen rund um den Dorstener Bahnhof verbaut werden. Allerdings wird für die Umgestaltung der Dorstener Gleisanlagen erst 2013 Planungsrecht geschaffen. Dann wird es noch einmal rund anderthalb Jahre dauern, bis die Westgleise verlegt werden, um somit eine attraktivere Zuwege vom Bahnhof zur Stadt zu schaffen. Die Gesamtmodernisierung der Strecke beinhaltet u. a. eine Umrüstung von derzeit noch mechanischen auf elektronisch gesteuerte Leit- und Sicherheitstechnik.

Fortschreitender Verfall des historischen Gebäudes

Inzwischen verfällt das historische Bahnhofsgebäude immer mehr. Der Eisenbahnfreunde-Verein „OnWheels“ lud im Oktober 2014 zu einer Veranstaltung ins Rathaus ein. Dort wurde vom Verein sowie von Besuchern Unverständnis kritisiert, dass die Stadft den Verfall dieses historischen Gebäudes zugelassen hat.

Land finanziert die Sanierung und Umnutzung des Bahnhofs

Der Bahnhof heute; Foto: Stegemann

Der Bahnhof heute; Foto: Wolf Stegemann

Aus dem Städtebauförderprogramm genehmigte das Land NRW im Juni 2015 für Dorsten 1,8 Millionen Euro, wovon 1,35 Millionen für die Umnutzung und Sanierung des Bahnhofs bestimmt sind. Die Stadt will dort in einem „Stadtteilbüro“ ihr Programm „Wir machen Mitte – Dorsten 2020“ vorstellen. Dazu wird eine Pavillon-Konstruktion aus Containern auf einem der frei geräumten Gleise einstehen, die sich im Besitz der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor befinden. Dafür sind 200.000 Euro eingeplant. Diese Kosten werden vom Land mit 80 Prozent bezuschusst. Außerdem soll ein Informations- und Willkommenscenter für das regionale 2016-Projekt „BahnLandLust“, ein Stadtteil-Büro für vier bis fünf Beschäftigte, Besprechungs- und Informationsräume eingerichtet werden. Im Außenbereich sind Terrassen mit Sitzgelegenheiten geplant. Auch soll von dem Geld eine Machbarkeitsstudie zur Umnutzung des Bahnhofsgebäudes finanziert werden. Da sich Protest gegen die teure Variante eines Pavillon-Containers regte, ließ die Stadt Ende 2015 über die Lokalzeitung veröffentlichen, dass sie doch an eine billigere Version denke. Im Zuge des Projekts soll nun ein Stadtteil-Büro für die Dauer von drei Jahren für das Projekt „Wir machen Mitte 2020“ eingerichtet werden. Die Bezirksregierung Münster teilte Ende 2015 mit, dass sich das Land mit 2,216 Millionen Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes am Dorstener Bahnhofsprojekt beteilige. Die Stadt wird den Bahnhof endgültig behalten und daraus einen „Bürgerbahnhof“ machen. Bürger sollen Ideen beisteuern. Dies wurde in einem „Werkstattgespräch“ Ende April 2016 beschlossen, zu dem das Planungsbüro „modulaorbeat/Imorde“ eingeladen hatten. 40 interessierte Bürger ließen sich die Planungen erklären. Ankermieter wird die „Dorstener Arbeit“ sein. Unterstützt wird das „Bürgerbahnhof“-Projekt aus Landesfördermitteln „Wir machen Mitte – Dorsten 2020“. Gemeinnützigen Gruppen und Vereinen stehen Räume für ihre Ideen und Nutzungen zur Verfügung.

Umfangreiche Umbaupläne der Bahn bis über das Jahr 2020 hinaus

Jahrzehntelanger Schandfleck; Foto: Stegemann

Jahrzehntelanger Schandfleck; Foto: Stegemann

Bis Ende 2018 wird der Umbau der Bahnsteig- und Gleisanlagen am Dorstener Bahnhof abgeschlossen sein, so die Projektleitung der Deutschen Bahn Duisburg. Die Kosten dafür betragen 30 Millionen Euro, um die Bahnstrecke zwischen Coesfeld und Gladbeck-Zweckel zu modernisieren. Mehr als die Hälfte des Geldes wird auf Dorstener Gebiert investiert. Darunter fallen auch Rampen für Rollstuhlfahrer und andere behindertengerechte Zugänge. Die stadtseitigen Westgleise werden abgebaut und zu dem Ostgleis verlegt. Der Zugverkehr wird dann an der Seite zur Gelsenkirchener Straße hin abgewickelt. Von dort wird es dann einen  direkten Zugang zum „Borkener“ geben. Die Gleise für den „Oberhausener“ werden nicht mehr benötigt, wenn diese Bahnlinie eingestellt wird. Denn der „Borkener“ soll dann jede halbe Stunde fahren. 2019 wird auf der Ostseite ein neues Gleis für den „Coesfelder“ gebaut. Bis dahin soll es einen Behelfsbahnsteig geben. Zu den Neuerungen gehört auch der Abriss der West-Unterführung zur Stadt hin sowie als Ersatz ein ebenerdiger Zugang von der Stadt zu den Gleisen – aber erst nach 2020.
Stadt und Deutsche Bahn stellten im September 2018 den genauen Zeitplan vor: Bis 2022 soll alles fertig sein. Schon seit April läuft der Neubau der Bahnsteige. Sie werden behindertengerecht, es gibt neue Wartehäuschen und alles wird neu beleuchtet. Nächstes Jahr wird dann auch das Bahnhofsgebäude und das ganze Umfeld neu gestaltet. Ins Gebäude kommt unter anderem ein Café. Drum herum wird alles offener und freundlicher. Zum Beispiel verschwindet auch die dunkle Unterführung, in der sich viele Fahrgäste unwohl fühlen, weil da immer wieder Straftaten passieren. Insgesamt kostet der ganze Umbau 15 Millionen Euro.

Verfallender Bahnhof im Mittelpunkt einer Licht- und Klanginstallation

Licht- und Klanginstallation 2016; Foto: Doris Gerhard

„Blitzkunst“ nannte Sabine Bachem, Vorsitzende des Kunstvereins „VirtuellVisuell“ das Kunstprojekt am Dorstener Bahnhof. Rund 100 Besucher sahen 2016 das Kunstprojekt, in dessen Mittelpunkt der verfalle Bahnhof stand. Licht- und Klanginstallationen bei einbrechender Dunkelheit, Mit ständig wechselndem Licht und musikalischen Klängen wurde das hektische Ankommen und Abfahren der Züge dargestellt. Eine Nebelmaschine ließ alte Zeiten wieder auflebe, als Qualm aus den Schornsteinen der Dampfloks den Bahnhof einhüllten. In den nächsten Jahren sollen weitere Kunstaktionen folgen: 2017 zwei, 2018 drei. Im Jahre 2020 soll dann der sanierte und umgebaute Bahnhof als „Bürgerbahnhof“ und somit als Treffpunkt für Kunst und Geselligkeit wiedererstehen.
Es gibt mehrere heruntergekommene Bereiche in der Stadt. Zum Schandfleck der Stadt ist mittlerweile – und schon seit langem – das Bahnhofsgebäude mutiert (siehe Bilder oben).  Das fiel sogar der angesehenen „Süddeutschen Zeitung“ in München auf. Denn Karl-Heinz Büschemann schrieb am 22. Juli 2016 unter dem Titel „Vom Kurs abgekommen“ über den Dorstener Bahnhof und nimmt ihn als einleitendes Beispiel für einen kritischen Artikel über die Deutsche Bahn. Da ist zu Lesen:

„Der Bahnhof der westfälischen Stadt Dorsten ist steingewordene Tristesse. Fenster und Türen des Gebäudes von 1879 sind vernagelt. Die Reisenden müssen außerhalb des Bahnhofs in heruntergekommener Umgebung auf die Züge warten. Dieser Bahnhof ist keine Werbung für eine Stadt mit 76.000 Einwohnern. Er ist Zeugnis von Vernachlässigung. Er steht für eine falsche Verkehrspolitik, aber auch ein Bahn-Management, das die Misere des Unternehmens nicht in den Griff bekommt…“ – Wie wahr!

“Vorhang auf!” für weitere Aktionen am Bahnhof; Foto: Helmut Frenzel 2017

„VORHANG AUF!“ – Ouvertüre für den künftigen „Bürgerbahnhof“

Um den denkmalgeschützten und dennoch baulich stark verkommenen Bahnhof wieder ins gute Rampenlicht der Stadt zu stellen, hat sich eine „Bahnhofsfamilie“ gebildet, der Bürger (darunter Mitglieder von etlichen Vereinen), Architekten und Vertreter der Stadt und diverser Behörden angehören. Sie wollen das historische Gebäude als „Bürgerbahnhof“ herrichten. Gemeinnützige Vereinen und Gruppen, Gastronomie, die Arbeitsbehörde „Dorstener Arbeit“ (Qualifizierungsmaßnahmen), aber der übliche klassische Service für Bahnreisende sollen dort unterkommen. Förderanträge werden beim Land gestellt.Im Rahmen des Stadtprojekts „Wir machen Mitte“ ging Ende Mai 2017 am Bahnhof mit einer auf die spätere Nutzung hinweisenden Kunstaktion des Vereins „VirtuellVisuell“ der „VORHANG AUF!“. Als Aufruf, es möge endlich losgehen, aber zugleich als Sinnbild, dass Bewegung in die Sache kommt, nahm die Aktion sich der großen gründerzeitlichen Fenster an, die das Erscheinungsbild des Bahnhofs maßgeblich prägen. Brigitte Stüwe hob mit ihrer Fenster-Installation „VORHANG AUF!“ die optische Schwere des unsägliche heruntergekommen Bahnhofs für acht Tagen auf und brachte Farbe und Bewegung in den Bahnhof.

 1. September 2019 Geburtstagsfest des 140 Jahre alten Bahnhofs

Die sogenannte „Bahnhofsfamilie“ informierte an einem der zahlreichen Stände über die Sanierung des Bahnhofgebäudes. Neben dem Gebäude wird sich bekanntlich auch das Bahnhofsgelände verändern. „Die Unterführung soll zu einem Teil verschwinden, und es ist zum Beispiel bis 2022 auch eine Ladestation für E-Bikes geplant. Zur Geburtstagsfeier gehörten auch die Fahrt des Schienenbusses „Roter Brummer“ und ein Grafitti-Workshop. Nach der Sanierung ist in dem Bahnhofsgebäude eine Gastronomie geplant, betrieben von der Dorstener Arbeit. Sie soll zu Ausbildungszwecken dienen und deshalb eine offene Küche haben, die sich jeder ansehen kann. Gruppenräume in dem Bahnhofsgebäude können für Veranstaltungen gemietet werden.

Alle Weichen für Groß-Umbau sind gestellt

Mit 10 Millionen Euro Kosten wird der Bahnhofsbereich in Dorsten umgebaut. Ende Juli 2020 hat das Eisenbahnbundesamt die dafür nötigen Flächen freigegeben. Und zwar für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, das die Dorstener Arbeit als Ankermieter und mehrere Vereine (die „Bahnhofsfamilie“) als Bürgerbahnhof nutzen werden, in einen Rad- und Fußweg parallel zu den Gleisen, in einen neuen Bahnhofsvorplatz und die Radstation. Mit den Arbeiten wurde 2020 begonnen.

„Puzzle-Steine“ für 62.000 Euro – Hälfte der Finanzierung gesichert

Der Kunstverein Dorsten profitiert vom Altstadtfonds: Für das geplante Puzzle-Steine-Kunstwerk am Bahnhof gibt es mehr als 30.000 Euro. Die Skulptur heißt „Puzzle-Steine“. Das aus drei großen, jeweils bis 1,40 Meter hohen Natursteinquadern bestehende Kunstwerk des Steinbildhauers Rainer Kuehn soll als Geschenk des Dorstener Kunstvereins an die Stadt demnächst den neu gestalteten Bahnhofvorplatz schmücken. Es soll die „vernetzende und verbindende Funktion“ des Bahnhofs symbolisieren – und sogar als Sitzmöglichkeit dienen. Nun ist auch die Finanzierung des 62.000 Euro teuren Projekts geklärt. Die Hälfte der Kosten wird aus dem Altstadtfonds beglichen. Diesen Zuschuss hatte der Altstadtfonds-Beirat Anfang Februar 2022 genehmigt, wie der Citymanager Christoph Krafczyk vom Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ der „Dorstener Zeitung“ mitteilte. Der Rest soll aus Spenden und Eigenmittel des Kunstvereins aufgewendet werden. – Das Foto zeigt den Kunstvorsitzenden Schwanenberg (li.) und den Steinbildhauer Rainer Kuehn.

Die Politik entschied: Bahnhofsbereich heißt „Johannes-Rau-Platz“

Nach den kontroversen öffentlichen Diskussionen haben CDU und SPD im Bauausschuss am 14. Juni 2022 mit ihrer Mehrheit beschlossen, dass der Bahnhofsbereich künftig „Johannes-Rau-Platz“ heißen wird. Damit wurde der frühere SPD-Politiker, Bundespräsident und NRW-Ministerpräsident geehrt und eine mitunter heftige öffentliche Diskussion um den Namen des Bahnhofvorplatzes beendet. Die Grünen wollten die Entscheidung vertagen, um zu prüfen, ob eventuell eine lokale und weibliche Person als Namensgeberin infrage käme, deren Lebenswerk man damit ehren könnte. Mitglieder der Bürgerrunde Feldmark kritisierten, dass sich Verwaltung und Politik schon auf einen Namen verständigt hätten, bevor ihre Stadtteilkonferenz getagt habe. Dem widersprach die Verwaltung, denn bei neuen Straßenbezeichnungen würden Bürger zwar angehört, die Entscheidung allerdings die Politik entscheide. Das Bahnhofsgebäude, bislang „Vestische Allee 14“, wird in „Johannes-Rau-Platz 1“ umbenannt.

Bürgerbefragung nur lokalpolitischen Geplänkel?

Die „Dorstener Zeitung“ hatte mit einer Umfrage die Bürgermeinung erfragt. Diese ergab ein anderes Stimmungsbild. Die Bezeichnung „Bürgerbahnhof“ lag mit 30,9 Prozent aller abgegebenen Stimmen deutlich vorne. „Tisa-von-der-Schulenburg-Platz“ (17,1 Prozent) und „Bahnhofsplatz“ (16,7 Prozent) lagen ebenfalls noch vor dem „Johannes-Rau-Platz“ (10,2 Prozent). Schlusslicht war der „Hanseplatz“ (6,9 Prozent). Weitere Bezeichnungen wurden von den 267 Dorstener/innen per Email der Lokalzeitung zugeschickt, wie: „Hans-Lampen-Platz“ (Ehrenbürger und Ex-Bürgermeister), „Johanna-Eichmann-Platz“ (Ordensschwester und Ehrenbürgerin), „G.-Paeffgen-Platz“ (Architekt des Bahnhofs), „Platz der Begegnungen“, „Yjzaak-Rabin-Platz“ (Friedensnobelpreisträger, wegen der Nähe zum Jüdischen Museum), „Platz des Friedens“ und „Platz der Toleranz“.

DZ-Leserbrief: „Die Diskussion um den Johannes-Rau-Platz ist grotesk!“

Leserbriefe an die „Dorstener Zeitung“ vom 14. Juni 2022 zu dem in der Lokalzeitung erschienen Artikel „Baudezernent lehnt Bürgervorschläge zum Bahnhofsvorplatz ab?“ (Auszüge):
Werner Arend: „Es ist keine ausgereifte Idee der SPD, den Bahnhofvorplatz nach Johannes Rau zu benennen. Rau hat zu der Stadt Dorsten keine Beziehung. Wenn seine Berufung zum Bundespräsidenten das entscheidende Kriterium sein soll, muss er sich mit anderen Amtsinhabern messen lassen. Da ist an Weizsäcker zu denken, der mit seiner Rede zum Ende des Weltkriegs das Denken der Deutschen geändert hat. Er hat diesen Tag nicht wie bisher als Erinnerung an den verlorenen Weltkrieg gewürdigt, sondern als Tag der Befreiung von einem verbrecherischen System. Auch korrigierte er die bisherige Sichtweise, das Attentat vom 20. Juli sei niederträchtig gewesen, als den mutigen Versuch, einen Tyrannen und millionenfachen Mörder zu beseitigen. Zu denken ist auch an Roman Herzog, der mit seiner Ruck-Rede Deutschland aus dem wirtschaftlichen Schlaf wecken wollte. In Betracht kommt auch Helmut Schmidt, der gegen den Willen eines großen Teils seiner Partei den NATO-Doppelbeschluss zur militärischen Absicherung Deutschlands durchgesetzt hat. Oder Schwester Paula, eventuell in Verbindung mit ihrem Bruder Fritz der an dem Attentat auf Hitler als enger Freund von Stauffenberg beteiligt war und anschließend hingerichtet worden ist. Von-der-Schulenburg-Platz – in diese Liga passt Johannes Rau nicht. Ein leidenschaftlicher Witze-Erzähler zu sein, reicht nicht.“
Britta Lange: „Keine Frage: Johannes Rau ist eine ehrenwürdige Person, hat sich für NRW verdient gemacht und war in den 80er-Jahren sogar mal zu einem Besuch in Dorsten. Der Name „Johannes-Rau-Platz“ würde sicherlich gut zum benachbarten „Willy-Brandt-Ring“ passen, aber mit dem Namen „Am Bürgerbahnhof“ oder „Platz am Bahnhof“ hätte man doch gleich eine geografische Orientierung und man bräuchte nicht lange überlegen, wo dieser Platz in Dorsten liegt. Ich bin engagierte Feldmärkerin und wohne vis-a-vis vom Bahnhof, kann mich leider mit dem Vorschlag aus der Bürgerrunde Feldmark nicht anfreunden und favorisiere einen Namen, in dem unser historischer Bahnhof vorkommt.
 Gerhard Schute: „Die Diskussion um den Johannes-Rau-Platz ist grotesk. Wenn es einen solchen Platz als Erinnerung an einen ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten, der übrigens nie eine besondere Beziehung zu Dorsten hatte, unbedingt geben muss, dann sei das vielleicht so, aber dafür nun ausgerechnet den Platz am Bürgerbahnhof zu missbrauchen, ist völlig daneben. Um mit einem Straßenschild an Johannes Rau zu erinnern, dafür wird sich schon noch ein Plätzchen finden lassen in Dorsten. Wenn es denn unbedingt sein muss… Ein Tisa-Platz zum Beispiel wäre mir wichtiger.“

Bahnhofsbaustelle liegt seit Monaten still. Weitere Verzögerungen

Anwohner des Bahnhofbereichs beschwerden sich über die „Dorstener Zeitung“, dass der Bahnhofsplatz durch eine städtische Aktion bereits einen Namen bekommen habe, nämlich „Johannes-Rau-Platz“, es sich aber seit dem Abriss des stadtseitigen Tunnels auf der Baustelle für den geplanten Bahnhofs-Vorplatz seit Monaten nichts mehr tue. Der Wildwuchs nehme auf der seit Monaten brachliegenden Baustelle überhand. „Ein besorgniserregender Zustand.“ Die Stadt erklärt auf Anfrage der „Dorstener Zeitung“, dass es mehrere Gründe dafür gebe, dass die Bahnhofsvorplatz-Baustelle derzeit still steht. Zum Beispiel personelle Engpässe in der Stadtverwaltung. Auch bei den beauftragten Unternehmen komme es immer wieder zu Verzögerungen. So seien einige Monate vergangen, bis ein Bodengutachten vorlag, das für die Errichtung von Spundwänden notwendig sei. Eigentlich hatte die Stadt gehofft, dass die Arbeiten im Herbst 2022 abgeschlossen werden könnten.

Eröffnung des Bürgerbahnhofs doch nicht 2022 – aber für 2023 geplant

Still ruht die Baustelle für den neuen Bahnhofsvorplatz in Dorsten. Und das hat auch Auswirkungen auf das Stationsgebäude: Der „Bürgerbahnhof“ wurde doch nicht mehr im Jahr 2022 eröffnet, wie es die Stadt geplant und veröffentlicht hatte. Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten für den neuen Bahnhof-Vorplatz in Dorsten haben Auswirkungen auf den geplanten „Bürgerbahnhof“: Auch dessen ursprünglich für diesen Herbst 2022 geplante Eröffnung musste auf 2023 verschoben werden, weil die Arbeiten teils voneinander abhängig seien. Mitte 2022 lief die Ausschreibung zur weiteren Herstellung des Bahnhofsumfelds. „Die Submission ist im August vorgesehen, geplanter Baubeginn im September“, heißt es vonseiten der Stadt. Ziel sei es, das Bahnhofsgebäude „schnellstmöglich“ in Betrieb zu nehmen. Deswegen sollen in Absprache mit der dann fest stehenden Baufirma – vorausgesetzt, es gibt Angebote – „die notwendigen Flächen und Zuwege um das Empfangsgebäude herum“ zeitlich vorgezogen werden. Während die Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz derzeit ruhen, schreiten sie nach Angaben der Stadt am Gebäude selbst, in dem die Dorstener Arbeit unter anderem mit einer Gastronomie einziehen soll, „kontinuierlich voran, wenngleich es bei einzelnen Schritten auch zu Ausfällen und Verzögerungen kommt“. Aktuell laufend oder vor dem Abschluss stehen die Rohinstallationen für Elektro und Sanitär sowie die Dach- und Fassadenarbeiten. Die Stadt ist bei der genauen Zeitplanung zurückhaltend: Jede Verzögerung bei einem Gewerk könne Auswirkungen auf nachfolgende Gewerke haben.

Nach nochmaliger Verschiebung: Eröffnungstermin im Februar 2024

Es war eines der größten „Wir-machen-Mitte“-Umbau-Projekte. Nach Angaben der Stadt steht der Eröffnungstermin der Bürgerbahnhofs mit Gastronomie fest: Mit einem großen Fest am 23. Februar ab 10 Uhr sowie einem bunten Veranstaltungsreigen bis einschließlich 3. März, können die Dorstener den neuen Bürgerbahnhof und seine vielen Angebote und Möglichkeiten kennenlernen. Das Gebäude wird als Ankermieter von der städtischen Beschäftigungsgesellschaft „Dorstener Arbeit“ betrieben, die einen Teil der Räumlichkeiten selbst für Büros und Qualifizierungsmaßnahmen nutzt, einen anderen Teil Bürgergruppen und Vereine für Seminar- und Arbeitstreffen zur Verfügung stellen wird. Im Mittelpunkt aber steht eine Ausbildungsgastronomie mit top-eingerichteter offener Küche, in der die Reisenden und anderen Gäste an einer Theke frisch zubereitete Speisen erhalten als auch im renovierten Wartesaal an Tischen bedient werden. Am 23. Februar sollen aber auch das neue Bahnhofsumfeld und der Johannes-Rau-Platz rund um das Gebäude eröffnet werden. Der gesamte Bereich ist ein großes und immer wieder aus unterschiedlichsten Gründen verzögertes Projekt des großen Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte“, das für mehr als 12 Millionen Euro umgestaltet worden ist – inklusive Umbau der Radstation. Durch die Verlegung der stadtseitigen Gleise und den Abriss des stadtseitigen Tunnels konnte nicht nur das Bahnhofsgebäude aus seiner Insellage befreit, sondern auch die Altstadt durch eine neu gewonnene Fläche erweitert werden. Vor allem im ehemaligen Tunnelbereich ist aber derzeit noch Baustelle.

Abschluss der langen Umbauarbeiten und offizielle Neueröffnung

Dorstener strömen am 23. Februar 2024 in Scharen zur Eröffnung des umgebauten Dorstener Bürgerbahnhof. Darauf haben die Dorstener lange warten müssen: Der neue Bürgerbahnhof ist jetzt offiziell eröffnet worden. Joachim Thiehoff vom städtischen Büro für Bürgerengagement, der das inhaltliche Konzept für das städtebauliche Schmuckstück mit der „Bahnhofsfamilie“ begleitet hat. Und so schoben sich nachmittags zahlreiche Menschen durch das Bistro namens „Speisesaal“, besuchten die Kunstausstellung „Gerettete Vergangenheit“, ließen sich von Mitarbeitern des Ankermieters „Dorstener Arbeit durch die Mehrzweckräume führen, die auch von Dorstener Vereinen, Initiativen und Privatleuten angemietet werden können. Dazu gab es Infostände vom ADFC, der Stadtagentur, Live-Musik des Wulfener Gitarristen „Akra Boa“ und wer wollte, der konnte die illustre 80-seitige Broschüre mit nach Hause nehmen, in dem der langjährige Weg der einst verrammelten und verfallenen Immobilie zum Vorzeigeobjekt beschrieben wird. Und schon bereits am Freitagmorgen gab es einen „großen Bahnhof“ –  beim Festakt vor den geladenen Gästen, die an der Erfolgsgeschichte mitgewirkt hatten. Sogar die Musik passte zum Eisenbahn-Thema, als Eva und Daniel Gruber die swingende Dampflok-Reise namens „Chattanooga choo choo“ von Glenn Miller intonierten. Josef Hovenjürgen, CDU-Landtagsabgeordneter und parlamentarischer Staatssekretär, lobte in Vertretung der wegen eines anderen Termins verhinderten NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach das gut 12 Millionen teure Denkmal-Sanierungsprojekt: „Hier zeigt sich Städtebauförderung von seiner besten Seite“, so der Politiker: Der Bürgerbahnhof sei kein reiner „Abfahrtsort mehr, sondern ein Aufenthaltsort“. Bürgermeister Tobias Stockhoff ließ die langjährige und herausfordernde Planungs- und Bauzeit Revue passieren: Der Bürgerbahnhof als damalige Regionale 2016-Idee sei schließlich der Türöffner für „Wir-machen-Mitte“ gewesen – „und ist schließlich als letztes Stadtumbau-Projekt fertig geworden“. Besonders hob er die Unterstützung der Dorstener Politik hervor. Trotz der zweistelligen Millionen-Kosten „haben die Fraktionen immer Vertrauen in alle Beteiligten gesetzt“. Heidi Göbel als Vertreterin der „Bahnhofsfamilie“ (die die bürgerschaftliche Nutzung des Gebäudes vorbereitet hatte) bedanke sich insbesondere beim städtischen Architekten Michael Wieners für dessen Engagement während des Gebäude-Umbaus. Und am Ende überreichte dessen oberster Dienstherr Tobias Stockhoff symbolisch eine Schlüsselkarte an die neuen Träger der Immobilie. Und zwar an Geschäftsführer Jürgen Erhardt, Projektleiterin Ute Blume und Bistro-Chef Thorsten Benninghoff von der gemeinnützigen „Dorstener Arbeit“, die den Bürgerbahnhof für die eigene Arbeit nutzt, aber auch die Mieträumlichkeiten verwaltet und wochentags den „Speisesaal“ als Qualifizierungs-Gastronomie betreibt.

Bürger/innen sprachen über bürgerschaftliches Engagement

Auf Einladung des Verkehrsvereins Dorsten und des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten waren im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten zum Bürgerbahnhof 35 Bürgerinnen und Bürger zu einem eher philosophisch ausgerichteten Gespräch über das bürgerschaftliche Engagement zusammengekommen. Abseits sonst üblicher Konferenzgespräche gewährten die Anwesenden recht persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen und Motive für ihr Engagement. Das war auch die Idee für den Abend, ein einfaches Plaudern über Fragen der Stadtgesellschaft, ihren Zusammenhalt und das Mitwirken der Bürgerschaft. Was bewegt Menschen, sich für Ihre Stadt einzusetzen?
„Es wurde deutlich, dass das Gemeinsame ein entscheidender Faktor ist. Wie kommen wir mit Menschen in Kontakt, die sich für ihre Stadt interessieren und sich mit anderen zusammentun möchten“, sagt Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten, das seinen Sitz im Stadthaus an der Lippestraße hat. Ein Anliegen sei auch, dass das bürgerschaftliche Engagement gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Unternehmen in Dorsten weiterentwickelt wird. „Es wurde vereinbart, dass solche Gespräche in Zukunft fortgeführt werden sollen“, so Joachim Thiehoff,

Buch erschienen: „Bahnhof Dorsten – der Weg zum Bürgerbahnhof“

Zur feierlichen Eröffnung des Bahnhofs und seines Umfelds am 23. Februar 2024 eschien ein Buch, das die Stadt Dorsten in Zusammenarbeit mit der „Bahnhofsfamilie“ mit dem Titel   „Bahnhof Dorsten – der Weg zum Bürgerbahnhof“ herausgab. Auf rund 80 Seiten informiert das Buch mit einer Chronologie über den Umbaus, aber etwa auch über die Geschichte des 145 Jahre alten Bahnhofsgebäudes. Es ist ab dem 23. Februar kostenlos im Bürgerbahnhof und in der Stadtagentur in der Lippestraße erhältlich.

Reinhold Brämiks Liebesgedicht über Dorstens Bürgerbahnhof

Der Wahl-Dorstener Reinhold Brämik hat einen Liedtext für die Stadt geschrieben, in der er lebt. In acht Strophen bringt er seine Gefühle über Dorsten zum Ausdruck. Seit rund 40 Jahren wohnt er nun schon in der Lippestadt. Besonders beeindruckt haben den 75-Jährigen die umfangreichen „Verschönerungen“ der vergangenen Jahre. Die Eröffnung des Bürgerbahnhofs am 23. Februar 2024 weckte den Wunsch, seinen Liedtext „Mein Lied für Dorsten“ zu vollenden. Angefangen hat er sein Projekt nach einem Bürgerfest zum Abschluss des Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte“ im Jahr 2022. „In der Stadt wurde Danke gesagt und das habe ich zum Anlass genommen“, erklärt der pensionierte Lehrer. Mit der Fertigstellung des Bahnhofs möchte er sein Werk nun abschließen. Aber ein wichtiger Bestandteil fehlt ihm noch: Sein Lied hat noch keine Melodie. „Ich habe eine Idee im Kopf, aber kann keine Lieder komponieren“, sagt er. Seit einigen Jahren ist der Wahl-Dorstener stark hörgeschädigt. Ein Implantat und ein Hörgerät helfen ihm, im Alltag zurechtzukommen. Die Welt hört sich für ihn seitdem jedoch anders an: „Es ist schade, aber ich kann damit leben“, blickt er nach vorne. Auch seine Gitarre kann er nicht mehr spielen, da sich die Töne für ihn anders anhören. Trotzdem möchte er seinen Worten über Dorsten durch eine Melodie Leben verleihen.
Reinhold Brämik hat einige Jahre in Gladbeck gewohnt. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, erklärt er. Und so schreibt er in seinem Lied von der schönen Natur, die sich ideal für Radtouren eignen, schwärmt vom Zechengelände Fürst Leopold, den klugen Frauen aus Dorsten oder den Sterneköchen. In „Seht euch doch die schöne Altstadt mal an – und danach ist dann auch der Bürgerpark dran“ lobt er weitere Projekte der Stadtumgestaltung. Besonders viel Gefallen findet er am Amphitheater im Bürgerpark: „Das ist eine tolle Sache. Da war mein Enkelkind zur Einschulung. Dort wurden alle Klassen nebeneinander aufgereiht. Das ist alles perfekt durchdacht“, erzählt er.

In einer Strophe beschreibt er, wie sich selbst ein Fremder durch die Schönheit der Stadt in ihr niederlassen möchte. Weiterer Inhalt seines Liebeslieds an seinen Wohnort ist der neue Bürgerbahnhof:

Am Dorstener Bahnhof lief alles nach Plan:
Er wurde komplett renoviert!
Kommt ihr ab heut’ mit dem Zug einmal an,
glänzt alles neu und poliert.

Der Zutritt nach Dorsten ist praktisch und schön:
Steigt ein / aus in Dorsten – ihr werdet es seh’n!
Wir singen vor Freude nun ebenso schön
für den Bürgerbahnhof von Dorsten.

  • Bundesweit das Kiffen an Bahnhöfen untersagt. Trotz der Cannabis-Legalisierung sollen Joints an deutschen Bahnhöfen tabu sein – die Deutsche Bahn passt ihre Hausordnung entsprechend an. „Abgeleitet vom gesetzlichen Verbot von Cannabis-Konsum tagsüber in Fußgängerzonen oder im Umfeld von Schulen und Spielplätzen möchten wir unsere Reisenden, vor allem Kinder und Jugendliche, an unseren Bahnhöfen schützen. Deshalb werden wir den Konsum von Cannabis in unseren Bahnhöfen generell untersagen. Dafür passen wir unsere Hausordnung zeitnah an“, sagte eine Bahnsprecherin der „Bild am Sonntag“. Die neue Hausordnung soll demnach gegen Ende Mai 2024 fertig und rechtsgültig sein. Ab Juni verfolge die Bahn Verstöße dann, zuvor würden Bahn-Mitarbeiter die Reisenden mit „freundlichen Aufforderungen und Hinweisen“ bitten, das Konsumieren von Cannabis zu unterlassen. Das gilt auch für die Raucherbereiche, die es an manchen Bahnhöfen gibt, wie die Bahn bestätigte. Auf deutschen Bahnhöfen gibt es bereits ein generelles Rauchverbot, ausgenommen sind nur gekennzeichnete Bereiche. Cannabis zu konsumieren soll aber auch dort untersagt sein (dpa).

Siehe auch: Bahnhöfe (Artikelübersicht)


Quellen (Platzname): DZ vom 1. Nov. 2021, vom 10. Juni, 16. Juni, 18. Juli 2022. – Brämiks Liebesgedicht: Alexandra Schlobohm in DZ vom 10. Febr. 2024. – DZ vom 24. Febr. 2024

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