Agatha, hl.

Bei Bränden suchten Dorstener Zuflucht bei der Guten und Heiligen

Griechisch „Die Gute“, sizilianische Märtyrerin, gestorben zwischen 249 und 251, Tag: 5. Februar. – Ursprünglich war die Pfarrkirche von Dorsten St. Johannes und St. Nikolaus geweiht. Aber bereits in einer Urkunde von 1359 heißt es, dass die Patrone der Pfarrkirche Johannes der Täufer und die Jungfrau Agatha seien. k-kirchenpatrone-agathaOffensichtlich hatten die Dorstener wegen der vielen Brände in der Stadt ihre Zuflucht zu St. Agatha gesucht. Danach und vor allem nach den großen Bränden von 1704, 1706 und 1761 entstanden der besondere Agatha-Kult und die Feiern der Agatha-Andachten in der Pfarrkirche. Der 1945 zerstörte flämische Hochaltar hatte Bezüge zur Agatha-Verehrung. 1870 entdeckte man bei der Restaurierung die Konsekrationsurkunde von 1520 mit dem Hinweis „in honor. B. Agathae martyris et Joa. Baptistae“. Auf Spitzenkonsolen standen die Figuren der Patrone St. Agatha und St. Nikolaus. Die vier kleinen Bilder der Pedrella stellten Begebenheiten des Martyriums und den Tod der hl. Agatha dar. Heute erinnert auch eine Agatha-Plastik von Tisa von der Schulenburg an das Patrozinium. Es ist ein Frühwerk Tisas in Dorsten (1950-1952) und befindet sich neben dem Zugang zur Krypta. Im Turm hängt eine 1.000 kg schwere Glocke von 1732 mit einer Darstellung der Heiligen. Die Glockenumschrift bezieht sich auf die Patronin. Auch ist eine katholische Grundschule nach der Heiligen benannt. Eine heilige Agatha-Figur (15. Jahrhundert) aus Holz, die bis zur Auflösung des Heimatmuseums dort untergebracht war, hat die Stadt 2004 der Agathakirche zusammen mit einer Sandstein-Madonna aus dem 16. Jahrhundert als Dauerleihgabe überlassen. – Foto: Die hl. Agatha in Holz geschnitzt von S. Paula 1947. Die Figur steht in der St. Agathakirche.


Siehe auch:
St. Agatha


Quelle:
Hans Georg Kollmann „Agatha – eine im Vest vergessene Patronin gegen Feuergefahr“ in VK 1997.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone