Afrikafreunde Wulfen

Hilfe für Familien, Schulen, Landwirtschaft in Muona / Malawi

Peter Brzezinski, Bernhard Heming, Günter Hessing, Richard Vadder,  Hannes Schürmann (v. l.)

Aus der Verbindung der Wulfener Matthäus-Kirchengemeinde, die besondere Verbindungen zu Hilfsprojekten in Malawi unterhält, entstanden im Oktober 2006 die „Afrikafreunde Wulfen“, eine Gruppe von fünf von Afrika begeisterten Männern. Das waren Hannes Schürmann, Peter Brzetinski, Bernhard Heming, Günter Hessing und Richard Vadder. Sie besuchten 2006 die Missionsstation im Süden von Malawi. Seither engagieren sich die Afrikafreunde u. a. für verschiedene Projekte in Muona. Dazu zählen u. a. Bildungsprojekte, Schulneubeuten und Brunnenbau. Mit dem Zusatz „The Big Five“ im Logo der Wulfener Afrikafreunde sind hier nicht die fünf großen Wildtiere Afrikas gemeint, sondern die Wulfener, welche diese Bezeichnung von den örtlichen Kontaktpartnern und dem Präsidenten der Muona-Stiftung, William Allan, bekommen haben. Die Muona-Foundation ist eine nichtstaatliche Organisation, die nach dem Besuch der Wulfener im Jahr 2006  gegründet wurde. Muona befindet sich im Nsanje Distrikt, dem südlichsten Bezirk Malawis. Die meisten Menschen in dieser Region leben von der Landwirtschaft als Selbstversorger, die gerade genug Nahrung für die eigene Familie anbauen können. Andere verdienen ihren Lebensunterhalt durch Fischfang am Ufer des Shire Flusses. Die Muona-Stiftung wurde gegründet, um das Leben der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Dank vieler Spenden konnten bislang viele Projekte unterstützt werden

Die Wulfener kümmern sich um Schulmöbel für die Fatima Jungenschule in Muona. Ziel ist es, eine Klassenraumausstattung mit Schultischen und Bänken für etwa 100 Schüler für die Jungenschule anzuschaffen (Foto: Wulfener besichtigen removiertes Klassenzimmer). Mit Spenden konnten drei Klassenräume komplett mit Schulmöbeln, neuen Schultafeln und neuem Anstrich ausgestattet werden. Niederländer und Schotten haben nach den Wulfenern das Projekt fortgeführt, so dass alle zehn Schulklassen renoviert und mit neuen Schulmöbeln ausgestattet werden konnten. Unterstützt wurde der Bau eines  Ausbildungszentrums für Frauen und Männer, vor allem für Schulabbrecher, damit diese eine „Technische Ausbildung“ erhalten. Dann wurden die Klassenräume einer Gemeinschafts-Sekundarschule in Muona renoviert und ausgestattet. Schüler, die sich nach der achtjährigen Grundschulzeit den Besuch einer weiterführenden Schule finanziell nicht leisten konnten, wurden finanziell unterstützt.

Eine große Überschwemmung richtete große Schäden an

Im Januar/Februar 2015 wurde Muona von einer großen Überschwemmung heimgesucht. Komplette Dörfer wurden von den Fluten weggeschwemmt. An höher gelegenen Stellen erfolgte der Wiederaufbau (Foto). Mit Wulfener Spenden konnte auch eine Schule, ein sogenannter Zweiklassen-Zimmerblock gebaut werden. Nach dieser verheerenden Flutkatastrophe litt Malawi ein Jahr darauf an einer extremen Dürre. Die Folge war eine Hungersnot. Malawis Präsident hatte den Notstand ausgerufen. Als Soforthilfe wurden für den Kauf von Lebensmitteln Wulfener Spendengelder an die Muona-Foundation überwiesen. Nach der Dürre wurden Bauern beim Bau von Brunnen und Tretpumpen finanziell unterstützt.

Alle Familien sollen zumindest eine Ziege halten

In ländlichen Gebieten leben die Menschen von weniger als 1 US-Dollar am Tag. Um diese Armut zu lindern, wurden an 20 Familien in zwei Dörfern Ziegen übergeben. Sobald es junge Ziegen gibt, werden diese an andere Familien weitergegeben, bis alle Familien im Dorf eine Ziege haben. Ziegen vermehren sich halbjährlich, liefern Milch für die Ernährung, helfen den Garten zu düngen und mit steigender Zahl können einige verkauft werden. Mit dem Geld können Eltern dann Schulgeld für ihre Kinder finanzieren sowie Essen und Kleidung kaufen.

Biogasanlagen werden von den Wulfenern gefördert

Das jüngste Projekt der Afrikafreunde Wulfen ist der Bau von Biogasanlagen in Muona. Dort leben etwa 50.000 Menschen. Die meisten leben als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Fast 99,9 Prozent der Menschen verwenden seit Menschengedenken Holz oder Holzkohle als günstigste Energie zum Kochen. Strom ist viel zu teuer und meistens nicht verfügbar. Durch hohes Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten ist die Nachfrage nach Brennholz und Holzkohle deutlich gestiegen. Diese Eingriffe in den Baumbestand sind zum Teil auch für den Klimawandel verantwortlich. Niederschläge werden immer weniger- und unvorhersehbarer. Es wird deshalb von Jahr zu Jahr schwieriger, sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Fast alle Berghänge, wo früher Bäume standen, sind entweder kahl oder werden trotz hohem Risiko von Bodenerosionen kultiviert. Anstrengungen zur Aufforstung werden häufig durch heißes und extremes Wetter mit Temperaturen bis zu 45 Grad erschwert. In wenig entwickelten Ländern hat sich Biogas als eine alternative Energiequelle zum Kochen erwiesen. Die Zahl der Menschen, die mit Holz und Holzkohle kochen, würde sich reduzieren. In Muona stehen die Chancen gut, Biogas mit Viehdung zu produzieren, da große Viehherden zur Verfügung stehen. In anderen Gebieten von Malawi wurden bereits Biogasanlagen erfolgreich installiert. Die Muona-Stiftung plant 20 Gemeindemitglieder für die Einführung und Nutzung von Biogas auf Haushaltsebene auszubilden. Die Projektumsetzung erfolgt sobald ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Für den Bau einer zwei Kubikmeter großen Biogasanlage werden rund 3000 Euro benötigt.

Zum Wulfener Afrikatag kamen auch Ehrengäste aus Malawi

Im Mai 2019 veranstalteten die Wulfener Afrikafreunde einen Afrikatag. Nach Abzug aller Kosten belief sich der Erlös dieses ersten Afrikatages in Wulfen auf 5.850 Euro. Dieses Geld wird für Hilfsprojekte, u. a. auch für  ein Biogasprojekt in Malawi, verwendet. Zahlreiche Besucher aus nah und fern kamen auf das Gelände am Rhönweg. Auch zwei Ehrengäste aus Malawi waren extra angereist: Pater William Allan und seinen Sohn Martin. Zum Programm des Afrikatags zählten unter anderem auch Trommel-Workshops, Haare-Flechten, eine Ausstellung über den Dorffotografen Theodor Hansen, unter anderem mit afrikanischen Fotoaufnahmen aus Namibia zwischen 1914 und 1919, sowie ein Verkaufsstand mit afrikanischen Waren und Schminkangeboten. Aber auch kulinarisch hatte der Afrikatag einiges zu bieten. Unter anderem wurden stilecht afrikanische Boreworst, afrikanischer Wein, Windhoek-Lagerbier und das Cider-Getränk „Savannah Dry“ angeboten.

Im Oktober/November 2019 waren vier Paare der Afrikafreunde in Botswana/Afrika unterwegs. Das Bild zeigt die Gruppe im Tuli Game Reserve im Serolo Safari Camp. Bei teilweise bis zu 40 Grad lernen sie Land und Leute kennen und erleben so die dortigen Verhältnisse.  Von links: Ritschi Vadder, Petra Vadder, Nase Heming, Marijana Heming, Hannes Schürmann, Doris Schürmann, Annette Lage und Günter Hessing.

Siehe auch: abc-Gesellschaft


Quelle: Homepage der Afrikafreunde Wulfen, Aufruf 2019

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