Wasserstoffleitungen neu

Zwei kilometerlange Leitungsprojekte werden ab 2026 Dorsten durchqueren

Rohre für den Bau von Wasserstoffleitungen

Dem Wasserstoff gehört die Zukunft: Projektpartner planen zwei Leitungen in Dorsten als Einstieg in die klimaneutrale Produktion in der Region. „Open Grid Europe“ hatte im März 2022 zu Dialogmärkten in Dorsten und Marl eingeladen. Hintergrund war der Bau zweier Wasserstoffleitungen, die durch Dorsten führen. Eine Leitung soll mit neun Kilometer Länge vom Startpunkt in Dorsten die Industriebetriebe im Chemiepark Marl am Endpunkt verbinden. Sie ermöglicht den dort ansässigen Industriebetrieben eine Anbindung an das Wasserstoffnetz und den Einstieg in eine klimaneutrale Produktion. Die Projektpartner sind Open Grid Europe (OGE) und Nowega (50 Prozent), Vorhabenträgerin ist OGE.
Eine weitere Verbindung ist mit einer Länge von 42 Kilometern zwischen Dorsten und Duisburg-Hamborn geplant. Die Leitungen Dorsten-Marl und Dorsten-Hamborn sind Teil der Initiative GET H2. Sie bilden den Kern für eine bundesweite Wasserstoffinfrastruktur, hinter der Unternehmen, Kommunen und Institutionen stehen, die sich aktiv für die Schaffung eines wettbewerbsorientierten Wasserstoffmarktes einsetzen.
Die Bauvorhaben stehen allerdings noch ganz am Anfang. Rund fünf Jahre dauert es, bis der Leitungsbau alle vorgeschriebenen Verfahren und auch die Bürgerbeteiligung durchlaufen hat. Der Zeitplan sieht das Raumordnungsverfahren von April bis Dezember 2022 vor, das vorbereitende Planfeststellungsverfahren schließt sich von Dezember 2022 bis Februar 2024 an. Es folgt die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens von Februar 2024 bis Oktober 2025. Frühester Baustart wird Oktober 2025 sein. Mit der Inbetriebnahme der Leitungen ist vor Ende 2026 nicht zu rechnen.

Zur Sache: Einsatz von Wasserstoff

Wasserstoff kann als Einsatzstoff, Brennstoff oder Energieträger und -speicher sowie für zahlreiche mögliche Anwendungen in der Industrie, im Verkehr, im Energie- und Gebäudesektor genutzt werden. Bei seiner Nutzung verursacht er keine CO2-Emmissionen. In der Industrie wird er für Stahlerzeugung und Chemische Industrie interessant. In der Mobilität kann er im Zug- und Straßenverkehr oder bei Schiffen eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen grünem Wasserstoff – erzeugt wird er durch Elektrolyse von Wasser unter Einsatz von 100 Prozent erneuerbarem Strom, türkisem Wasserstoff – Erzeugung durch thermische Spaltung von Methan, blauem Wasserstoff, Erzeugung aus fossilen Brennstoffen (CO2 wird abgeschieden und gespeichert), in der Regel Erdgas und grauem Wasserstoff – Erzeugung aus fossilen Brennstoffen (Erdgas).

Siehe auch: HeiDo-Ferngasleitung


Quelle: Claudia Engel in DZ vom 2. April 2022

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