Ukraine –„Brücke der Solidarität“

Dorsten und die Partnerstadt Rybnik helfen zwei Städten in der Ukraine

Über die polnische Partnerstadt Rybnik möchte Dorsten eine „Brücke der Solidarität“ zu den ukrainischen Städten Bar und Iwano-Frankiwsk bauen, die Rybnik in Freundschaft verbunden sind. In einer Videokonferenz tauschte sich der Dorstener Bürgermeister mit den Amtskollegen in den beteiligten Städten Rybnik (Polen) und mit deren ukrainischen Partner-Gemeinden Iwano-Frankiwsk und Bar aus. Der Bedarf an Hilfe und Unterstützung ist in beiden Gemeinden gewaltig, Der Rat der Stadt Dorsten hatte daher beschlossen, mit den beiden ukrainischen Gemeinden eine „Städtefreundschaft“ einzugehen. Dorsten hatte Rybnik bereits Hilfsgüter zukommen lassen für die Einrichtung von Notunterkünften für Schutzsuchende. Gerne würde die Stadt aber auch direkte Hilfe in der Ukraine leisten.

45.000 Menschen haben Zuflucht gesucht

Rusłan Marcinkiw, Bürgermeister von Iwano-Frankiwsk, dankte für die Initiative und das Hilfsangebot. Eindringlich schilderte er die aktuelle Situation in der rund 230.000 Einwohner großen Stadt in der Westukraine, die gegenwärtig zwar nicht von massiven Kampfhandlungen betroffen ist, in der bereits 45.000 Menschen Zuflucht gesucht haben. Die meisten stammen aus Kiew, gefolgt von Charkiw, Tschernihiw und Mariupol. Probleme bereiten sowohl die richtige Unterbringung. Marcinkiw geht davon aus, dass bis zu 10.000 Menschen für immer in Iwano-Frankiwsk bleiben werden, weil ihre Heimatstädte zerstört sind. Schnellstmöglich sollen Container, Fertig(an)bauten und Sozialwohnungen eingerichtet werden. Eine sehr gute Unterstützung, so Marcinkiw, könnte der Bau oder die Finanzierung eines mehrstöckigen Hauses mit Sozialwohnungen sein, dass dann nach der unterstützenden Stadt benannt würde.
Wołodymyr Sawoluk, Bürgermeister der Kleinstadt Bar, schilderte ebenfalls die Herausforderungen bei der Versorgung von Flüchtlingen. Bar ist auf der Fluchtroute Richtung Westen eine Transitstadt. An manchen Tagen kommen mehr als 1000 Menschen in die 17.000 Einwohner zählende Gemeinde. 5000 Geflüchtete sind geblieben. Die Stadt hat Speiseräume eingerichtet, in denen Geflüchtete gegen Gutscheine Essen erhalten. Die kommunalen Dienstleistungen geraten an ihre Grenzen. Andere Projekte wurden eingefroren, um Gelder für die Flüchtlingshilfe freizugeben.

In beiden Städten fehlen viele Dinge

In beiden Städten fehlen aktuell viele Dinge: Medizinisches Verbrauchsmaterial und Medikamente (auch zur Weiterleitung in die umkämpften Ostgebiete), Tourniquetten (Abbindesysteme) und Verbandsmaterial, Bettdecken, Oberbetten, Decken, haltbare Nahrungsmittel, Kindernahrung, Hygieneartikel, Kleidung, Schuhe und Notstromgeneratoren.
Bürgermeister Stockhoff bat seinen Amtskollegen Marcinkiw zunächst um eine genaue Auflistung der benötigten Medikamente und anderer Hilfsgüter. Mit Rybniks Stadtpräsident Kuczera tauscht sich Dorstens Bürgermeister Stockhoff über die erforderliche Logistik aus. Lieferungen direkt in die Ukraine sind nicht möglich. Aber die Regionalregierung (Woiwodschaft) Schlesien hat in Rybnik ein Zwischenlager eingerichtet, von dem aus Spenden zunächst ins ukrainische Lwiw (Lemberg) gebracht und von dort weiterverteilt werden können. – Geldspenden für die Ukraine-Hilfe der Stadt können eingezahlt werden an Stadt Dorsten, Sparkasse Vest, IBAN: DE 46 4265 0150 0010 0007 01, Verwendungszweck „Ukraine-Hilfe“.

Siehe auch: Ukraine (I)
Siehe auch: Ukraine (II)
Siehe auch: Ukraine (III)
Siehe auch: Ukrain (IV)
Siehe auch: Ukraine (V)

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