Türken

Vielfältiges eigenständiges Leben in fast allen Stadtteilen

Zeichen von Integration

Nationale Symbole auch als Zeichen der Integration

1962 kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Dorsten, die vor allem in der Zeche Fürst Leopold Arbeit und im Stadtteil Hervest Wohnungen fanden. Durch Zusammenführung bzw. Nachholen der Familien vergrößerte sich der türkische Bevölkerungsanteil bis auf rund 1.800 von rund 5.000 Ausländern. Am 22. Februar 1971 hatte erstmals ein türkischer Mitarbeiter der Wulfener Schachtanlage die Hauerprüfung bestanden. Die Türken organisierten ihre Freizeit sowie ihre soziale und religiöse Gemeinschaft. Es entstand der Türkische Arbeitnehmerverein, der Deutsch-Türkische Freundeskreis (1985) und der Türkische Elternbund (1993). Der von der Stadt 1989 eingerichtete Ausländerbeirat wird von Türken dominiert. 1980 wurde dem Türkischen Arbeitnehmerverein eine Begegnungsstätte in den Räumen der ehemaligen Bonifatiusschule in Holsterhausen übergeben, in deren Turnhalle Gottesdienste stattfanden. 1988 kaufte der Türkisch-Islamische Kulturverein Ditib (siehe Muslime) das Gebäude am Bahnhof Hervest, in das er u. a. eine Moschee einrichtete. Im selben Jahr feierten in Dorsten 5.000 Türken das Kurban-Opferfest. Ein fundamentalistisch ausgerichteter „Verband der Islamischen Kulturzentren“ Köln kaufte 1998 ein Haus an der Halterner Straße und richtete dort eine kleine Moschee für die fundamentalistische Minderheit der Türken ein.

Bei den türkischen Präsidentschaftswahlen im August 2014 durften erstmals türkische Bürger ab 18 Jahren mit Wohnsitz im Ausland mitwählen. In Dorsten waren dies 1.071 Personen, von denen die meisten keinen Gebrauch von ihrem Stimmrecht machten. Insgesamt in Deutschland waren es nur 5 Prozent.

Awaren: Asiatisches Reitervolk, das im 6. Jahrhundert von den Türken aus den Steppengebieten östlich der Wolga verdrängt wurde. Die Awaren besiegten im Bund mit den Langobarden 567 die Gepiden in Ungarn (Pannonien), wo sie um 570 ein eigenes Reich gründeten. 626 erlitten die Awaren jedoch vor Konstantinopel eine Niederlage; ihr Reich wurde 791 bis 803 endgültig durch Karl dem Großen zerstört. – Heute sind die Awaren ein etwa 540.000 Köpfe starkes Kaukasusvolk in Dagestan.

Kurden: Die Kurden werden 2150 v. Chr. erstmals in Sumer („Land der Karda“) erwähnt und ihnen bis heute die Nationalstaatlichkeit verweigert. Sie leben in Vorderasien in einer nicht genau definierbaren Größe zwischen 12 und 26 Millionen Angehörigen. Sie leben als Minderheiten in der Türkei, im Iran, im Irak, in Syrien, im Libanon und in Transkaukasien. Etwa 80 Prozent sind Sunniten, 20 Prozent Schiiten.

Türken: Turkvolk in Kleinasien und in der Türkei (etwa 46 Mio. Angehörige, historische Bezeichnung auch Osmanen), auf der Balkanhalbinsel (etwa 1,4 Mio.), auf Zypern (etwa 160.000) sowie in anderen Ländern (u. a. in Deutschland rd. 1,7 Mio.). Sie sind vorwiegend sunnitische Muslime und Nachkommen der in Kleinasien eingedrungenen Turkvölker, die zunächst unter den Seldschucken, später den Osmanen das Oströmische Reich (Byzanz) in ihre Gewalt brachten und sich allmählich mit den Bewohnern des Landes (Griechen, Armenier und Kurden) vermischten.


Siehe auch:
Gastarbeiter

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