Speckinger Kreuz

Der Soldat Bernhard Humberg erfror 1858 in finsterer Nacht

Das Speckinger Kreuz, Foto: JF

Sieht man an Straßenrändern Kreuze, meist mit Blumen geschmückt, dann weiß man, dass es hier einen Verkehrstoten gegeben hat. Kreuze an den Stellen zu errichten, wo Menschen durch Unglücke zu Tode kamen, ob von frevlerischer Hand (Mordkreuze), durch Gewitter oder durch andere Ursachen, ist ein alter Brauch, ob an der friesischen Küste oder in den bayerischen Bergen. Zwei Kilometer von Klein Reken entfernt, auf dem so genannten Specking nahe der Gemeindegrenze zu Lembeck, steht am Kuckuck’schen Hof ein etwa anderthalb Meter hohes eisernes Kreuz mit der Inschrift: „Hier verunglückte am 5. Januar 1858 Bernhard Humberg, geboren am 14. Mai 1835. Rettet seine Seele.“ Bernhard Humberg war Soldat. Er dienste als Lazarettgehilfe bei den Kürassieren in Münster. Anfang des Jahres 1858 hSpeckinger Kreuz; Foto: Maria Nienhausatte er Urlaub und machte sich zusammen mit einem Freund, der nach Haltern musste, auf den Weg. Sie kamen gegen 22 Uhr in Haltern an, wo die beiden noch ein paar Schnäpse aus Freude über den Urlaub und zur Aufwärmung tranken. Trotz Warnungen, den unwirtlichen Weg durch die Hohe Mark von Haltern über Holtwick und die Speckinger Bauerschaft nach Klein Reken in finsterer und eiskalter Nacht zu gehen, ging Bernhard Humbert alleine weiter und stapfte durch den tiefen Schnee. Die Chaussee gab es damals noch nicht. Am Kuckuck’schen Hof wollte er sich ausruhen, setzte sich an eine Wallhecke und verfiel in tiefen Schlaf, nur noch zwei Kilometer vom elterlichen Hof entfernt. Hofbewohner fanden am anderen Morgen seine erstarrte Leiche und trugen sie zum Elternhaus, wo sie aufgebahrt wurde. Am 8. Januar 1858 erhielt Bernhard Humbert auf dem Klein Rekener Friedhof ein ehrenvolles militärisches Begräbnis. Seine Eltern errichteten zur Erinnerung an ihn und seinen tragischen Tod am Hof Kuckuck das Erinnerungskreuz, das 2010 renoviert wurde.


Quelle:
Nach Kuckelmann „Das Kreuz auf dem Specking“ in HK 1928

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