Sirenen-Warnsystem

Im Ernstfall werden Sirenen flächendeckend wieder lautstark heulen

Die Sirenen kommen wieder!

Die Sirenen kommen wieder! In Dorsten 41 Stück flächendeckend auf den Dächern von Gebäuden

Der Kreis Recklinghausen ist seit 2015 dabei, sein Kreisgebiet flächendeckend mit lautstarken Sirenen auszustatten, die in einem Notfall die Bevölkerung warnen. So war es vor 1992 und so soll es auch wieder werden. Nach der Wiedervereinigung wurde wegen der politischen Entwicklung und friedlichen Begegnung von Ost und West die öffentlichen Warndienste aus dem Verkehr gezogen. Allerdings findet nach 20 Jahren wieder ein Umdenken statt. Daher wurde das Zivilschutzgesetz entsprechend geändert, das die gesetzliche Grundlage für das Anbringen von Alarmanlagen an öffentlichen und privaten Gebäuden bildet. Zudem wurde  amtlicherseits festgestellt, dass im Ernstfall einer Katastrophe ein Großteil der Bevölkerung trotz guter Ausstattung der Einwohner mit Handys, Radio und Fernsehen gar nicht erreicht werden können.
Vor Beginn der Ausbaumaßnahmen gab es im gesamten Landkreis Recklinghausen nur 66 Sirenen, die allerdings nur zur Alarmierung der Feuerwehr aufheulten. Diese Geräte sind 45 bis 50 Jahre alt. Für eine flächendeckende Ausstattung des Kreises müssten 160 Anlagen installiert werden, um die gesamte Kreisbevölkerung schlagartig zu waren und dazu zu bringen, das Radio einzuschalten. Lautstarke Sirenen, so sagen die Fachleute übereinstimmend, seien das tauglichste Mittel für diesen Zweck.

450.000 Euro für 41 Sirenen in Dorsten

In Dorsten sollen bis zum Jahr 2025 die bereits zwölf existierenden Sirenen durch weitere 29 ergänzt werden. Danach würden 90 Prozent der Dorstener Einwohner die Sirenen hören können, was die Verwaltung für Ausreichend hält. Wenn das Land den Kommunen auch eine Anschubfinanzierung gewährt, so deckt diese die Kosten bei weitem nicht. Für die Anschaffung der neuen und Umrüstung der bestehenden Warnanlagen müsste die Stadt 440.000 Euro aufbringen. Davon würde das Land zehn Prozent übernehmen.
Die Aufrüstung soll in Dorsten Schritt für Schritt umgesetzt werden. Überwiegend werden die neuen Anlagen auf öffentlichen Gebäuden installiert. Vorhandene sind zum Beispiel bei der Feuerwehr vorzufinden oder auf Schulen und dem Amtsgerichtsgebäude. Es kann aber auch private Eigentümer treffen. Sollte ein Standort besonders geeignet sein, können Hausbesitzer die Installation einer Sirene auf ihrem Hausdache nicht zurückweisen. Hier hat das Recht der Öffentlichkeit Vorrang vor dem Privatrecht. – Mit der Austauschaktion der Warnanlagen wurde am 10. Juli 2016 mit der Demontage der Sirene auf dem Dach des Dorstener Amtsgerichts begonnen und gleich ein Nachfolgemodell installiert. Dem folgten im Juli 2016 noch weitere Standorte: Pestalozzischule, Bonifatiusschule, Antoniusschule, Urbanusschule Rhade. Bei der Inbetriebnahme war jeweils ein kurzer Signalton zu hören.

Sirenen-Probe: Technische Panne löste Alarm eine Woche früher aus

Zwischen 10 und 10.15 Uhr ertönten am 12. April 2017 kreisweit Sirenen. Es war Probealarm zur Warnung der Bevölkerung. Allerdings war der Alarm nur in den Städten Dorsten, Datteln, Castrop-Rauxel, Gladbeck und Haltern zu hören. Marl, Recklinghausen, Waltrop, Herten und Oer-Erkenschwick waren dem Warnsystem noch nicht angeschlossen. Durch den Probealarm diente einerseits der technischen Überprüfung und andererseits sollte er die Bevölkerung mit den Signalen vertraut machen. Zuerst war 1 Minute Dauerton als „Entwarnung“ zu hören. Danach erfolgte ein einminütiger Heulton mit der Bedeutung „Radio einschalten und auf Durchsagen achten“. Zum Abschluss erfolgte nochmals ein Dauerton mit der Bedeutung „Entwarnung“. In fünf Städten wurde ein längerer Warnton versehentlich bereits eine Woche früher ausgelöst. Schuld war eine technische Panne in der Kreisleitstelle. Unter diesen Städten befanden sich neben Dorsten auch die Städte Castrop-Rauxel, Datteln, Haltern und Oer-Erkenschwick.

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