Antoniusplatz

Der frühere Marktplatz von Holsterhausen zwischen Dorf und „Kolonien“

Antoniusplatz heute, früher der Marktplatz von Holsterhausen mit dem Namen "Adolf-Hitler-Platz"; Foto: Stegemann

Antoniusplatz, früher der Marktplatz von Holsterhausen „Adolf-Hitler-Platz“; Foto: Stegemann

Vor 1933 war der Platz offiziell der „Marktplatz“ von Holsterhausen. Dann wurde er in „Adolf-Hitler-Platz“ umbenannt, bis ihn die Amerikaner 1945 diesen Namen wieder entzogen hatten. Marktplatz war er deshalb, weil er in der Mitte Holsterhausen liegt, zwischen dem damals noch bäuerlich geprägten Dorf und den Bergbausiedlungen dies- und jenseits der Borkener Straße. Daher erfüllte er die Voraussetzungen, ihn nach des Führer und Reichskanzler zu nennen.
Heute ist der Platz eingerahmt von der Wennemarstraße und der zu ihr parallel verlaufenden Breslauer Straße sowie auf den Schmalseiten von der Antoniusstraße, die bis 1945 Adolf-Hitler-Straße hieß, und der Dreckerstraße. Die Grünanlage ist mit altem Baumbestand besetzt und von einem Karree einer alten steinernen Grundmauer, die nur kurz aus dem Boden herausragt. Am Ende der Anlage hin zur Dreckerstraße schließt sich ein Kinderspielplatz an. Holsterhausener lassen auf dem Antoniusplatz ihre Hunde springen oder sehen zu, dass der Hund beim Schnüffeln der sicherlich aufregenden Gerüche endlich „was macht“. Das war sicherlich nicht so, als der Platz noch Hitlers Namen trug.

Die von der NSDAP gepflanzte Hitler-Eiche wurde nachts umgeknickt

Zu Ehren des Namensträgers pflanzte dort die Holsterhausener NSDAP am 1. Mai 1933 mit großem Trommel-Tamtam und Hakenkreuzfahnen eine „Hitler-Eiche“. Beim Pflanzen  verkündete der Holsterhausener NSDAP- Ortsgruppenleiter Dietz, dass diese Eiche ein „nationalsozialistisches Symbol des neuen Deutschland sei, denn der Nationalsozialismus werde die nächsten Jahrhunderte „blühen wie diese Eiche“. Die Holsterhausener Hitler-Eiche  überdauert nicht einmal die folgende Nacht. Unbekannte aus dem kommunistischen Milieu knickten sie nachts um. Die NSDAP machte davon offensichtlich kein öffentliches Aufheben, denn es mochte für sie doch sehr peinlich sein – und das bis nach Berlin. Erst nach dem Krieg bekannte sich ein Holsterhausener ehemaliger Kommunist zur Tat.
In der Nachkriegszeit spielten Kinder auf dem Platz Fußball und jedes Jahr stand 14 Tage lang die Dreschmaschine von Willi Mense auf dem Platz und kleine Nebenerwerbsbauern konnten in dieser Zeit dort ihr Stroh dreschen. Danach führ Mense seinen Dreschkasten zum Strohdreschen zu den einzelnen Bauernhöfen, um dort deren Stroh zu dreschen.

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