Simanski, Paul

Bergmann dokumentierte als Zeichner das kriegszerstörte Dorsten

1895 in Gelsenkirchen bis 1961 in Marl; Bergmann und Kunstmaler. – Als er starb, hinterließ er u. a. eine Mappe mit 47 gemalten Bildern, die allesamt Dorsten im zerstörten Nachkriegszustand darstellen. Die meist kleinformatigen Pastellbilder zeigen u. a. den Marktplatz im Winter mit dem Turmstumpf von St. Agatha, Ruinen, halbzerstörte Fachwerkhäuser, den teilweise begonnenen Wiederaufbau der Stadt, gelegte Gleise mit Loren in den früheren Straßen, an deren Rändern sich Schuttberge türmten. Paul SimanskiPaul Simanski kam erst spät vom Hauer zum Kunsthandwerk. Seine Eltern waren aus Ostpreußen nach Gelsenkirchen zugewandert, wo Simanski zur Schule ging. Doch bevor er 1914, da war er gerade 19 Jahre als, als Bergmann bei der Zeche Brassert in Marl anfing, erlernte er den Beruf des Konditors und Bäckers. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Untertage-Bergmann unter das Wasser geschickt, denn im Ersten Weltkrieg tat er Dienst bei der kaiserlichen U-Boot-Flotte und ging nach verlorenem Krieg als Lehrhauer wieder zurück zur Zeche nach Marl. Er zeichnete und malte, ließ sich über eine Fern-Akademie ausbilden und dokumentierte nicht nur den Bergbau mit Farbstiften, sondern auch die Natur entlang der Lippe bis Lembeck, Raesfeld und ins Münsterland. – 1950 stellte er seine Bilder in Recklinghausen aus, was zur Folge hatte, dass ihn die Folkwangschule in Essen entdeckte und Simanski als 55-Jähriger dort ein klassisches Kunststudium absolvierte. Das Bochumer Bergbaumuseum kaufte einige seiner Bergbau-Bilder. In Dorsten waren seine Bilder von der kriegszerstörten Stadt erstmals und einmalig 1997 im Heimatmuseum zu sehen.


Siehe auch:
Künstler, bildende

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