Schulenburg-Stiftung

Ab 1993 werden Kunstpreise im Namen der Ehrenbürgerin vergeben

1990 errichtete die Stadt die kommunale Tisa von der Schulenburg-Stiftung, mit der sie einerseits die Ehrenbürgerin ehrt und andererseits junge Künstler aus dem bildnerischen Bereich fördert, die sich mit der Arbeits- und Sozialwelt des Ruhrgebiets befassen, insbesondere mit der des Bergmanns. Das Stiftungskapital von 100.000 DM wurde durch die Städtische Galerie am Brunnenplatz (mittlerweile nicht mehr existent) um rund 112.000 DM Mobilienwert erhöht, sowie mit der städtischen Schulenburg-Kunstsammlung und Zustiftungen aufgestockt. Aus den Erträgen der Stiftung wird alle drei Jahre ein mit 5.000 Euro dotierter Kunstpreis vergeben, den bislang Rüdiger Kramer aus Düsseldorf (1993), Dag Seemann ebenfalls aus Düsseldorf (1997), Birgit Brenner aus Berlin-Kreuzberg (2004; sie ist inzwischen Professorin in Stuttgart), Karin Felbermayr (2007) aus Berlin/Wien und 2011 die 41-jährige Video-Künstlerin und Fotografin Joanna Schulte aus Hannover erhielten. – Inzwischen wurde ein allerdings nicht vollständiges Werksverzeichnung der Arbeiten von S. Paula erstellt. Seit 2010 ist Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG, Kuratoriumsvorsitzender.

Antonia Low – Preisträgerin 2014

Preisträgerin Antonia Low 2014

Preisträgerin Antonia Low 2014

Die Gewinnerin des Tisa von der Schulenburg-Preises 2014 ist die britische Künstlerin Antonia Low aus Liverpool, derzeit in Berlin. Bei ihrem ersten Besuch in Dorsten im Mai 2014 lernte sie mögliche Ausstellungsorte für ihre Installationen. Favorisiert werden dabei Räumlichkeiten im Bereich der Dampfmaschine im Umfeld des Kreativquartiers auf dem Zechengelände Fürst Leopold und das Gebäude des alten Dorstener Bahnhofs. Antonia Low wurde 1972 in Liverpool geboren, wuchs in Bonn auf und studierte in Münster an der Kunstakademie und an der University of London. – Mit großem Einfühlungsvermögen untersucht die Künstlerin Räume und Gegenstände des Alttags und ihre Wahrnehmung. Die optischen und sinnlichen Elemente an der Oberfläche stehen dabei ebenso im Blickpunkt wie die Spuren im Verborgenen. Ähnlich wie eine Archäologin legt sie Spuren frei, die Geschichten erzählen und historische Abläufe veranschaulichen. Die Installationen und Objekte der Künstlerin ziehen den Betrachter in eine andere räumliche und zeitliche Dimension, ohne den eigenen Stadtpunkt zu verlieren. Der Mensch und die Spuren seines Schaffens bleiben im Blickpunkt ihrer Arbeiten und schaffen so Vertrautheit und Nähe zu den zunächst befremdlichen Themen.

Johanna Tiedtke ist die Tisa-Preisträgerin 2017

Die neue Trägerin des mit 5000 Euro dotierten Kunstpreises der Dorstener „Tisa von der Schulenburg-Stiftung“ in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt ging 2017 an die Künstlerin Johanna Tiedtke. Die 36-Jährige ist Nachfolgerin von Antonia Low, welcher  der Preis 2014 zugesprochen worden war. Johanna Tiedtke wurde von der Jury unter 89 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet ausgewählt. Johanna Tiedtke wurde in Eckernförde geboren und lebt  in Berlin. Sie hat nach Master-Studien in Hamburg und New York ihre Arbeiten in Ausstellungen gezeigt. Sie konnte schon eine Reihe von Stipendien gewinnen und arbeitet in einem Studio-Programm einer New Yorker Stiftung. Johanna Tiedtke arbeitet in vielen Techniken, die von der Malerei, der Collage, diversen Druckverfahren bis hin zu rauminstallativen Werken reichen. Mithilfe digitaler Technik erweitert sie diese oft auf eigenwillige Art und Weise und verschmilzt dabei Reales und Virtuelles.

Tisa-Archiv auf dem Zechengelände oder im alten Bahnhof?

Die Stadt bemüht sich um Landesmittel für die Aufbewahrung der Archivalen Tisa von der Schulenburgs. Zuerst wollten Stadtspitze und Tisa von der Schulenburg-Stiftung das Tisa-Archiv im ehemaligen Kesselhaus der Zeche Fürst Leopold in Hervest-Dorsten unterbringen und dort auch ein kleines „Tisa-Museum“ einrichten. Dortige Eigentümerin des denkmalgeschützten Kesselhauses ist die private „Ruhrland-Stiftung“ (Tempelmann). Im Mai 2014 haben Stadt und Schulenburg-Stiftung den heruntergekommenen Dorstener Bahnhof für das Tisa-Archiv mit dann allerdings abgespecktem Tisa-Museum favorisiert. Darüber gab es Streit zwischen der „Ruhrland-Stiftung“ und der Stadtspitze. – Beide Standorte haben eine Berechtigung: der Bergbau war Tisa von der Schulenburgs thematischer Wohlfühlort („Meine dunklen Brüder“). Da sich die Künstlerin aber auch dem Judentum eng verbunden fühlte, käme den Besuchern des Jüdischen Museums Westfalen ein Tisa-Museum in der Nähe  entgegen. – Schade nur, dass man beim Erweiterungsbau des jüdischen Museums eine Tisa-Galerie mit kleiner Museumsecke nicht integriert hat, wie dies Wolf Stegemann in seiner Denkschrift über die notwendige Erweiterung des jüdischen Museums von 1993 vorausschauend vorgeschlagen hatte.


Siehe auch:
Tisa von der Schulenburg – Leben & Werke

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