Schlaun, Joh. Conrad

Er gilt als der Barockbaumeister der „Westfälischen Sinfonie“

1695 in Nörde bis 1773 in Münster; Barock-Baumeister. – Schlaun gilt als einer der letzten bedeutenden Architekten des deutschen Barock. In und bei Dorsten erinnern der Schlaunsche Festsaal in Schloss Lembeck an ihn, die zum Schloss gehörende Michaeliskapelle und Haus Beck in Kirchhellen. Johann Conrad SchlaunSchlaun besuchte Schulen in Warburg und in Paderborn. Anschließend stand er in Diensten des paderbornschen Infanterieregiments. Paderborn war durch den Kölner Kurfürsten Clemens August I. von Bayern in Personalunion mit dem Fürstbistum Münster verbunden. Schlaun wechselte zum Münsteraner Militär. Die Verbindung seiner militärischen Laufbahn mit der Tätigkeit als Architekt war im Zeitalter des Barock durchaus üblich, wie das Beispiel Johann Balthasar Neumann zeigt, mit dem er ab 1720 zusammenarbeitete. Er unternahm zwischen 1722 und 1742 mehrere längere Reisen nach Italien, Frankreich und nach Süddeutschland. 1729 ernannte ihn Bischof Clemens August zu seinem Landingenieur, außerdem wurde er in Münster Generalmajor der Artillerie. Seine Heimat, das Fürstbistum Paderborn, und seine Wahlheimat Münster verdanken ihm einige ihrer schönsten Bauten. Die von Schlaun immer wieder verwandte Kombination von Sandstein mit rotem Klinker und weißen, mehrfach unterteilten Fenstern wird oft als „Westfälische Sinfonie“ bezeichnet.

Er baute auch das Arbeitshaus in Münster, das spätere Zuchthaus

Johann Conrad Schlaun lebte bis zu seinem Tod in dem von ihm entworfenen Stadthaus an der Hollenbecker Straße in Münster, das der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. Aus seinen beiden Ehen hatte er sechs Kinder. Er liegt in der Überwasserkirche in Münster begraben, der genaue Ort seiner Grabstätte ist nicht bekannt. In Münster baute er die Clemenskirche, das Haus Rüschhaus, den Erbdrostenhof, das Lothringer Kloster und das fürstbischöfliche Schloss sowie das Arbeitshaus (spätere Zuchthaus). – Zudem baute er u. a. Schloss Nordkirchen, das Jesuitenkolleg in Bürden, das Jagdschloss Clemenswert in Sögel, den historischen Ortskern von Nottuln, Schloss Lohburg bei Ostbevern, die Benediktinerabtei am Schloss Iburg, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, die Kapuzinerkirche in Brakel (sein erstes Werk), die Orangerie an Schloss Eggermühlen, den Klosterneubau Wittem. Er renovierte Schloss Neuburg und die Kirche von Eys in Gulpen-Wittem (NL), baute den neuen Südflügel von Schloss Velen, das Haus Schücking in Sassenberg und gestaltete Haus Ruhr in Bösensell um.


Siehe auch:
Schloss Lembeck


Quelle:
Nach Wikipedia, Online-Enzyklopädie.

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