Planetenufer

Christian Grubers drei Kilometer langes Sonnensystem entlang am Kanal

Christian Gruber bei der Demonstration seiner Idee

2015: Christian Gruber bei der Vorstellung seiner Idee im Alten Rathaus; Foto: Michael Klein

„Als Christian Gruber seine Idee präsentierte, ging im Alten Rathaus symbolisch die Sonne auf – und zwar im Form eines großen gelben Smiley-Luftballons“, schrieb die „Dorstener Zeitung“ im Juni 2015. Mit diesem Utensil stellte Christian Gruber aus Wulfen einer städtischen Jury seine Idee vor, entlang am Kanal ein drei Kilometer langes „Planetenufer“ zu errichten. Unter 14 von Dorstener Bürger eingereichten Ideen war das Planetenufer der  Sieger-Vorschlag.

Christel Briefs: Es gelte, dynamisch wirkende Orte zu entdecken

2017: Christian Gruber bei der Eröffnung mit guter Laune unter der Sonne; Foto: Wolf Stegemann

Mitte Juni 2017 war es dann soweit. Das „Planetenufer“, so der offizielle Name des Planetenwegs an der Nordseite der Kanalpromenade, wurde mit planetarischen Klängen des Bläser-Ensembles der Gesamtschule musikalisch und von der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Briefs verbal eröffnet. Sie betonte, dass dieser Planetenweg die erste realisierte Maßnahme des Stadtumbauprojekts „Wir machen Mitte“ wäre. Die Altstadt sei in die Jahre gekommen. Deshalb gelte es, die durchaus dynamisch wirkenden Orte der Innenstadt zu entdecken. „Und dieser Planetenweg am Kanalufer gehöre nun dazu!“ Der Initiator und Ideengeber Christian Gruber betonte in einer launigen Ansprache, dass ihn schon als Kind Sonne und Sterne sowie die Mondlandung fasziniert hätten. –  Das Dorstener Planetenufer ist genau 3,2 Kilometer lang. Die Stelen mit den Planetenkugeln sind entsprechend der unterschiedlichen Entfernungen der Planeten zur Sonne sowie die Größe zueinander maßstabgerecht 1:1,4 von dem Metallbauer Klaus Osterholt gefertigt worden. Daher zieht sich der Weg von der Hochstaden-Brücke, wo die Sonne mit einem Meter Durchmesser steht, bis hin zum weitest entfernten Planeten, dem Neptun an der Östricher Brücke. Der kleinste Planet ist mit drei Millimeter Durchmesser der Merkur und der größte  mit 10 Zentimetern der Jupiter. Osterholt fertigte die Sonne aus gelb-orangener Glasfaser und stellte sie auf einen drei Meter hohen Stelen. Bis auf die Erde sind die anderen Planeten aus Metall dargestellt, die Erde, gerade so groß wie eine Erbse, ist, um ihrem Beinamen „Blauer Planet“ zu betonen, aus dem Halbedelstein Lapislazuli gefertigt.

Kein Lehrpfad für wissenschaftliches Bildung

So ist am Kanalufer unser Sonnensystem, das bzreines von vielen Milliarden im Universum ist, wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Damit soll den Betrachtern bei ihrem Spaziergang entlang am Kanal verdeutlicht werden, wie im Gegensatz zu Abbildungen in Büchern die wahren Relationen der Größen udn Abstände von Sonne udn PLaneten sind. „Naturwissenschaft zum Anfassen“ nennt das Bibliothekar Christian Gruber, der in der Darstellung keinen „Lehrpfad“ sieht. „Für Detailinformationen gebe es Bücher in der Stadtbibliothek und im Internet.“ An den einzelnen Planetenstationen sind deshalb auch nur die Namen der Planeten sowie der Merkspruch über die Reihenfolge vermerkt.

Wilhelm Freiherr von Humboldt (1767-1835), Philosoph, Philologe und Mitbegründer der Universität Berlin (heute Humboldt-Universität) meinte über die Gestirne: „Ich könnte stundenlang mich nachts in den gestirnten Himmel vertiefen, weil mir diese Unendlichkeit fernher flammender Welten wie ein Band zwischen diesem und dem künftigen Dasein erscheint.“

Siehe auch: Volksternwarte Recklinghausen

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