Memorienbücher St. Agatha

Zwei dieser Aufzeichnungen überstanden die Bombardierung 1945

Die Memorienbücher verbrannten bei der Bombardierung der Stadt 1945 mitsamt dem Pfarrarchiv, das im Turm von St. Agatha eingemauert war. Nur zwei Hefte davon konnten vo Archivar Franz J. Wünsch im Stadtarchiv wiederentdeckt werden. In diesen Heften sind die Memorien verzeichnet. Eine Memorie ist eine gottesdienstliche Gedächtnisfeier, die alljährlich einmal oder mehrmals gehalten wird. Dafür hatte ein Stifter eine gewisse Geldsumme als Stiftung eingebracht, die einen Jahreszins abwarf. Dieser wurde unter die Mitwirkenden bei der Feier verteilt, wobei meist auch noch ein Betrag für die Armen übrig blieb. Die Dorstener Gedächtnisfeiern bestanden durchgehend aus einer Vigilie und einer Messe am folgenden Tag. – In den beiden erhalten gebliebenen Memorienheften eingetragen sind die Stifter Gottfried Bley, der im Testament vom 22. Dezember 1441 vier Goldgulden stiftete, dessen Jahreszins durch die Stadt zahlbar war im Januar, März, Mai, Juli, September und November, und Johannes Bley († 1446), ein Verwandter von Gottfried Bley, stiftete fünf Solidi, sechs Denare Zins für eine Memorie (feria 5 post purificationis Mariae). Autor der Memorienhefte ist der Dorstener Vikar und Rektor des St. Andreas-Altars, Jakob Funke. Er zeichnete um das Jahr 1610 die Einkünfte des Dorstener Klerus aus den Memorien auf.


Siehe auch:
St. Agatha

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