Matthäuskirche Wulfen I

Erste Kapelle stand 1170 auf dem Hof des Drosten Wulfhem

Matthäuskirche mit Brunnen, Foto: JF

Vermutlich bestand eine Pfarrei in Wulfen schon im 12. Jahrhundert, als erstmals der Name des münsterschen Drosten von Wulfhem auftauchte. Demnach befand sich die erste Kapelle mindestens im Jahre 1170 auf dem Hof Wulfhems, vermutlich schon früher. Die dann in romanischer Zeit entstandene Pfarrkirche hatte bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts bereits drei Bauperioden erlebt. 1419 erhielt die Kirche den Turm, 1526 und 1564 Glocken. Urkunden von 1513 und 1533 berichten von einem Altar der „hiligen moder sunte Annen in der kerke to Wulfhem“. Die so beschriebene Anna Selbdritt ist erhalten geblieben, lediglich das Jesuskind wurde entwendet und man gab der Mutter Anna ein überdimensionales Buch in die Hand. Eine aus Eichenholz geschnitzte 75 cm hohe Pietà stammt aus dem 14. Jahrhundert. Erhalten geblieben ist auch ein romanischer Taufstein aus dem 12. Jahrhundert.

Kirchenleitung und Vorstand:

In der Seelsorgeeinheiten Dorsten-Lembeck ist seit Oktober 2019 der aus Indien stammende Thomas Kaleeckal George Pastor mit dem Titel Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Dorsten-Lembeck und Dorsten-Wulfen, Kirchengemeinde St. Matthäus. Der Geistliche ist damit Nachfolger von Pater Benny Augustin, der in seine Heimat zurückgekehrte. Weiterhin wird Pfarrer Emenogu Uzoma Chukwudi zur Vertretung in der Pfarrei St. Matthäus, die für die katholischen Gläubigen in Alt-Wulfen, Deuten und Barkenberg zuständig ist, tätig sein. In St. Matthäus wurden 2018 zusätzlich in den Vorstand gewählt (Wahlbeteiligung: 6,4 Prozent): Tobias Stockhoff, Anna-Margarete Waterkotte, Bernd Borgmann, Detlev Stoffel und Bernhard Schürmann.

Matthäusheim in Wulfen wird abgerissen

Die Katholische Kirchengemeinde St. Matthäus in Wulfen bekommt ein neues Gemeindehaus. Eine Sanierung des alten Matthäusheims an der Dülmener Straße in Wulfen ist damit vom Tisch. Es wird abgerissen. Wo genau der Neubau errichtet wird, ist noch offen. Bis Mitte des vergangenen Jahres war die Familienbildungsstätte Dorsten-Marl übergangsweise im Matthäusheim untergebracht. Seitdem werden die Räumlichkeiten wieder von verschiedenen kirchlichen Gruppen wie etwa Chören und Seniorengruppen genutzt. Außerdem trifft sich dort unter anderem eine Gymnastikgruppe. Der Kindergarten nutzt das Matthäusheim für Elternversammlungen.

Gemeindehaus St. Matthäus soll bis 2023 stehen – Fundament ist fertig

Im Jahr 2023 steht der St. Matthäus-Kirche in Wulfen ein besonderes Ereignis bevor. Sie wird 850 Jahre alt. Die Bauarbeiten für das neue Pfarrheim an der Südseite der Kirchen sind im vollen Gang und sollen bis 2023 fertig gestellt sein. Es wird über eine Grundfläche von 227 Quadratmeter im Erdgeschoss verfügen. Der zentrale Veranstaltungssaal ist in zwei unterschiedlich große Einzelräume unterteilbar. Um ihn gruppieren sich Garderobe, Küche, Sanitär- und Nebenräume. Einigen Gemeindemitgliedern war der Neubau an dieser Stelle und in dieser Form ein Dorn im Auge. Kritische Stimmen sind bis 2022 nicht verstummt. Nach kontroversen und zum Teil hitzigen Diskussionen hat sich der Kirchenvorstand mit großer Mehrheit aber doch für den Standort und das Gemeindehaus entschieden. Die Dorstener Architekten Badura und Risthaus haben die Pläne dazu entworfen. Als großes Glück bezeichnet der Pfarrer, dass die archäologischen Funde bei den Ausschachtungen für den Neubau nicht so bedeutsam waren, dass sich der Start der Bauarbeiten beträchtlich durch genauere Untersuchungen verzögert hätte. Archäologen des Landschaftsverbandes waren auf menschliche Überreste gestoßen, die vermutlich zwischen dem 13. Jahrhundert und der Napoleonischen Zeit bestattet worden sind. „Die Gebeine der Verstorbenen haben wir inzwischen in würdiger Form auf dem Friedhof beigesetzt“, sagt Pfarrer Martin Peters.


Siehe auch:
Kirchen, kath. (Artikelübersicht)

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