Materna, Manfred

Lehrer, Organist, Komponist und jahrzehntelang Chorleiter St. Josef

Manfred Materna; Foto entnommen DZ

Manfred Materna; Foto entnommen DZ

Geboren 1948 in Dorsten; Lehrer, Chorleiter, Komponist, Organist, Pianist, – Der Leiter des Kirchenchors St. Josef in Hervest ist ein kirchenmusikalisches Phänomen. Schon als 15-Jähriger spielte er jeden Sonntag die Orgel in der damals noch alten Franziskanerkirche. Mit 19 Jahren wurde er Leiter des Kirchenchors St. Josef – und ist es heute noch. 2017 steht daher das 50-jährige Jubiläum an. Ein absolut seltenes Ereignis, das im September mit einer Festmesse gefeiert wird, zu der Materna sechs deutsche Messegesänge mit dem Titel „Zum Altare Gottes will ich treten“ komponiert hat. 2011 führte er seine erste eigene Messe „Laudate omnes Gentes“ auf. Dies ist nicht seine einzige Komposition. Früher Komponiertes wurden bereits in Kirchen in Hamburg und in der Eifel gespielt.
Im Hauptberuf als Lehrer unterrichtete er zuerst an der Wilhelmschule, dann an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule nicht nur Musik, sondern auch die Fächer Religion und Geschichte. 2009 wurde er aus gesundheitlichen Gründen frühpensioniert. Parallel dazu war die Musik immer ein zweites Standbein. Und neben der Kirchenmusik zeitweise auch die Unterhaltungsmusik. Mit Kollegen gründete er die Agenturkapelle „Die Dandies“, spielte mit ihnen bei verschiedensten Gelegenheiten Unterhaltungsmusik. 20 Jahre lang war Manfred Materna Bandleader. Elf Jahre lang leitete er zudem ein Akkordeonorchester, daneben verschiedene Chöre, arbeitete elf Jahre als Fortbilder für Musiklehrer im Regierungsbezirk Münster, ist selbst privat Klavierlehrer. Und parallel dazu komponierte er auch immer wieder kleinere Stücke.

„Musik ist die Sprache der Seele!“

Zur Musik fand er schon als Kind. Manfred Materna war gerade sechs Jahre alt, als er bei dem Musiklehrer Anton Brokemper Blockflöte lernte, der ihm auch Klavierunterricht gab. Da sein Vater, ein Bergmann, die Kosten für den Musikunterricht nicht aufbringen konnte, nahm ihn der Opa, ein Pferdezüchter, unter seine fördernde Arme und schickte ihn auch auf das Gymnasium Petrinum. Dort erkannte der Lehrer und Franziskanerpater Heribert Griesenbrock das Musiktalent des Schülers und gab ihm die Chance, in der Frühmesse bei den Franziskanern sie Orgel zu spielen. Als der Organist an St. Josef erkrankte, sprang Manfred Materna bei der Sonntagsmesse für ihn ein. Nachdem der Chorleiter die Gemeinde in Hervest verlassen hatte, übernahm er als 19-Jähriger den Chor, dessen Sänger und Sängerinnen im Alter seiner Eltern oder seiner Großeltern waren, was ihn zuerst erschreckte, doch er setzte sich durch. Manfred Materna, der gerade sein Lehramtsstudium begonnen hatte, ergänzte es mit Kompositionslehre und Chorleitung.  Neben den traditionellen Liedern studierte er mit dem derzeit rund 50 Sängern und Sängerinnen starken Chor auch moderne, rhythmische Lieder ein, wozu ihn der damalige Kaplan Werner Thissen, der spätere Bischof von Hamburg, ermunterte mit dem Satz: „Nimm die neuen Sachen!“ Und Manfred Materna nahm sie in sein Chorprogramm auf. Viele Worte machte er dazu nicht, denn: „Musik wird sofort verstanden. Man braucht keine Worte, um sich auszudrücken, denn Musik ist die Sprache der Seele.“


Quelle:
Nach Jennifer Riediger „Ich kenne jede Stimme“ in der DZ vom 31. Dezember 2016.

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