Klimafasten

Vom Aschermittwoch bis Karfreitag auch für kreatives Klimafasten

Die beiden Ursulinenschulen und andere machen mit beim Klimafasten; Foto: Diebäcker (DZ)

Am Aschermittwoch beginnt die christliche Fastenzeit. Sie dauert bis Ostern und ist eine Zeit des Besinnens, in Erinnerung an die Leiden Jesu von seinem Verrat –laut Bibel war das an einem Mittwoch – bis zur Kreuzigung an einem Freitag (Karfreitag). Einige evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer nehmen die aktuelle Klimadebatte zum Anlass, um unter dem Motto „So viel du brauchst“ die Menschen in der Fastenzeit zur Besinnung über unsere Lebensweise anzuregen, was Fleisch, Alkohol, Völlerei betrifft. Einen bewussten Konsum und weniger Überproduktion zum Schutz der Umwelt fordern auch Klimaschützer und die „Fridays for Future“-Bewegung. Wenn jeder nur nach seinen Bedürfnissen nimmt, so die Idee, könnte die Umweltbelastung eingedämmt und der Klimawandel verlangsamt werden. Beim Klimafasten verbinden also die kirchlichen Initiatoren die aktuelle Debatte mit dem christlichen Fasten. Die Klimafasten-Initiative wird begleitet von theologischen Impulsen, Andachten und Themenwochen zu Umweltfragen.

Brötchen auf die Hand, nicht mehr mit Folie oder Tüte

Einkaufsbeutel nähen, Verpackungstüten abschaffen, Kleidertausch und Baumspenden – das Klimafasten in Dorsten nahm 2020 Fahrt auf.  Der Pastoralreferent der Gemeinde St. Paulus ist Initiator des Klimafastens in Dorsten. Kooperationspartner, die erste Ideen einbrachten, sind zum Beispiel die beiden Ursulinenschulen, die sich für die Klimafasten-Zeit schon einiges haben einfallen lassen. So wurde beispielsweise die Plastiktonne in einer Klasse der St. Ursula-Realschule abgeschafft. Der Schulkiosk am Gymnasium verkauft Brötchen und Kuchen künftig „direkt in die Hand“ ohne Tüten oder Folie. An einem Kreativtag in der Realschule wurden Einkaufsbeutel genäht oder Portemonnaies aus Pappe gebastelt. Klimafasten ist vielfältig und nicht besonders aufwendig. Die Gruppe „Youngcaritas“ des Caritasverbandes Dorsten animierte zum Energiesparen. Licht ausschalten, wenn man das Büro verlässt, die Heizung ein wenig herunterdrehen, den Rechner auch in der Mittagspause herunterfahren. Wer auf diese Weise täglich eine Stunde „klimafastet“, spart bis Ostersonntag mindestens fünf Euro ein, haben sie errechnet. Das Geld soll in Bäume investiert werden, die im Herbst in Dorsten gepflanzt werden. Auch das Central-Kino in Holsterhausen beteiligt sich mit einer Schulvorstellung des Films „2040 – wir retten die Welt“. Das Projekt-Team „Klimafasten“ der St.-Ursula-Realschule rief am Aschermittwoch 2020 alle Dorstener auf, an einem Tag in der Woche auf das Auto zu verzichten. Kinder und Jugendliche sollten auf das „Eltern-Taxi“ verzochten dun stattdessen mit Bus und Fahrrad fahren.

Jeder kann mitmachen: Wer beim Klimafasten mitmachen möchte und eine Aktion vorbereitet, kann sich per E-Mail melden bei der Dorstener Zeitung (redaktion@dorstenerzeitung.de) oder bei Kai Kaczikowski (kaczikowski@bistum-muenster.de). Das gilt auch für Familien und Einzelpersonen.

Siehe auch: Klima-Bündnis
Siehe auch: Klimawald


Quellen: DZ vom 22. Febr. 2020. – Südd. Ztg, vom 24. Febr. 2020.

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