Klima-Bündnis

Bürgerforum beim Umweltamt der Stadt angesiedelt

Die Stadt Dorsten ist seit 1997 Mitglied im „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder/Alianza del Clima e. V.“, dem mit Stand von 2007 etwa 600 Städte beigetreten sind. Sie hatten es sich damals zum Ziel gesetzt, die Kohle-Dioxyd-Emissionen bis zum Jahre 2010 zu halbieren sowie die Verwendung von treibhausrelevanten Gasen (z. B. FCKW) und Tropenholz im kommunalen Bereich zu vermeiden. Jeder kann sich an der Erreichung der gesteckten Ziele beteiligen. Der „Runde Tisch Klimabündnis“ ist in Dorsten das Bürgerforum zum Klimaschutz, der beim Planungs- und Umweltamt der Stadt Dorsten angesiedelt ist.

Kommentar zum Klimabündnis in der FAZ vom 31. Januar 2011

Kommentar zum Klimabündnis in der FAZ vom 31. Januar 2011

Mitte des Jahres 2000 hat der „Runde Tisch Klimabündnis“ auf der neuen Fahrradstation am Dorstener Busbahnhof über die Kommanditgesellschaft „Solar Power Dorsten GmbH & Co. KG“, an der sich alle Dorstener mit einer Mindesteinlage von 500 DM beteiligen konnten, eine Solaranlage errichtet. Naturschutzbund und Naturschutzjugend beteiligten sich als erste. Die Initiatoren waren in der Errichtungsphase zuversichtlich, dass die 5-kW-Photovoltaik-Anlage zu einem wirtschaftlich machbaren Bürgerprojekt werden könne. Die Einspeise-Vergütung ist für die voraussichtliche Haltbarkeit der Anlage für 20 Jahre garantiert. Die Kommanditisten mussten etwa 50.000 DM investieren. Im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen wurde in Verwaltung und Politik laut darüber nachgedacht, ob eine Kündigung der Mitgliedschaft im Verein „Klimabündnis e. V.“ sinnvoll wäre. Der Mitgliedsbeitrag kostete jährlich 480 Euro. Dazu der Kommentar in einer Dorstener Tageszeitung unter der Überschrift „Pfiffige Ideen statt wirkungsloser Symbolik“:

„Oh Schreck, liebe Politiker. Da habt ihr Euch 13 Jahre kaum um den Klimaschutz gekümmert und brecht jetzt eine Riesendiskussion vom Zaun, weil die Stadt 480 Euro Mitgliedsbeitrag nicht zahlen will für einen Verein, der an Klimaschutzaktivitäten in Dorsten erkennbar nichts gebracht aber in der Zeit knapp 6.000 Euro gekostet hat. Viel Geld für ein bisschen Symbol ohne Wirkung. Denn das geben die Beteiligten ja selbst zu, dass Dorsten letztlich nur eine Karteileiche war in dem Verein. Wäre das Geld vor Ort direkt an aktive Ehrenamtliche gegangen, hätten die damit vermutlich mehr bewegt. Mehr informiert. Mehr Menschen überzeugen können. Wie jeder einzelne etwas tun kann fürs Klima. Sich mit hartem Schnitt von der Vereinsmitgliedschaft zu trennen – nur wegen der paar Euro – ist ebenso falsch wie das sture Festhalten daran. Gefragt sind pfiffige, lokale Ideen für den Klimaschutz. Mit einer handvoll Aktiver sollte das doch möglich sein.“

Anfang 2011 haben SPD, die Grünen und die Fraktion WIR die Mitgliedschaft erst einmal gerettet, in dem sie den Mitgliedsbeitrag für drei Jahre übernommen haben. Jetzt soll der Umwelt- und Klimaschutz in Dorsten durch eine Klimaschutzsatzung und Initiativen neu belebt werden.

Der Klimawandel setzt dem Wald in Nordrhein-Westfalen schwer zu. Mit nur noch gerade 23 Prozent ist gerade mal knapp jeder vierte Baum in NRW ohne Schäden, wie die Landesregierung in ihrem „Waldzustandsbericht 2014“ mitteilte. Vor 30 Jahren erschien die erste Erhebung. Damals waren noch 59 Prozent er Bäume gesund. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 916.000 Hektar Wald. Das sind etwa 27 Prozent der Landesfläche. Knapp zwei Drittel davon sind in Privatbesitz. Verbreitetester Baum ist die Fichte, die auf etwa 37 Prozent der Waldfläche wächst. Buchen und Eichen stehen jeweils auf 16 Prozent der Waldfläche. Anderes Laubholz ist mit 20 Prozent vertreten. Weitere elf Prozent stellen Kiefer, Lärche und Douglasie.

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