Kindertagesstätten (Kitas)

Jugendamt registriert einen Mehrbedarf an Ganztagsplätzen in der Stadt

Kindergarten St. Agatha

Kindergarten St. Agatha

Grundlage der Einrichtung von Kindergärten ist ein Gesetz. Demnach steht jedem Kind ein Kindergartenplatz zu. Vollzieher dieses Gesetzes sind die Jugendämter der Kommunen. – In Dorsten gibt es 39 Kindergärten mit 2.335 Plätzen (Stand Februar 2008). Zu diesem Zeitpunkt waren 2.251 Kinder für einen Kindergartenplatz angemeldet worden. Es hat sich gezeigt, so eine Aussage des Jugendamtes, dass große Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige und ein steigender Bedarf an Ganztagsplätzen (Kita; 45 Stunden) besteht. Demnach richtete die Stadt mit 670 Ganztagsplätzen mehr ein, als vom Land kalkuliert. 694 Anmeldungen lagen vor. Im gesamten Norden der Stadt wurden daher zunächst 25 Stunden-Angebote eingerichtet. Ein Umfrage über den Betreuungsbedarf gab folgende Ergebnisse: 11,8 Prozent wünschten eine 25 Stunden-Betreuung. 60 Prozent eine 35 Stunden-Betreuung und 28,6 Prozent eine 45 Stunden-Betreuung.

Jugendamt: Mit Kita-Plätzen sei die Stadt gut aufgestellt

Bei der Versorgung mit Kita-Plätzen sei Dorsten gut aufgestellt, es gebe keine Wartelisten. So war es in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom Jugendamt zu hören. Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen U3-Platz für ihre Kinder. – Die Kindertagesstätte „Arche“ im Stadtsfeld konnte 2014 ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern. Im Kreis Recklinghausen geht jedes vierte Kind unter drei Jahren in eine Kita – oder wird von einer Tagesmutter betreut. Nach Angaben der Landesstatistiker ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um gut sechs Prozent nach oben gegangen. Den größten Anstieg gab es bei den Kindern unter einem Jahr – immer mehr Mütter gehen also kurz nach der Geburt schon wieder arbeiten. Experten sehen darin ein gutes Zeichen für die Vereinbarung von Familie und Beruf. Dass Kinder bis zur Schule komplett zu Hause betreut werden, kommt im Kreis  selten vor. Insgesamt liegt die Betreuungsquote bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren bei 94 Prozent. Im letzten Jahr waren es allerdings noch 97 Prozent. Der Rückgang liegt unter anderem an den vielen Flüchtlingsfamilien – deren Kinder zum Teil noch in keine Kita gehen. – Ab 1. August 2018 erhöhte die Stadt die Kita-Gebühren für drei Jahre um jeweils drei Prozent. Dies beschloss der Stadtrat mehrheitlich.

Kita Vennstraße feierte 25-jähriges Bestehen mit Lichterumzug

Mit einem bunten Lichterumzug und einem gemütlichen Beisammensein hat die städtische Kita Vennstraße in Hervest Mitte November 2022 ihr 25-Jähriges gefeiert. Gefeiert wurde das Jubiläum traditionell mit einem Laternenumzug – so wie bei der Gründung. Die Freude war groß, dass mit dem Jubiläum zugleich das erste große Fest nach der Corona-Zeit mit Eltern und Kindern gefeiert werden konnte. Getreu dem Jahresthema „Weltraum, Planeten, Sterne“ waren die Räumlichkeiten und das Außengelände der Kita mit vielen Lichtern geschmückt. Es funkelte und leuchtete – nicht zuletzt in den Augen der Kinder.

Kinderzuwachs in Dorsten erfordert mehr Kindergärten

An Kindertagesstätten mangelt es in Dorsten erheblich. Die Verwaltung begründet dies damit, dass sie nicht erwartet habe, dass so viele Plätze gebraucht würden und daher im Kindergarten-Bedarfsplan mit einer niedrigeren Kinderzahl gerechnet habe, obgleich die Geburtenzahl in den sechs letzten Jahren annähernd gleich geblieben ist. In Dorsten mit seinen 12 Stadtteilen leben 4355 Kinder bis zum Alter von sechs Jahren. Ihnen stehen aber nur 1990 Kindergartenplätze zur Verfügung. Doch haben die Eltern aller Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die jährlichen Geburtenzahlen sind seit sechs Jahren gleichbleibend. Die Altersgruppen der Kinder mit Stand von März 2018: Es gibt 620 unter einjährige Kinder, 642 einjährige Kinder, 615 Zweijährige, 629 Dreijährige, 619 Vierjährige, 600 Fünfjährige und 630 Sechsjährige.

Fünf Ortsteile brauchen mehr Kindergartenplätze

Ein städtischer Kindertagesstättenbedarfsplan nimmt alle vier Jahre die Eckdaten auf und zeigt an, wo in Dorsten nachgebessert bzw. Kitaplätze ausgebaut werden müssen. Aktuell liegt der neue Kindertagesstättenbedarfsplan für die Jahre 2018 bis 2022 vor. Bedarf gibt es vor allem in Ortsteilen mit Neubaugebieten wie Wulfen und Barkenberg, in der Altstadt und auf der Hardt sowie in Hervest. In Holsterhausen wird eine viergruppige Einrichtung in städtischer Trägerschaft auf dem Antoniusplatz neu gebaut. Die Versorgungsquote für die über Dreijährigen liegt in Dorsten bei 95 Prozent. Die Versorgungsquote für die unter Dreijährigen bei 37 Prozent. Die Stadt hat vor, weitere U3-Plätze mithilfe der freien Träger (evangelische und katholische Kirche) zu schaffen. Für 74 Kinder konnten Eltern keinen Tagesstättenplatz bekommen.

Dorsten hat noch zu wenig Kitaplätze – vor allem für unter Dreijährige

Die Zahl der Kinder eines Geburtsjahrganges hat sich nicht erhöht. Wohl aber die Zahl der Kinder, die schon früh in einer Kita betreut werden sollen. Die Lebenswirklichkeit von Eltern in Dorsten zeigt: Viele Eltern in Dorsten wünschen einen Platz für ihre Söhne und Töchter, bevor diese drei Jahre alt sind. Das führt zu Engpässen besonders in Holsterhausen, Wulfen und Barkenberg im Norden, Altstadt und Hardt im Süden der Stadt sowie Hervest in der Mitte. Denn 192 unter Dreijährige und 66 Kinder über drei Jahren standen mit Stichtag 25. Januar 2019 in den 37 Tageseinrichtungen in Dorsten auf den Wartelisten. Bei den über Dreijährigen wird die Nachfrage durch provisorische Angebote zum Kindergartenjahr 2019/20 gedeckt. Bei den unter Dreijährigen wird das Angebot durch eine Aufstockung der Tagespflegeplätze erhöht. Bedarfsrechnung der Stadt Dorsten für 2019 und 2020: 2019 fehlen in Dorsten 236 Regelplätze, der Gesamtbedarf liegt bei 2.637 Plätzen, vorhandene Regelplätze gibt es 2.251, dazu 150 Tagespflegeplätze. 2020 verschärft sich die Situation noch: Dann beläuft sich der Gesamtbedarf an Plätzen auf 2.684, die Regelplätze sind 2.251 plus 160 Tagespflegeplätze – es fehlen 273 Regelplätze laut Verwaltung. Zurzeit wird das Defizit durch Überbelegungen bei den über Dreijährigen ausgeglichen. Das ist gesetzlich möglich.
2021 wirken sich Neubau- und Ausbaumaßnahmen in den Einrichtungen aus: Dann fehlen lediglich noch 185 Regelplätze bei einem Gesamtbedarf von 2.681 Plätzen, vorhandenen 2.331 Regelplätzen und 165 Tagespflegeplätzen. Allein kann die Stadt den Ausbau des Angebotes nicht stemmen und kooperiert in den Stadtteilen u. a. mit der Dorstener Wohnungsbaugesellschaft, der Awo, den Kirchengemeinden sowie den evangelischen dun katholischen Gemeinden (Quelle: Nach Claudia Engel in DZ vom 1. Juni 2019).

Es muss gebaut werden – Neubau entsteht 2020 in Holsterhausen

Jetzt muss neu gebaut werden, denn die Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder. Der Verband der Evangelischen Kirchengemeinden betreibt sechs Einrichtungen. Fünf davon werden in Abstimmung mit der Stadt und dem Landesjugendamt noch 2018 erweitert oder ausgebaut, was 60 neue Plätze bringt. Die Katholische Kirchengemeinde deckt durch Erweiterungen bestehender Kita-Gruppen und Errichtung neuer Kitas in Neubaubaugebieten zur Bedarfsdeckung bei. Die Stadt Dorsten errichtete in Holsterhausen für 2,3 Millionen Euro eine neue Einrichtung an der Ecke Antonius /Breslauer Straße (Foto), der im Bovember 2020 eröffnet wurde und den Namen “Wennemar” hat. In Holsterhausen gibt es rund 450 Kindergartenplätze. Demgegenüber stehen rund 850 Kinder bis zu 6 Jahren. Der Zuwachs wird sich weiter steigern. Denn mittel- und langfristig sollen auch im Ortsteil Holsterhausen vier Baugebiete auf 13 Hektar Fläche entstehen, was weitere Kinder mit sich bringt. Einige Eltern kamen der Stadt insoweit entgegen, als dass sie Fahrwege in Kauf nehmen, um ihre Kinder zu einer Einrichtung in einem anderen Stadtteil zu fahren. Das waren 153 Kinder, die freie Plätze in der Kindertagespflege oder freie Plätze in Tageseinrichtungen in Nachbarortsteilen in Anspruch nahmen.

Stadt Dorsten plant drei weitere Kita-Neubauten und Neubaugebieten

Die Stadt plant den Neubau dreier Kindertageseinrichtungen mit jeweils vier Gruppen an Orten, wo durch Neubeugebiete mit entsprechendem „Kindersegen“ gerechnet werden muss. Der Bedarf ist in Dorsten bekanntermaßen groß. Die Standorte wurden im 2019 beschlossen. Zwei Kitas werden 2021 errichtet. Eine davon soll an der Ziegelstraße in unmittelbarer Nachbarschaft des Neubaugebietes auf der Hardt am Nonnenkamp gebaut werden (eröffnet 2023), die andere Kita auf einem Baugrundstück an der Marktallee in Wulfen-Barkenberg zwischen Kampstraße und Parkdeck Wulfener Markt entstehen (siehe nächsten Absatz). Und an der Hohefeldstraße in Holsterhausen wird es die dritte neue Kita geben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 5,5 Millionen Euro. Die Gesamtbaukosten für die beiden Kitas auf der Hardt und in Barkenberg belaufen sich schätzungsweise auf 5,5 Millionen Euro. Da weder die Stadt selbst noch die freien Träger allein den finanziellen Aufwand von etwa 2,7 bis 2,8 Mio. Euro pro Kita tragen können, wird die neue städtische Tochter Infrador als Investorin und Vermieterin für die freien Träger fungieren, die die Einrichtungen gerne führen möchten. Über die Investorin und Stadttochter Infrador haben die freien Träger dann die Möglichkeit, einen Antrag auf Fördermittel beim Land zu stellen.

Kita Marktallee: Wasserflecken und Schimmel verhinderten die Eröffnung

Im September hätte die Kita Marktallee in Wulfen-Barkenberg eröffnen sollen. Doch dazu kam es nicht. Ein Wasserschaden zwei Wochen vor der Eröffnung sorgt für große Probleme. Löcher im Boden, aufgerissene Wände und demontierte Möbel. Die Kita in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) war schon Ende Juli 2023 fertig. Im September sollten die ersten Kinder kommen. Knapp zwei Wochen davor kam der Wasserschaden. Die städtische „InfraDor“-Gesellschaft kümmerte sich um den Bau der Kindertagesstätte. Die Stadt Dorsten erklärte gegenüber der Redaktion schon Mitte Oktober, dass der Schaden durch die bauausführende Firma an einer Frischwasserleitung verursacht worden sei. Mehrere zehntausende Euro sollen die Behebung kosten. Die Versicherung habe den Schaden bereits anerkannt, die Freigabe stehe aber noch aus, erklärte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage der Dorstener Zeitung. Wann die Kita nun endlich öffnen kann, ist noch ungewiss. Angestrebt sind vier Gruppen mit insgesamt 72 Plätzen. Davon betreut eine Gruppe Kinder unter drei Jahren.

Kita an der Ziegelstraße konnte Anfang 2023 eröffnet werden

„Kindertagestätte St. Katharina“ heißt die von der städtischen Gesellschaft Infrador errichtete und von der katholischen Kirchengemeinde St. Agatha betriebene Einrichtung an der Ziegelstraße (Bähe Nonnenkamp), die im Februar 2023 eröffnet wurde. 53 Kinder in zunächst drei Gruppen wurden bereits aufgenommen, darunter die 22 Kinder der Kita Am Rehbaum, die zuvor übergangsweise im städtischen Begegnungszentrum „Das Leo“ untergebracht waren und deren Trägerschaft von der Agatha-Gemeinde übernommen worden war. Im nächsten Kita-Jahr ab 1. August 2023 werden alle vier geplanten Gruppen am Start sein. Die Plätze waren allerding schon über den Kita-Navigator der Stadt vergeben.

Kita an der Ahornstraße in Holsterhausen wird Familienzentrum

Der nächste Kindergarten in Dorsten wird zum Familienzentrum. 15 der insgesamt 42 Kindergärten in Dorsten sind seit 2006 inzwischen zu „Familienzentren“ geworden. Auch 2023 diesem Jahr wird eine Kita aus der Lippestadt in den Reigen derjenigen Einrichtungen aufgenommen, die künftig vom Land NRW 20.000 Euro im Jahr erhalten, um mit Unterstützungsangeboten Eltern bei der Erziehung im Alltag unter die Arme zu greifen. Der Dorstener Jugendhilfeausschuss beschloss in seiner Sitzung im Mai 2023, dass die Kita Ahornstraße, die vom Verband der Evangelischen Kirchengemeinden betrieben wird, von dem Förderprogramm profitieren soll. Nach dem Verbund St. Antonius/St. Ida und der Kita „Hand in Hand“ wird es das dritte Familienzentrum in Holsterhausen werden. Neben dem jetzigen Gebäude soll zum Kita-Jahr 2025/2026 für rund vier Millionen Euro eine neues Kindergarten-Gebäude für vier Gruppen entstehen. Wenn es fertig ist, sollen die Alt-Immobilie abgerissen und barrierefreie Wohnungen für Senioren und Demenzkranke entstehen.

Am Grünen Weg entsteht „Löwenzahn“, 2024 die neueste Kita Dorstens

72 Plätze in vier Gruppen wird der neueste Kindergarten in Dorsten haben, der im August 2024 eröffnet werden soll. Die Bauarbeiten schreiten voran. Der offizielle Spatenstich fand im April 2023 statt. Die Kita entsteht auf dem bisherigen „Niemandsland“ zwischen Wendehammer Grüner Weg, Eisenbahnbrücke, altem Hervester Bahnhofsgebäude und Bismarckstraße. Bauherrin ist die städtische Gesellschaft „Infrador“, betrieben wird die Kita nach der Fertigstellung von der Lebenshilfe, die auch Trägerin des Integrativen Kindergartens „Pusteblume“ an der Reiherstraße ist. „Löwenzahn“ wird die neue Kita heißen. Das eingeschossige Gebäude wird gut 1000 Quadratmeter groß werden, dazu kommt eine 200-Quadratmeter-Terrasse und ein Außenbereich mit vielen Spielgeräten auf 1280 Quadratmetern. Das Löwenzahn-Neubau-Projekt wird nach der fertiggestellten Kita St. Katharina an der Ziegelstraße und der kurz vor der Fertigstellung befindlichen Kita an der Marktallee in Wulfen-Barkenberg die dritte Kita von Infrador sein, die nach dem Vorbild des Wennemar-Kindergartens in Holsterhausen errichtet wird. Dass für den Kita-Neubau am Grünen Weg 3,6 Millionen Euro kalkuliert werden und damit um die 500.000 Euro mehr als für die anderen, hängt mit möglichen „Risikokosten bei den aktuellen Baupreisentwicklungen“ zusammen (Quelle: MK in DZ vom 8. Aug. 2023).

Mehr Kinder unter drei Jahren brauchen in Dorsten einen Kita-Platz

Die Stadt Dorsten baut vier neue Kitas. Diese werden auch dringend benötigt, denn vor allem im U3-Bereich ist der Bedarf an Betreuungsplätzen höher als ursprünglich angenommen. 2462 Plätze kann die Stadt Dorsten für das Kindergartenjahr 2021 zur Verfügung stellen – davon 480 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 1982 Plätze für Kinder über drei Jahren. Daher werden die vier Einrichtungen geplant und gebaut: in der Hardt, in Wulfen-Barkenberg, in Hervest und in Holsterhausen. Insgesamt sind dort aktuell 1389 Kinder vorgemerkt, davon 1035 für das Kita-Jahr 2021. Die meistern Vormerkungen gibt es für zweijährige Kinder (395), gefolgt von einjährigen (353), dreijährigen (145) und Kindern unter einem Jahr (78). 625 neue Betreuungsverträge sind bereits geschlossen worden. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Stadt hervor. Die 410 Eltern, die noch keinen Vertrag unterzeichnet hatten, wurden im Februar angeschrieben und gebeten, sich beim Amt für Familie und Jugend zu melden. Mit Stand von Juni 2020 folgten 75 dieser Bitte. Zwölf Kinder konnten daraufhin in eine Kita und 14 in eine Tagespflegeeinrichtung vermittelt werden. 19 weitere Familien möchten warten, bis die neue Kita in Holsterhausen eröffnet. Mit den verbleibenden 30 Eltern führt die Stadt aktuell Gespräche, inwieweit tatsächlich ein Platz zum 1. August dringend gebraucht wird. Mit der Eröffnung der vier Tageseinrichtungen könne der Bedarf zum größten Teil gedeckt werden, heißt es weiter. Allerdings sei es so, dass mehr Kinder unter drei Jahren und weniger Kinder über drei Jahren in Dorsten leben würden, als vor zwei Jahren bei der Aufstellung der Bedarfsplanung angenommen worden sei. „Dies erhöht den Druck auf die Bedarfe in der U3-Betreuung“, heißt es in der Vorlage.

Kita-Gebühren und Kinderspielplatz: Politiker lehnten Bürgeranträge ab

Reduzierung der Kita-Gebühren und ein neuer Kinderspielplatz: Diese Anträge von Bürgern, Kita-Gebühren zu reduzieren und einen neuen Kinderspielplatz einzurichten, lehnten die Lokalpolitiker im Oktober 2022 im Dorstener Haupt- und Finanzausschuss ab. Dabei folgten die Ausschussmitglieder den Beschluss-Vorschlägen der Stadtverwaltung. Nach dem Bebauungsplan an der Clemens-Augst-Straße (Nähe Krankenhaus) will die Stadt ein Mehrfamilienhaus auf einem Wiesengrundstück bauen lassen, das eigentlich als Spielfläche vorgesehen war. In beiden Fällen folgten die Ausschussmitglieder damit den Beschluss-Vorschlägen der Stadtverwaltung. Der zweite Antrag kam von der Bürgerin Romina Mangels. Die Wulfenerin bemängelte, dass in Dorsten die Kita-Gebühren zum Teil erheblich höher seien als in Nachbarstädten und fordert vergleichbare Beiträge für arbeitende Eltern, wie sie in anderen Kommunen herrschen sowie altersgestaffelte Sätze, die ab einem Alter von zwei Jahren differenziert werden. Auch dieser Bürgerantrag wurde von der CDU mit ihrer Mehrheit im Ausschuss abgelehnt, wogegen AfD und „Die Fraktion feat. Die Linke“ zustimmten, die SPD und die Grünen enthielten sich der Stimme (Quelle: Michael Klein in DZ vom 24. Okt. 2022).

Mehr Plätze in der Tagespflege 2020

Positiv sei jedoch, dass das Angebot der Tagespflege kontinuierlich erweitert werde. So gebe es aktuell 180 Plätze bei Tagesmüttern oder in Tagespflegeeinrichtungen (2018 waren es noch 140). Dennoch würden immer mehr Eltern einen Platz für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr in Anspruch nehmen wollen. Obwohl im Vergleich zum vergangenen Kita-Jahr das Platzangebot von 2382 auf 2462 erweitert werden konnte, sei dieses immer noch nicht ausreichend, um Überbelegungen und provisorische Gruppen vollständig aufgeben zu können. Die Verwaltung hat zudem festgestellt, dass immer mehr Eltern eine Betreuungszeit von 45 Stunden die Woche buchen (64 Prozent für 2020/21). Das und die im August um 21 Prozent steigende Kinderpauschale führen dazu, dass der städtische Haushalt hinsichtlich der Betriebskostenzuschüsse mit zusätzlichen 1.134.000 Euro belastet wird (Quelle: Manuela Hollstegge in der DZ vom 30. Mai 2020).

Juni 2020: Kindergärten wieder für alle Kinder geöffnet

Nach Lockerungen der Maßnahmen während der Corona-Pandemie dürfen in Dorsten seit Mitte Juni 2020 wieder alle Kinder in ihre Kitas. Die Eltern müssen jedoch einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Der Personalmangel hat auch Auswirkungen auf das Mittagsangebot. Der Infektionsschutz macht weiterhin Einschränkungen nötig. Wie vom Land vorgegeben, verständigte sich die Stadt Dorsten mit Vertretern der Kirchen, der Lebenshilfe und von zwei Elterninitiativen darauf, die Betreuungszeiten zu reduzieren. Die gebuchte Stundenzahl wurde jeweils um zehn Stunden gekürzt.

Nach wie vor nur wenige männliche Erzieher in den Kitas im Vest

Nach wie vor gibt es im Kreis Recklinghausen nur wenige männliche Erzieher. 2016 haben in den Kitas im Kreis 145 Männer gearbeitet. Das sind zwar etwas mehr als im Jahr davor. Insgesamt liegt die Männerquote aber nur bei vier Prozent. Laut Arbeiterwohlfahrt ist der Job für viele Männer unattraktiv, weil man vergleichsweise wenig verdient.

Land will strukturelle Unterfinanzierung der Kindertagesstätten beheben

Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) wird reformiert. Ab August 2021 müssen Kindergärten „auskömmlich“ finanziert werden. Bislang ist der Betrieb von Kindergärten ein Zuschussgeschäft für die Träger (Stadt, Kirchen, Lebenshilfe, Elterninitiativen). Um die strukturelle Unterfinanzierung des Systems zu beheben, sollen jährlich rund 750 Millionen Euro landesweit in das System fließen. Diese sollen nicht von den Kindergartenträgern oder Eltern finanziert werden, sondern zur Hälfte vom Land – und zur Hälfte von den Trägern der örtlichen Jugendhilfe, in Dorsten von der Stadt. Der finanzielle Mehraufwand für die Stadt liegt „nach einer ersten vorsichtigen Schätzung“ des Kämmerers bei 1 Million Euro. Darin noch nicht enthalten ist der Aufwand, der durch die Schaffung neuer Plätze notwendig ist. „Diese Beiträge müssen ab 2020 zusätzlich zur Verfügung gestellt werden und werden dauerhaft den Haushaltsausgleich belasten (Stadtkämmerer). 2019 hat das NRW-Familienministerium angekündigt, dass Eltern ab dem Kita-Jahr 2020/21 für die letzten beiden Jahre vor der Einschulung für ihre Kinder keinen Beitrag mehr aufbringen müssen. Der Stadt werden diese Beitragsausfälle vom Land erstattet. Land und Spitzenverbände wollen außerdem die Kita-Öffnungszeiten verändern, um die Randzeiten besser abdecken zu können.

In NRW fehlen 102.000 Kitaplätze – und 24.400 Fachkräfte

Trotz des Kita-Ausbaus in den vergangenen Jahren fehlen in NRW einer Bertelsmann-Studie vom Oktober 2022 zufolge im kommenden Jahr fast 102.000 Kitaplätze. Um die Nachfrage zu decken, müssten zusätzlich zum vorhandenen Personal weitere 24.400 Fachkräfte eingestellt werden. Das bedeute rund 1,1 Milliarden Euro zusätzliche Personalkosten. Hinzu kämen Betriebs- und mögliche Baukosten für die neuen Kitaplätze. Der seit 2013 in Deutschland geltende Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz lasse sich auch im Jahr 2023 somit nicht erfüllen. Die Quote der betreuten Kinder unter drei Jahren liegt laut der Berechnungen mit 30 Prozent in NRW unter dem Betreuungsbedarf von 44 Prozent. Für die Kinder ab drei Jahren beträgt die Lücke nur vier Prozentpunkte.

Schon jetzt oft kein Platz in der Kita – Warnung vor weiteren Schließungen

Die Freie Wohlfahrtspflege und der Landesbeirat der Kita-Eltern hatten Ende 2023 erneut eindringlich vor dem Zusammenbruch der sozialen Infrastruktur in NRW gewarnt. Wenn die Landespolitik nicht endlich reagiere, seien im kommenden Jahr weitere Angebotsreduzierungen oder sogar Schließungen die Folge. Das betreffe alle Bereiche von der Kita über schulische Ganztagsangebote bis hin zur Pflege und sozialen Beratungsangeboten, warnten Sprecher der Initiative „NRW bleib sozial!“. Nach einer Großdemonstration im Oktober 2023 vor dem Landtag in Düsseldorf sei eine angemessene politische Reaktion ausgeblieben, kritisierte der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW, Christian Woltering. Trotz der dramatischen Lage der Träger gebe es im Landeshaushalt 2024 keine spürbaren Verbesserungen für die soziale Infrastruktur. Schon jetzt müssten Eltern teilweise ihre Arbeitszeit verkürzen oder ihren Beruf ganz aufgeben, weil sie die vielen Fehlzeiten durch kurzfristige Ausfälle des Kita-Angebots nicht mehr stemmen könnten, berichtete Daniela Heimann vom Vorstand des Landeselternbeirats NRW. Teilweise würden Kinder erst morgens an der Kita-Tür abgewiesen. Die kommunalen Spitzenverbände äußerten sich in einer Mitteilung ähnlich. Das Land müsse die 100 Millionen, die den freien Trägern und der Kirche für das erste Halbjahr 2024 als Überbrückungshilfe zugesagt worden seien, mindestens verdoppeln (dpa).

2023 und 2024: Bundesweit vier Milliarden Euro für Kitas

Die Bundesländer sollen für weitere Qualitätsverbesserungen in den Kitas nach Plänen der Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) in den kommenden zwei Jahren knapp vier Milliarden Euro bekommen. Das sieht ein Referentenentwurf des Ministeriums für ein „Kita-Qualitätsgesetz“ vor. Konkret ist die Rede von jeweils 1,993 Milliarden Euro in den Jahren 2023 und 2024. In den Haushaltsberatungen vor der Sommerpause war die Größenordnung bereits grundsätzlich vereinbart worden. Das Gesetz knüpft an das sogenannte Gute-Kita-Gesetz der ehemaligen Familienministerin Franziska Giffey (SPD) an, das zum Jahresende ausläuft. In der Begründung wird eine „stärkere Fokussierung auf die Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung“ betont. Zudem sollen neue Beitragssenkungen nicht mehr umgesetzt werden können (dpa).

NRW: Kita-System unter Druck – Personalnot, Betreuungsengpässe

Notbetrieb, verkürzte Öffnungszeiten, zusammengelegte Gruppen: Eltern von Kindergartenkindern müssen sich im neuen Kita-Jahr erneut auf Einschränkungen bei der Betreuung einstellen. „Wir haben es in den Einrichtungen mit einer Kombination aus Fachkräftemangel und Finanzierungsproblemen zu tun, die es zurzeit nicht möglich machen, das reguläre Betreuungs- und Bildungsangebot, wie wir es uns als Gesellschaft leisten müssten, aufrechtzuerhalten“, sagte Mechthild Thamm, Fachgruppenleiterin Kinder und Familie beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW, vor dem Start in das Kita-Jahr 2023 ab August. Zeitweise Kürzungen von Betreuungszeiten seien in vielen der 1200 Kitas unter dem Dach des Paritätischen in NRW bereits im vergangenen Halbjahr leider die Regel geworden. Ähnliches ist von anderen Trägern zu hören (dpa).

Bund will den Ländern mehr Geld für Besserung der Kitas auszahlen

Bundesfamilienministerin Lisa Paus will mehr in die Qualität von Kindertagesstätten investieren. Das kündigte die Grünen-Politikerin im August 2023 in Berlin an. Anlass war das Kita-Qualitätsgesetz des Bundes, das zum Jahresbeginn offiziell in Kraft trat. Es wird durch Vereinbarungen mit den 16 Bundesländern nun Zug um Zug umgesetzt. Insgesamt stellt der Bund dafür in den nächsten zwei Jahren rund vier Milliarden Euro bereit. Bisher hatten die Länder ein Drittel der Bundesmittel in die Qualitätsentwicklung der Kitas investiert. Fortan würden es vier Fünftel, also 80 Prozent, sein. Sechs Länder sparen stattdessen bei der Beitragsentlastung der Eltern. Nach Angaben des Familienministeriums werden 92 Prozent der Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt in einer Kita betreut. Bei Kindern unter drei Jahren seien es 35,5 Prozent.

Zur Information:
Körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe in NRW-Kitas angestiegen

Die Zahl der Meldungen über körperliche Gewalt. pädagogischem Fehlverhalten und sexuelle Übergriffe in Kitas/Kindergärten hat sich einem Bericht der in Bielefeld erscheinenden „Neue Westfälische“ vom 17. Januar 2021 zufolge in den vergangenen Jahren in NRW verdoppelt oder sogar verdreifacht. Die Statistik der Landesjugendämter zeigt demnach einen besonders eklatanten Anstieg im Rheinland: Erfasste das hier zuständige Landesjugendamt 2018 noch 34 Fälle von pädagogischem Fehlverhalten, waren es 2020 schon 120. Diese Zahl verdoppelte sich nahezu im Folgejahr auf 222 Fälle. Auch bei körperlichen Übergriffen und körperlicher Gewalt sei ein starker Anstieg verzeichnet worden: Von 42 Fällen im Jahr 2018 seien die Meldezahlen in der Pandemie stetig nach oben geklettert auf mehr als doppelt so viele Fälle im Jahr 2021. Bei sexuellen Übergriffen seien die Fallzahlen von 38 Fällen in 2018 auf 76 gestiegen.
In der ländlicheren Region Westfalen-Lippe sind weniger Fälle erfasst, doch auch hier sind starke Anstiege zu beobachten. Bei unangemessenem Erziehungsverhalten, wie es beim zuständigen Landesjugendamt heißt, verdoppelten sich die Meldungen nahezu von 2019 bis 2021 von 33 auf 62. Die Fälle von körperlicher Züchtigung stiegen von 22 auf 54. Meldungen über sexuelle Übergriffe stiegen von 16 auf 29. Beide Landesjugendämter führen den Anstieg auf eine erhöhte Sensibilisierung bei Eltern, Erziehern und Trägern zurück. Dies habe auch mit einer Kampagne für Gewaltschutz zu tun, die beide Ämter 2020 durchgeführt hätten. Demütigungen, Erniedrigungen, körperliche und sexuelle Übergriffe müssen schon bei Verdacht von Kitas gemeldet werden (dpa).

Betreuungsquote der unter dreijährigen Kinder in NRW gestiegen

Knapp ein Drittel der Kinder unter drei Jahren in Nordrhein-Westfalen werden derzeit in Kitas oder bei Tagesmüttern oder -vätern betreut. Das ergab eine Stichtagserhebung am 1. März 2023, wie das Statistische Landesamt IT.NRW mitteilte. Die U3-Betreuungsquote ist demnach innerhalb eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte auf 31 Prozent gestiegen. 2022 hatte sie noch bei 30,4 Prozent gelegen. In absoluten Zahlen wurden am Stichtag gut 161.000 Kinder unter drei Jahren betreut. Die Betreuungsquoten variieren regional zwischen 42,5 Prozent im Kreis Coesfeld und 18,1 Prozent in Gelsenkirchen (dpa).

Studie 2023: In Nordrhein-Westfalen fehlen 87.000 U3-Kitaplätze

Eltern von rund 87.000 Kindern unter drei Jahren haben in NRW einer Studie zufolge zuletzt keinen Kitaplatz gefunden. Obwohl es seit nunmehr zehn Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gebe, sei die Situation nach wie vor prekär, sagte Wido Geis-Thöne, Autor der Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit Blick auf die bundesweite Situation. Knapp die Hälfte aller Eltern von Kindern unter drei Jahren in NRW wünschen sich einen Betreuungsplatz. Nur rund 161.000 von 248.500 bekamen aber einen (dpa).

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