Ketteler, Freiherr von

„Arbeiter-Bischof“ war der Schwager des Grafen von Merveldt in Lembeck

1811 in Münster bis 1877 in Burghausen/Obb.; Bischof. – Der als „Arbeiter-Bischof“ von Mainz in die Kirchengeschichte eingegangene geistige Gründer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hatte verwandtschaftliche Beziehungen zur gräfliche Familie Merveldt auf Schloss Lembeck.  In Dorsten tragen eine Schule und eine Straße seinen Namen. Der einem westfälischen Adelsgeschlecht entstammende Kleriker wurde 1850 zum Bischof von Mainz ernannt, war 1848/50 Mitglied der Nationalversammlung und 1871/72 Mitglied des Reichstags. k-kab-Ketteler - Vom Abgeordneten1826 heiratete seine Schwester Sophia, zu der er zeitlebens eine besonders tiefe Zuneigung hatte, den Grafen Ferdinand Anton von Merveldt. Mehrmals war er zu Besuch auf Schloss Lembeck. Von seinen Aufenthalten schwärmte er in den Briefen an seine Schwester „von dem Land der schönen Buchen“. Als Ketteler zum Dompropst von St. Hedwig in Berlin ernannt wurde, bereitete er sich in der Michaeliskapelle in Lembeck, die sein Schwager baute und das am Eingang angebrachte Allianzwappen auch das Ketteler-Wappen zeigt, durch achttägige Exerzitien auf dieses Amt vor. Als Graf Ferdinand Anton 1853 starb, kam der Schwager, der nunmehrige Bischof von Mainz, zum Begräbnis nach Lembeck.

Bischof von Ketteler holte Kaplan Liesen zu sich nach Mainz

Weitere familiäre Beziehungen nach Lembeck hatte Ketteler, als sein Neffe, Friedrich Graf von Galen, Pfarrer in Lembeck wurde. Als der Bischof 1862 zur „Kanonisierung der japanischen Märtyrer“ nach Rom reiste, begleitete ihn sein Neffe. Dort weihte der Bischof den aus Lembeck stammenden Studenten Bernhard Liesen zum Priester, den der Bischof später als Hauskaplan zu sich nach Mainz holte. Während des Kulturkampfes war die Stelle des Vikars der Michaeliskapelle verwaist und so schickte von Ketteler seinen Hauskaplan Dr. Liesen nach Lembeck. Seiner Schwester und der Gemeinde Lembeck blieb der Bischof trotz der hohen Beanspruchung, die sein hohes Amt mit sich brachte, zugetan. Im Dezember 1872 schrieb er seiner Schwester als Weihnachtsgruß: „Gott segne Dich und alle Bewohner des lieben alten Lembeck.“


Quelle:
Manfred Steiger in HK 2005.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone