Feuerwehr Rhade

„Pastors Schöppken“ diente der Wehr als Gerätehaus für die Spritze

Feuerwehr Rhade

Feuerwehr Rhade mit der Löschspritze

Zur Gründungsversammlung der Rhader Feuerwehr am 17. März 1912 wurde mit folgenden Worten eingeladen:

„Diejenigen Personen, welche sich für Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Rhade interessieren, werden ersucht, sich zwecks Besprechung der Angelegenheiten am Sonntag, dem 17. März dieses Jahres, nachmittags 4 Uhr im Lokale des Wirts Krampe einzufinden. Im Interesse der guten Sache bitte ich um eine möglichst rege Teilnahme.“

Mit Brandhorn und Brandglocke Feuer gemeldet

Es kamen 41 Rhader Männer zum Dienst in der Feuerwehr. Durch die neu gegründete Wehr wurde die bestehende Brandwehr aufgelöst und die Einrichtung einer Zwangswehr verhindert. Die vorhandenen Geräte wurden übernommen: 1 Feuerspritze und Wagen nebst Zubehör, 12 Wassereimer, 3 Schläuche á 10 m und 1 Laterne. Die Geräte befanden sich alle im brauchbaren Zustand und wurden in der angemieteten Scheune von Pastor Brockhausen untergebracht. Bis zum Jahre 1924 diente das den Rhadern bekannte „Pastors Schöppken“ als Spritzenhaus. Alarmiert wurde mittels Brandhorn und durch das Läuten der Brandglocke. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte die Feuerwehr in Rhade personell bedingten Notstand. Aufgrund einer Verfügung des Landrats von Recklinghausen musste die Mannschaft innerhalb von fünf Tagen um 12 Mann ergänzt werden, damit die Wehr wieder voll einsatzfähig war. Fünf Feuerwehrleute fielen im Krieg. Nach langjährigen Verhandlungen konnte 1924 ein neues Gerätehaus gebaut und eine von Pferden gezogene Brandspritze angeschafft werden, die von sechs Feuerwehrmännern zu bedienen war. Damit war das Wasserfüllen in den Kupferbottich überflüssig geworden.

Arrestzelle im Feuerwehr-Gerätehaus

1933 wurde eine Amtswehr gebildet, der die Rhader Feuerwehr als „Rhade Halblöschzug VI“ zugeordnet wurde. Zum 25-jährigen Bestehen der Feuerwehr schenkte die Gemeinde der Wehr einen Übungsplatz, den der damalige Bürgermeister Schulte von seinem Grundbesitz westlich des Gerätehauses zur Verfügung stellte. Im Gerätehaus befand sich seinerzeit noch eine vergitterte Arrestzelle. Vorübergehend wurden dort Brandstifter und Diebe eingesperrt. 1937 schaffte die Wehr eine Motorspritze an, die gezogen werden musste. Die Wulfener stellten einen älteren Mannschaftswagen, der den Spitznamen „Bäckerwagen“ erhielt,  zur Verfügung. Kriegsverpflichtete Feuerwehrmänner wurden im Zweiten Weltkrieg durch bereits ausgeschiedene Feuerwehrleute ersetzt und im Gerätehaus eine Nachtwache eingerichtet. Es musste nicht nur für die Heimatgemeinde Brandschutz übernommen, sondern Einsätze in benachbarten Großstädten mitgemacht werden. 1958 und 1959 bekam die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug und eine neue Tragkraftspritze. Ein Jahr später wurde durch den Bau der Wasser-Ringleitung durch Wulfen, Lembeck, Rhade, Erle und Schermbeck eine erfolgreiche Brandbekämpfung sichergestellt. 1973/74 konnten neue Fahrzeuge angeschafft und das neue Gerätehaus eröffnet werden. – 2015 wurde der Rhader Löschzug zu 49 Einsätzen gerufen.


Siehe auch:
Feuerwehren

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