Esser, Heinz

Liberales Urgestein der Dorstener Kommunalpolitk und der FDP

Heinz Esser im hohen Alter; entnommen DZ

1923 in Holsterhausen bis 2017 Dorsten-Holsterhausen; DeKoWe-Betriebsleiter, FDP-Kommunalpolitiker. – Er war 1964 Mitbegründern der Dorstener FDP und gehört somit zum „Liberalen Urgestein der Dorstener Politik“. Als junger Mann musste er Kriegsdienst leisten, kehrte erst 1949 aus der Gefangenschaft zurück. Wieder in Dorsten trat er eine Stelle bei der Firma DeKoWe an. Dem Unternehmen blieb er bis zum Ruhestand 1988 treu, davon 30 Jahre lang als Betriebsleiter. 20 Jahre lang saß er für die FDP im Stadtrat und war ihr Fraktionsvorsitzender. Damals konnte noch Politik gemacht werden und nicht nur Schulden verwaltet, wie es der heutige Stadtrat macht. Mitglied war er im Haupt- und Finanzausschuss sowie in den Ausschüssen für Beschwerden, Wahlprüfung, Wahlen, Schulen, Liegenschaften und Wirtschaft.
Dorsten wuchs durch viele Baugebiete, mit der Kommunalen Neuordnung wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Wulfen und Lembeck eingemeindet, das Schulzentrum Pliesterbecker Straße, das Bildungszentrum Maria Lindenhof oder das Lippetorcenter wurden geplant und gebaut. Auch nach dem Rückzug aus der aktiven Politik verfolgte er das Geschehen in Dorsten aufmerksam und interessiert. Damals gab es im Rathaus noch die Ratsstuben, in den die Politiker nach den Ratssitzungen interfraktionell beim Bier zusammen gesessen waren. 1984 schied Heinz Esser aus dem Rat aus, denn die FDP verpasste bei den Kommunalwahlen den Wiedereinzug in den Rat. Für sein langjähriges Engagement wurde er unter anderem mit dem Ehrenring der Stadt, dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrennadel der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker ausgezeichnet.  Im Jahr 1988 trat er nach 48 Jahren Betriebszugehörigkeit bei der Kokosweberei Schürholz (DeKoWe) als Betriebsleiter in den Ruhrstand. Da hatte er dann Zeit, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Er studierte im Rahmen „Studium im Alter“ an der Wilhelms-Universität in Münster Geschichte und hielt dies 30 Semester lang durch. Trotz seines hohes Alters ist der Witwer Heinz Esser „ein politischer Mensch geblieben, verfolgt das Geschehen in der Welt und in Dorsten und  liest immer noch Bücher, nur politische müssen es sein“.


Quellen: Nach Ute Hildebrand-Schute „Heinz Esser wird 90 Jahre alt“ in der WAZ vom 22. Februar 2013. – DZ vom 2. Dez. 2017.

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