Einsstraße

In Holsterhausen ist die Straße aus dem Gedächtnis verschwunden

War sie jenseits der Lippe in Hervest?

War die Einsstraße jenseits der Lippe in Hervest? Das konnte bis jetzt nicht festgestellt werden! (Foto 1910)

Von Wolf Stegemann – Wie schnell und wie intensiv etwas vergessen werden kann, ist mit einer aus dem Gedächtnis und den Stadtplänen verschwundenen Straße in Holsterhausen zu belegen. Dies mag auch Beweis dafür sein, wie wichtig Aufzeichnungen sind, wie beispielsweise die in diesem Online-Lexikon. Es geht um die Einsstraße in Holsterhausen. Jahrelang versuchen Mitglieder des Ökumenischen Geschichtskreises Holsterhausen durch Aufrufe, in Ämtern der Stadt und des Kreises, in Katasterämtern sowie im Landesarchiv Münster diese Straße zu lokalisieren. Bislang ohne Erfolg. Der Standort scheint aus dem kollektiven Gedächtnis einerseits, aus dem persönlichen älterer Zeitgenossen andererseits und auch aus dem eigentlich stets abrufbaren Gedächtnis der Bürokratie völlig verschwunden zu sein.

Im Einwohnerbuch der Stadt von 1914 kommt die Straße noch vor, in den darauf folgenden Verzeichnissen wurde der Eintrag dieser Straße entfernt. An dieser Straße standen nur zwei Häuser. Das Haus mit der Nummer 3 gehörte der Familie Lorey, im Haus wohnten 14 Parteien: Karl Stoffel (Händler), Otto Häbisch (Maurer), Erich [unleserlich]meyer (Maurer), Wilhelm Wenige (Händler), Ernst Schroeder (Gemüsehändler), Franz Schantz (Bergmann), Gustav Gräfe (Maurer), Fritz Drees (Arbeiter). Stephan Maron (Hauer), Paul Zdrzalek (Bergmann), Julius Kröger (Arbeiter), Anton Klöpper (Bergmann), Viktor Kunz (Maschinenbauer). Im zweiten Haus mit der Nummer 5 wohnte nur ein Maschinist namens Dominik Bau. Das Haus gehörte der Familie Cirkel. Die Einsstraße, 1914 noch sichtbar vorhanden, verschwand. Die einzige Spur, die sie hinterließ, ist der Eintrag im Einwohnerbuch 1914 von Holsterhausen. 1926 ist sie schob verschwunden.

Die bislang schlüssigste Vermutung, wo die Einsstraße gelegen haben könnte, ist das Grenzgebiet zwischen Holsterhausen und Hervest-Dorsten. Im Zuge einer neuen Grenzziehung könnte die Stelle, die noch 1914 zu Holsterhausen gehörte, in Folg eines Umlegungsverfahrens zwischen 1916 bis 1930 an Hervest gekommen sein. Im Fokus dieser Vermutung steht der Wirtschaftsweg Nr. 119, der von der Wasserstraße zur Lippe führte und an dem die Mühle Lorey und das Gehöft Cirkel lag. Vermessungsoberamtsrat a. D. Ulrich Brenscheidt vom Ökumenischen Geschichtskreis ist der Einsstraße weiterhin auf der Spur. Aber auch eine Straße in Holsterhausener Bereich Kreskenhof könnte die Einsstraße gewesen sein, die heute eine Verlängerung der Straße „Zum Aap“ ist und auch so heißt. – Die Redaktion dieses Online-Lexikons würde gerne erfahren, wo sich diese Straße befand.


Siehe auch:
Straßen

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