Devens, Friedrich

Erster preußischer Landrat des Kreises Recklinghausen

1782 in Horst-Emscher bis 1849 in Bottrop; erster Landrat des Kreises Recklinghausen. – Er war ein guter Freund des Freiherrn vom und zum Stein und verdankte seine Wahl und Ernennung zum Landrat dessen Einfluss beim preußischen König. Denn der Vestische Landtag wählte den „Landräthlichen Commissair“ des entstehenden preußischen Landkreises, Graf von Westerholt-Gysenberg, zum Landrat, den der König auf Betreiben des Freiherrn vom und zum Stein aber nicht bestätigte. Daher wurde noch einmal gewählt und nun  erhielt Devens die Mehrheit und die königliche Ernennung.

Jurastudium in Halle/Saale, danach Hofgerichtsrat in Recklinghausen

..... DevensFriedrich Karl Devens besuchte die Klosterschule zu Essen. Nach dem Jura-Studium in Halle an der Saale und dem Advokatenexamen im Jahr 1804 trat er bei seinem späteren Schwiegervater (z. Zt. der Eheschließung bereits verstorben), Edmund Billmann, als Referendar der herzoglich-arenbergischen Regierung in Recklinghausen ein. 1805 wurde Friedrich Karl Devens Hofgerichtsrat beim Hofgericht in Recklinghausen, gleichzeitig Syndikus der Kommende (geistlicher Ordensbesitz) zu Welheim bei Bottrop. Bevor er 1812 Advokat beim Bergischen Appellationsgerichtshof und preußischer Justizkommissar wurde, war Devens, den Urban von Vorst als den „letzten Romantiker des Emscher-Bruchs“ nannte, zur Zeit der Napoleonischen Fremdherrschaft als großherzoglich-bergischer Steuerrevisor tätig. Friedrich Karl Devens hatte sich vor allem bei der Ordnung des Katasterwesens und als Landtagsabgeordneter der Provinz Westfalen verdient gemacht. Der wirkliche Hofgerichtsrat Friedrich Karl Devens vermählte sich 1821 mit der ältesten Tochter des Dr. Edmund Billmann, Franziska Gertrud Antoinette. Aus der Ehe sind acht Kinder hervorgegangen.

Auch den Pferden galt seine große Leidenschaft

Neben der Politik galt den Pferden seine große Leidenschaft. Er selbst betrieb eine Zucht und verfasste auch Bücher. Sein bekanntestes ist der 1898 im Verlag E. F. Steinacker erschienene Band „Das deutsche Roß“ mit über 40 Bildern und 200 Illustrationen von Theodor Rocholl. Als Devens 1848 schwer erkrankte, übernahm Freiherr von Reitzenstein die Stellvertretung und Nachfolge. Der Sitz der Kreisverwaltung wurde vom Gut Welheim, dem Wohnsitz des Landrats, zunächst in das Rive-Wulffsche Haus nach Recklinghausen verlegt. – Devens starb 1849 in Bottrop. Die Stadt Recklinghausen benannte die „Devensstraße“ nach ihm, auch seine Heimatgemeinde Horst (heute Stadtteil von Gelsenkirchen) widmete ihm eine Straße.

Sohn war Mitgründer der „Freikonservativen Partei“

Einer seiner Söhne, dem der Vater in Verehrung des Herzogs Prosper von Arenberg dessen Vornamen gab, wurde königlicher Landrat in Kleve und trat der von seinem Bruder Leopold 1867 mitbegründeten „Freikonservativen Partei“ bei, in der er eine führende Rolle spielte, dann aber wegen der Konflikte im „Kulturkampf“ austrat. Prosper Devens wollte das Konservativ-Katholische in der Schulorganisation erhalten und trat damit in Opposition zu der preußischen Regierung unter Bismarck. Dieser sagte ihm anlässlich eines Parlamentsessens, dass er derzeit keine katholischen Landräte gebrauchen könne, ebenso wenig wie ein General im Gebirgskrieg die Kavallerie. Prosper Devens legte bei Zuspitzung des Konflikts zwischen Staat und katholischer Kirche 1873 sein Mandat als preußischer Landtagsabgeordneter nieder und erhielt als neuen Wirkungskreis eine Verwaltungstätigkeit im Saarland. Prosper Devens, der Sohn des ersten Recklinghäuser Landrats,  starb 1882 und ist in der Erbgruft in Bottrop bestattet.


Quelle:
Vestischer Kalender 1977 u. a.

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