Brexit

Politische Folgen auch im Kreis Recklinghausen – Einbürgerung von Briten

Bei einem Referendum am 23. Juni 2016 stimmten die Wähler Großbritanniens mehrheitlich mit 51,89 Prozent für den Austritt aus der  Europäischen Union („Brexit“). Offiziell eingeleitet wurde der Austrittsprozess am 29. März 2017. Damit ist nach der vertraglich vorgesehenen zweijährigen Verhandlungsperiode mit dem Austritt für März 2019 zu rechnen. Handel, Migration, Außenpolitik – der Brexit hat Auswirkungen auf viele Bereiche.

Er wird auch Folgen für die Wirtschaft im Kreis Recklinghausen haben. Laut Industrie- und Handelskammer wären mehrere Unternehmen betroffen. Vor allem in der Chemie-, Metall-, Maschinen- und Autoindustrie gibt es Nachteile durch den Brexit. Der Brexit hätte zum Beispiel zur Folge, dass Waren nicht mehr so einfach nach Großbritannien exportiert werden können. Dadurch machen die Unternehmern weniger Umsätze. Andersrum wird es auch schwerer, Waren von der Insel zu bekommen – durch Zollschranken werden die Preise in die Höhe getrieben. Außerdem steigt der bürokratische Aufwand. In einem Punkt macht sich der Brexit schon Anfang 2017 bemerkbar: 2016 haben sich in Recklinghausen 17 Breiten einbürgern lassen. Ein Jahr zuvor gab es keinen Briten, der das wollte. Auch in Dorsten sind in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 schon vier Anträge auf Einbürgerung gestellt worden. Aktuell leben im Kreis etwa 430 Briten.

2016 haben in Stuttgart 29 Briten einen Antrag auf Einbürgerung gestellt. Das sind fast zehnmal so viele wie im gesamten Jahr davor. Bis August 2016 waren es in Hamburg 158 britische Staatsangehörige, welche die deutsche Staatsbürgerschaft beantragten. In Köln hat sich die Zahl der Einbürgerungsanträge ebenfalls mehr als verdreifacht. Aus anderen deutschen Kommunen werden ähnliche Tendenzen gemeldet. Die Situation der Briten in Deutschland beschäftigt auch die Politik. In der Regel muss ein Ausländer seine ursprüngliche Staatsbürgerschaft aufgeben, wenn er in Deutschland eingebürgert werden will. Für EU-Bürger gilt das nicht und für andere (Türken, Israeli u. a.) gibt es Ausnahmeregeln. Beantragt ein britischer Staatsangehöriger also die deutsche Staatsbürgerschaft, darf er, solange Großbritannien noch in der EU ist, auch seinen britischen Pass behalten.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone