Askamp, Marlies

Dorstener Basketballerin sammelte Meistertitel wie andere Briefmarken

Marlies Askamp in action

Marlies Askamp in action

Geboren 1971 in Dorsten; Leistungssportlerin. – Die in Mettmann lebende und als Rechtspflegerin in Wuppertal arbeitende Marlies Askamp ist „wohl die erfolgreichste Basketballerin Deutschlands“.  So bewertete Klaus Rosenkranz die Leistungssportlerin im Juli 2012 in der „Dorstener Zeitung“.  Nach über 20 Jahren im Leistungssport sammelt sie weiter Titel. Bevor sie im Sommer 1987 das erste Mal in der Sporthalle an der Juliusstraße stand und mit dem Basketball-Zweitligisten BG Dorsten trainierte, hatte sie bis dahin in der Jugend von Eintracht Erle gespielt. „Mit 196 Zentimetern Größe und damit mit körperlichen Voraussetzungen, die für ein Mädchen ungewöhnlich sind, mit noch etwas staksigen Bewegungen, aber mit viel Lust auf das orange-rote Leder“ (Rosenkranz).
Rückblickend auf ihre (erste) Dorstener Zeit sagt Marlies Askamp in der „Dorstener Zeitung“:  „Damals, bei Engelbert Sanders, habe ich verstanden, welche Perspektiven mir der Basketball bieten kann.“ Doch bis sie sich zur Spitze des deutschen Basketballs durchspielte, musste sie einige Umwege in Kauf nehmen. Als ihre Eltern, die in Erle einen Bauernhof bewirtschafteten, einen Hof in Norddeutschland übernahmen, verschwand sie erst einmal aus den Augen der Basketball-Fachleute, spielte in der Oberliga in Bremerhaven.

Profispielerin in Phönix, Miami, Los Angeles

Mit der Neuentdeckung durch Marcus Schlösser, damals Trainer des Zweitligisten BC Wolfenbüttel und seinerzeit einer der Hauptgegenspieler von BG-Coach Sanders, gelang ihr der große Sprung. Sie verfeinerte ihre Technik und wechselte nach Wuppertal, wo sie mit dem BTV Meistertitel sammelte. Schon bald wurde die US-amerikanische Frauen-Profi-Liga auf sie aufmerksam. Fortan pendelte sie sechs Jahre lang zwischen den USA und Deutschland, spielte in den Wintermonaten beim BTV Wuppertal, im Sommer in den Vereinigten Staaten, zunächst in Phoenix, dann in Miami, schließlich in Los Angeles. Während die Titel in Deutschland schon fast Routine wurden, dauerte es in den USA bis zu ihrer letzten Station bei den Los Angeles Starks, bis sie sich den Meisterring der WNBL an den Finger stecken durfte. Sie war die erste deutsche Spielerin, die den Profi-Titel in USA gewann.

In Deutschland hatte die Stammspielerin der Nationalmannschaft (190 Länderspiele) keinen Verein mehr, denn der BTV Wuppertal hatte aus finanziellen Gründen seine Mannschaft zurückgezogen. In der BG Dorsten konnte sie nach einem halbjährigen Versuch nicht mehr Fuß fassen. Daher kam sie Ende 2002 einem Angebot aus Italien nach und ging nach Schi. Das Ende ihrer Laufbahn erlebte sie dann in Oberhausen, wo sie noch zwei Jahre in der Bundesliga spielte. Danach widmete sich Marlies Askamp ihrer Familie und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern Jonathan und Frederike zufrieden und nur noch auf den Sport zurückblickend in Mettmann.


Siehe auch:
Sportler


Quelle:
Gekürzt nach Klaus Rosenkranz „Das Sportporträt – Marlies Askamp sammelt weiter Titel“ in DZ vom 23. Juli 2012.

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