Wolters, Ria

Jahrzehnte ehrenamtlich tätig – Begegnungen mit Menschen bereichern

Ria Wolters; Foto: Maria Nienhaus

Ria Wolters aus dem Emmelkamp; Foto: Maria Nienhaus

„Ich bin ein Typ, der nicht Nein sagen kann.“ Mit diesem Satz erklärt Ria Wolters, warum sie seit Jahrzehnten für die Pfarrei St. Antonius in Dorsten-Holsterhausen ehrenamtlich tätig ist. Doch es gibt einen viel tiefer gehenden Grund, wenn sie, die vom Elternhaus her kirchlich geprägt ist, sagt: „Die Begegnung mit Menschen ist mir sehr wichtig, und da kann ich meine Hände nicht in den Schoß legen, da muss ich etwas tun.“
Als ob sie in ihrem Haus und Garten mit den vielen Kleintieren und der Labrador-Hündin Emma nicht genug zu tun hätte, ist sie seit 30 Jahren in vielen Feldern der kirchlichen Arbeit ehrenamtlich tätig. Und nicht nur das. Seit 20 Jahren ist sie zunächst stellvertretende und seit drei Jahren hauptamtliche Küsterin an der St. Antoniuskirche in Holsterhausen.

Im Emmelkamp geboren – daher mit Leib und Seele Emmelkämperin

Ria Wolters ist mit Leib und Seele Emmelkämperin. Schließlich wurde sie in der Bauerschaft geboren, wuchs dort auf und lebt heute noch im Elternhaus, fast in Sichtweite der St. Antoniuskirche. Daher ist ihre Wirkungsstätte auch der Emmelkamp. Dort stieg sie vor 24 Jahren ins Ehrenamt ein. Und zwar in die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD). Ria Wolters war im Bezirk Emmelkamp 16 Jahre lang Sprecherin, dann vier Jahre lang Stellvertreterin und ist heute Bezirksfrau unter 15 Mitgliedern des KFD-Bezirks. Sie bedauert sie, dass immer weniger jüngere Frauen sich der Gemeinschaft anschließen.
In ihrem Bezirk liegt die untere Altersgrenze der Frauen bei 45 Jahren. Ria Wolters sieht darin einen allgemeinen Trend, dass sich immer weniger junge Menschen kirchlichen Vereinen anschließen

Mitarbeit beim Sozialdienst katholischer Frauen in Dorsten

Ihr Engagement im Emmelkamp gilt auch der Caritas. Als Caritas-Helferin macht sie das sogar schon mehr als 30 Jahre. Wenn es in diesem bäuerlichen Bezirk auch weniger Menschen gibt, die in Not sind, als in städtischen Bereichen, so findet sie bei den Pfingst- und Adventsammlungen im Bezirk immer geöffnete Herzen, die für andere geben.
Wer krank ist und vorübergehend oder längere Zeit nicht mehr den Gottesdienst in St. Antonius besuchen kann, den besucht Ria Wolters alle vier Wochen und spendet ihnen die  Kommunion. Die Meldungen dazu erhält sie über das Pfarrbüro. Die Gemeinde St. Antonius lädt jeden Donnerstag Alleinstehende zum Mittagessen und Plaudern ins Pfarrheim ein. Das Essen wird geliefert. Zwischen zehn und zwanzig Personen sind dann auch mit Kaffee zu versorgen. Dort geht Ria Wolters dem Team alle fünf bis sechs Wochen zur Hand. Zu mehr reicht ihre Zeit nicht, denn sie arbeitet auch im Dorstener Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) mit, der am Duvenkamp unter anderem eine Kleiderkammer unterhält, die jährlich immerhin mit kleinen Beträgen rund 20.000 Euro einnimmt, die als Spenden weitergereicht werden.

Früchteteppich zum Erntedankfest seit 20 Jahren – karitativ und kreativ

Fast schon berühmt und immer wieder fotografiert ist zum Erntedankfest der aus- wie einladende Früchteteppich in der St. Antoniuskirche. Ria Wolters dekoriert diesen seit mehr als 20 Jahren. Somit gehört der Früchteteppich als fester und immer wieder bewunderter Bestandteil des Erntedankfestes zur Tradition in der Gemeinde. Zur Hand geht ihr dabei die 80-jährige Johanna Schäfer.
Die Adventszeit ist auch für Ria Wolters, die Blumen „über alles liebt“, eine intensive Hoch-Zeit. Dann steckt sie Blumen, schmückt die Kirche und gehört zu denen, die den Basar unterhalten und für wohltätige Zwecke Selbstgebasteltes verkaufen. Mit den Einnahmen wird auch die Gemeinde-Partnerschaft mit St. Antonio in Campo Formosa in Bahia/Brasilien unterstützt. Mit der Partnergemeinde findet ein reger Austausch auch mit gegenseitigen Besuchen statt.
Wer nun glaubt, Ria Wolters wäre damit ausgelastet, der irrt. Sie findet immer noch genügend Zeit für ihre Familie und ihre Hobbys: Das ist der Garten mit den Volierenvögeln und den Blumen. Und wenn sie Stille braucht, dann liest sie Romane und interessiert sich für Reiseliteratur.
– Maria Nienhaus

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