WDR 2 für eine Stadt

Einen Tag lang aus Dorsten live gesendet, was 20.000 Menschen begeisterte

WDR 2-Bühne auf dem Zechengelände

WDR 2-Bühne auf dem Zechengelände

Mit deutlichem Vorsprung hatte Dorsten am 14. März 2012 das Finale der Aktion „WDR 2 für eine Stadt“ gewonnen. Somit konnte der große WDR-Radiotag in Dorsten am 30. Juni bei Traumwetter starten. Der Radiosender war den ganzen Samstag in der Lippestadt – auf dem Fürst Leopold-Gelände in Hervest, in Schulen, am Marktplatz, auf dem Sportplatz. Und das nicht alleine, sondern mit vielen Stars. Beim großen WDR 2-Sommer-Open-Air waren u. a. die Moekicks, David Pfeffer, Morten Harket, Rea Garvey, Stefanie Heinzmann und die norwegische Band „Katzenjammer“ angesagt. Die ersten Schauplätze – Bürgerfrühstück und Sendebühne auf dem Platz der deutschen Einheit (vor toom) – waren vom Publikum umringt. WDR-Moderator Uwe Schulz rief den bereits zu Tausenden gekommen Dorstenern und Besuchern „Hallo Dorsten!“ zu. Mit der roten Lampe „Auf Sendung!“ startete er den Tag der WDR-2-Livesendung aus Dorsten mit Musik, Themensendungen, Interviews, Radiokoch und immer wieder mit Konzerten und dann auf dem ehemaligen Zechengelände mit einer großen Open-Air-Musik-Show und „Extra-Schicht“.

Carsten Schwanke im Pliesterbecker Schulzentrum

Auf dem Waldsportplatz in Holsterhausen bereitete TV-Koch Helmut Gote vor vielen Zuschauern ein orientalisches Lammragout zu. Am Nachmittag interviewte Radio-Moderatorin Gisela Steinhauer vor 350 Zuhörern in der Petrinum-Aula den Kabarettisten Ingo Appelt und in der Pausenhalle des Schulzentrums Holsterhausen unterhielt Carsten Schwanke bei einem „Dorsten-Spezial“ mit der Wissenschaftsshow Radio-Quarks. Am Abend wurde aus dem Petrinum noch einmal live gesendet: Die Comedy-Show „Zugabe“ mit bekannten Spaß-Stimmen: Maria Grund-Scholer („Angie“), Renè Steinberg, Uli Winters und das Duo Onkel Fisch wurde von Henning Bornemann moderiert.

Rea Garvey brachte die Stimmung auf den Höhepunkt

Höhepunkt des Radiotages war das große Sommer-Open-Air auf dem Zechengelände mit fast 20.000 Menschen. Steffi Neu moderierte. Auf der Bühne agierten David Pfeffer (mit Schmelz in der Stimme „I´m here“, „Hometown“), Morten Harket in Lederjacke und Sonnenbrille (80 Millionen Schallplatten, „Stay on these roads“), Stefanie Heinzmann (mit mörderischem Bass „Diggin’in the dirt“, „My Man is a mean Man“, „Unbreakable“), die Mädel-Band „Katzenjammer“ mit schrägen Klängen und kurzen Röcken („I will dance – when I walk away“, „Rock-Paper-Scissors“), die Band „Moekicks“ um Linda Poppenberg (soulig und groovig und erstmals) und am .frühen Abend erreichte die Veranstaltung auf der Bühne des Zechengeländes mit Rea Garvey den Höhepunkt der Stimmung. („God bless you, we love you“, „Can´t stand the silence“, „Through the eyes of a child“).

Hotels ausgebucht, alle Parkplätze belegt

Alle Hotels in Dorsten waren ausgebucht, die Campingplätze besetzt, die Parkplätze belegt, die Vestische setzte 17 Extra-Fahrzeuge ein, Polizei, Feuerwehr, DRK, THW und andere Diensten waren im Einsatz, im Elisabeth-Krankenhaus war mehr Personal im Dienst, 200 Mobil-Toiletten standen zur Verfügung, 60 Personen mussten wegen Kreislaufprobleme ärztlich versorgt werden..

Bei hochsommerlichen Temperaturen mangelte es an Getränken

Ein gravierendes Ärgernis hat vielen Besuchern die Freude am sonst famosen Festival auf Fürst Leopold verdorben: Die mangelhafte Getränkeversorgung war in der schattenlosen Hitze auf der staubigen Schotterfläche ein ernstes Problem. Die zehn Getränkestände erwiesen sich als zu wenig, sie waren in Fünferreihen dicht umlagert, das Personal war von dem Andrang sichtbar überfordert. Viele Durstige warteten eine Stunde, bis sie etwas zu trinken ergattern können. Viele Besucher waren sauer, viele verließen darum das Konzert ganz oder machten zumindest einen Abstecher zur Halterner Straße, wo Kneipen und Läden durchs geöffnete Fenster ausschenkten. Thomas Hein (Interebent), der die Konzession für den Getränkeausschank vom WDR erworben hatte und mit diesem Auftrag offensichtlich überfordert war, sprach am Abend selbst von einer „Katastrophe“. Vorwürfe gegen Thomas Hein und dessen Firma Interevent erhob auch WDR-Mitarbeiter Dieter Bey in der „Dorstener Zeitung“. Der WDR hatte die zu erwartende Zuschaueranzahl eingeschätzt und diese Zahl – „im Durchlauf waren es 38 000“ – auch an Interevent weitergegeben. „Auch der Wetterbericht ist nicht unter Verschluss gehalten worden.“ Erschrocken seien die WDR-Mitarbeiter dann über die Zustände an den Getränkeständen gewesen. Laut Bey ist das Personal nachmittags aber auch zu spät an den Getränkeständen eingetroffen, als bereits eine hohe Nachfrage herrschte und dann gingen auch noch die Getränke aus: „Das sind Fehler, die ich einem erfahrenen Event-Veranstalter vorhalten muss“, sagt Bey. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten, das hatten wir auch so noch nicht.“

Der Tag wird lange in Erinnerung bleiben

Dorsten habe trotz dieser Widrigkeiten aber „einen ganz tollen Eindruck bei uns hinterlassen“, sagt Bey. Der Konzert-Live-Stream sei sogar in Brasilien geschaut worden, was eine E-Mail belegt. Auch die Musiker seien sehr glücklich gewesen: „Dorsten hat ein tolles Publikum abgegeben.“ Es war ein Tag mit vielen Höhepunkten, der den Dorstenern lange in Erinnerung bleiben wird. Wegen des WDR-2-Radiotages auf dem Zechengelände trat die ExtraSchicht in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche in den Hintergrund. 20 Künstler und Künstlerinnen aus dem südlichen Münsterland repräsentierten verschiedene Kunstrichtungen und Techniken.

Stefanie Heinzmann auf dem WDR2-Konzert


Quellen:
Klaus-Dieter Krause „Volles Programm: Heute ist Dorstens großer Tag – feiern Sie mit!“ in der DZ vom 29. Juni 2012. – „Traumstart bei Traumwetter“ in der WAZ vom 30. Juni 2012. – Jo Gernoth „Die rote Lampe steht auf ,Sendung’“ in der WAZ vom 1. Juli 2012. – Stefan Diebäcker „Mitmachen! Wie hat den Dorstenern der große Radiotag gefallen?“ in DZ vom 1. Juli 2012. – Berthold Fehmer „Sommer-Open-Air: Fast 20.000 Menschen auf dem Zechengelände“ in DZ vom 30. Juni 2012. – Ders. „Sommer-Open-Air: Tolle Musik und tolle Stimmung auf dem Zechengelände“ in DZ vom 30. Juni 2012. – Ludger Böhne „Eine Stunde Wartezeit für ein Bier“ in WAZ vom 1. Juli 2012. – Berthold Fehmer: „Nach dem Radio-Tag: WDR-Mitarbeiter kritisiert. Der Gastronom hat enttäuscht“.

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