Vestische Zeitschrift

Geschichte populärwissenschaftlich erfolgreich dargestellt

Neben dem „Vestischen Kalender“ ist die „Vestische Zeitschrift“ das ältere und hauptsächliche Projekt des Arbeitskreises Vestischer Geschichts- und Heimatvereine e.V. Der im Jahre 2004 herausgegebene hundertste Band dieser Zeitschrift lässt mit Fug und Recht von einem gelungenen Langzeitprojekt sprechen, das mittlerweile ganz selbstverständlich in die Reihe alteingesessener regionalgeschichtlicher Periodika gehört. Um die 1891 erstmals erschienene „Zeitschrift der Vereine für Orts- und Heimatkunde im Veste und Kreise Recklinghausen“ (Vorläuferin der „Vestischen Zeitschrift“) herausgeben zu können, wurde der genannte Verein als Dachverband für die immer zahlreicher werdenden Geschichtsvereine zwischen Emscher und Lippe gegründet. Dieser gab sich am 23. November 1890 eine Satzung, die neben den üblichen appellativen Passagen zur Sicherung, Sammlung und Erschließung schriftlicher Quellen und historischer Überreste der Heimatgeschichte auch die systematische Zusammenfassung und Veröffentlichung einschlägiger Entdeckungen, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in einem eigenen wissenschaftlichen Jahrbuch vorsah.

Breites Spektrum landeskundlicher Fragestellungen und Antworten

Titel Vestische Zeitschrift 1930Seit den frühesten Anfängen tritt somit die populär-wissenschaftlich aufgemachte „Vestische Zeitschrift“, die von 1947 bis 1962 als „Vestisches Jahrbuch“ bezeichnet wurde, als die „Zeitschrift der Vereine für Orts- und Heimatkunde im Vest Recklinghausen“ auf. Der ursprünglich frühneuzeitliche Schwerpunkt ihrer Beiträge ist längst einem breiten Spektrum landeskundlicher Fragestellungen gewichen, die seit geraumer Zeit auch zeitgeschichtliche Untersuchungen umfasst und nicht mehr vor brisanten Themen der NS-Zeit im nördlichen Ruhrgebiet zurückschreckt. Von Anfang an, d. h. seit November 1890, stand der Gesamtverein, der sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs „Arbeitsgemeinschaft Vestischer Geschichts- und Heimatvereine“ nannte und seit 1988 „Arbeitskreis Vestischer Geschichts- und Heimatvereine“ heißt, in einem personellen Näheverhältnis zu den jeweils amtierenden Landräten, die die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hatten. Die redaktionelle Betreuung der Zeitschrift lag nach dem Zweiten Weltkrieg für nicht weniger als vier Jahrzehnte in den Händen von Dr. Werner Burghardt, der dieses Ehrenamt mit seiner langjährigen Tätigkeit als Stadtarchivar von Recklinghausen zu verbinden wusste. Die Neubesetzung dieser städtischen Dienststelle im Jahre 2001 brachte auch den Wechsel im Geschäftsführer- und Herausgeber-Amt mit der Person Dr. Matthias Kordes mit sich.

Der 106. Band der Vestischen Zeitschrift ist erschienen

Die Beiträge des 106. Bandes, erschienen Ende 2016, decken 2000 Jahre Geschichte der Region ab. Sie reichen von römerzeitlichen Legionslagern an der Lippe bis zur Darstellung und Bewertung der zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur in Recklinghausen. Weitere Beiträge befassen sich mit mittelalterlichen Urkunden aus dem ehemaligen Stift Flaesheim, dem großen Stadtbrand in Recklinghausen im Jahre 1500, mit einem unbekannten barocken Gemälde  aus dem ehemaligen Augustinessenkloster in Recklinghausen und der Geschichte der Heimatbewegung in der Region. Elf Einzelbeiträge finden sich in dem 407 Seiten starken Band. Die allesamt wissenschaftlich qualifizierten Autoren sind Fachleute auf ihrem jeweiligen Gebiet, die Mehrheit von ihnen schreibt regelmäßig für die Zeitschrift.


Quelle:
Dr. Matthias Kordes auf der Website der „Vestischen Zeitschrift“ (2011).

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