Stangenberg-Haverkamp, Frank

Er ist derzeit der oberste Repräsentant der Unternehmerfamilie E. Merck

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Geboren 1948 in Dorsten; Investmentbanker und Unternehmer.  – Dicke Schlagzeilen in der Öffentlichkeit und vor allem in der Wirtschaftspresse machte der gebürtige Dorstener 2006, als sein Familienunternehmen, die E. Merck AG, versuchte, die Schering AG feindlich zu übernehmen. Zusammen mit Jon Baumhauer ist Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp der oberste Repräsentant der Unternehmerfamilie Merck. Er ist ein direkter Nachfahre von Emanuel Merck, dem Gründer des Unternehmens und in der elften Generation Nachfahre von Friedrich Jakob Merck, der die Firma 1668 gründete.

Dr. Stangenberg-Haverkamp in Afrika

Dr. Stangenberg-Haverkamp in Afrika

Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp ist der Sohn des Musikers und Lyrikers Karl Stangenberg und der akad. Malerin Heidy Stangenberg-Merck. Sie starb 2014 im Alter von 92 Jahren in München. Sein Vater musizierte als Flötist im Recklinghäuser Orchester und studierte an der Folkwangschule in Essen. Nach dem Abitur leistete Frank Stangenberg-Haverkamp seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe und studierte anschließend in Freiburg Wirtschaftslehre und promovierte in Wirtschaftsgeschichte. Anschließend arbeitete Stangenberg-Haverkamp als Investmentbanker für die Commerzbank, Barings Bank und Hambros Bank in London. Seit 1984 gehört er dem Gesellschafterrat der E. Merck KG an. 1994 wurde er stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums und 2004 dessen Vorsitzender. Der Gesellschafterrat überwacht die Geschäftsführung der E. Merck KG und der Merck KGaA. Er ist zuständig für die Bestellung und Abberufung der Mitglieder der jeweiligen Geschäftsleitungen und muss bei wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen die Zustimmung erteilen. Daneben ist Stangenberg-Haverkamp stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes und des Familienrates der E. Merck KG. Von Juli 2007 bis zum Januar 2009 war Stangenberg-Haverkamp Mitglied des Aufsichtsrates der M.A.X. Automation AG. Zuvor war er im Aufsichtsrat der „Berliner Elektro Holding AG“ sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der BE Semiconductor Industries N.V. und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Telcab Ltd. Die Familie Merck besitzt 73 Prozent des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck. Da die Familie das Unternehmen fast 350 Jahre lang besitzt, lautet das Credo der Sippe:  „Wir denken in Generationen und nicht in Quartalen.“

Feindliche Übernahme scheiterte – 400 Mio. Euro Gewinn

Der Welt ältestes Pharmaunternehmen wirkte immer etwas verschlafen, urteilte die „Wirtschaftswoche“. Doch das in Dorsten geborene Merck-Familienmitglied Frank Stangenberg-Haverkamp schreckte 2006 alle hoch – Insider wie Außenstehende und die gesamte Branche. Denn Merck brach mit einem Firmen-Tabu: Das Unternehmen versuchte, den Rivalen Schering gegen dessen Willen, also feindlich, zu übernehmen. Stangenberg-Haverkamp ließ daher so viele Aktien von Schering auskaufen, wie es nur ging. Dem ersten Tabubruch folgte ein zweiter, wie die „Wirtschaftswoche am 18. Juni 2006 schrieb: „Nachdem der Weltkonzern Bayer das Familienunternehmen Merck mit einem höheren Angebot ausgestochen hatte, zockte Merck auf einen höheren Preis. Merck kaufte während der laufenden Bayer-Offerte kräftig Schering-Aktien zu. Am Ende strich Merck rund 400 Millionen Euro Spekulationsgewinn ein. Das entspricht rund der Hälfte des operativen Merck-Gewinns.“ Ein schöner Erfolg den gelernten Investmentbanker Frank Stangenberg-Haverkamp, der im Merck-Gesellschafterrat die Interessen der rund 130 Familienmitglieder vertritt. Allerdings brachte Merck nur 21 Prozent der Schering-Aktien zusammen, so dass es nicht zur Sperrminorität reichte, um die Übernahme durch Bayer zu verhindern. Deshalb gab Merck den feindlichen Übernahmeversuch auf, lenkte ein und übergab die angekauften Schering-Aktien an den Bayer-Konzern, der dann Schering übernahm.


Siehe auch:
Unternehmer


Quellen:
Süddeutsche Zeitung vom 12. Juni 2006. – „Wirtschaftswoche“ vom 18. Juni 2006. – Süddeutsche Zeitung vom 22./23. November 2014.

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