Sebregondi, Rüdiger

Sein Ruf als Wissenschaftler drang von Dorsten bis in die Niederlande

1785 in Dinslaken bis 1857 in Dorsten; Feldchirurg und Stadtarzt. – Mit dem Namen des Arztes und königlich-preußischen Sanitätsrats Sebregondi hatten die westfälischen Dorstener ihre Schwierigkeiten. „Silbergundi“, „Diebergondi“, „Seprogendi“ und weitere Varianten sind in den amtlichen Sterbebüchern und Protokollen nachzulesen, in denen der Arzt Zeugnis über Krankheit und Ableben seiner Dorstener Mitbürger und der Angehörigen der aufblühenden jüdischen Gemeinde ablegte.

Trat 1804 als Kompaniechirurg in den preußischen Militärdienst ein

Fachaufsatz von Rüdiger de Sebregondi

Fachaufsatz von Rüdiger di Sebregondi, 1828; Sammlung Stegemann

Die Familie entstammte einer römischen Adelsfamilie aus dem 15. Jahrhundert, wie sein Schwiegersohn Ignaz ten Brink in päpstlichen Archiven herausgefunden hatte. Seine Tochter Maria, verwitwete Lenzen und wiederverheiratete ten Brink, bekam vom Papst sogar die Genehmigung, den Beinamen di Sebregondi zu führen. Rüdiger di Sebregondi, Sohn des Zimmermeisters Arnold Hermann Sebregondi und einer Hebamme aus Dinslaken, wurde am 21. Oktober 1785 in Dinslaken geboren, trat 1804 als Kompaniechirurg in den preußischen Militärdienst, studierte in Duisburg und erlangte 1810 die medizinische Doktorwürde. 1813 ließ sich Sebregondi als Stadtarzt in Dorsten nieder. Im gleichen Jahr heiratete er Elisabeth Wehling, Tochter des Weinbrandbrenners und Assessors Bernhard Wehling. Sebregondi bezog ein stattliches Haus am Marktplatz (vorher Posthalterei Rive, heute Targobank) und wirkte in Dorsten fast ein halbes Jahrhundert. Als Arzt hatte er einen guten wissenschaftlichen Ruf bis in die Niederlande. Er schrieb über Genickstarre, über die „Ferngesichte, Mitgefühle und Vorgesichte und über die vorsagenden Träume“ und befasste sich insbesondere mit dem menschlichen Gemüts- und Seelenleben.

Älteste Tochter: die Dichterin Maria Lenzen

Zwei seiner sechs Töchter (Maria, Alexandrine, Mathilde, Adolphine, Elise) starben an Typhus während der Epidemie Ende 1841. Die Grabsteine sind heute im Kellergang des früheren Heimatmuseums (Altes Rathaus am Markt) zu sehen. Die älteste Tochter Maria Lenzen ist als Dichterin bekannt geworden. Dr. Sebregondi starb am 17. April 1857.

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