Salm-Salm, Fürst Leopold von

Bergregal-Inhaber ist Namensgeber der Hervester Zeche „Fürst Leopold“

Schloss Salm-Kyrburg

Schloss Salm-Kyrburg

1838 in Anholt bis 1908 ebenda; 6. Fürst zu Salm-Salm. – Nikolaus Leopold Joseph Maria wurde 1886 Regent des Amtes in Anholt. Erst durch die Genehmigung des Fürsten Leopold II. konnte nördlich der Lippe Steinkohlenbergbau betrieben werden. Für Teile des Bistums Münster und das Gebiet der Herrlichkeit besaß das Anholter Fürstenhaus seit 1808 nicht nur das gewöhnliche Bergregal (Bergzehnten), sondern auch das „ius excludendi alios“, das Recht, andere vom Bergbau auszuschließen. Das bedeutete, das der Regalherr über Ausübung der Berghoheit die Möglichkeit hatte, alle auf seinem Grund und Boden gefundenen Mineralien zum Gegenstand eines eigenen bergbaulichen Unternehmens zu machen bzw. das Gefundene zu verwerten, ohne den fündig gewordenen Unternehmer zu entschädigen. Daher waren bis kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert nördlich der Lippe keine Bergbauunternehmen tätig, so dass die geologische Beschaffenheit des Bodens meist unbekannt blieb.

Der „Bergzehnte“ wurde an den Fürsten zu Salm-Salm gezahlt

Fürst Leopold zu Salm-Salm; Foto: Archiv Schloss Anholt

Fürst Leopold 1906; Foto: Schlossarchiv Anholt

Das dem Fürstenhaus zu Salm-Salm zugesprochene Bergregal war der Ersatz für die linksrheinischen Gebiete des Fürstenhauses, die es 1803 an Frankreich verloren hatte. Ein Teil der zum aufgelösten Fürstbistum Münster gehörigen Herrlichkeit Lembeck kam mit dem Recht der Nutzung des Bergzehnts an Salm-Salm. 1898 wurde zwischen dem Fürsten als „Regalherrn“ und der Internationalen Bohrgesellschaft, der Vorgängerin der Bergwerksgesellschaft Trier und dem Bankhaus Stein ein Vertrag über die Bohrrechte nördlich der Lippe geschlossen. Das Fürstenhaus Salm-Salm war zu jener Zeit finanziell angeschlagen, so dass die Vertragsabschlüsse mit Entschädigungszahlungen für das Fürstenhaus beiden Seiten Vorteile brachten. Zu Ehren des Fürsten wurde nach ihm die 1906 gegründete Bergwerksgesellschaft „Gewerkschaft Fürst Leopold“ sowie die Abteufschächte „Fürst Leopold 1“ und „Leopold 2“ benannt. Die Bergwerkgesellschaft Trier, die Baldur betrieb, musste laut Vertrag vom 17. August 1916 den Bergzehnten in Höhe von einem Prozent der Förderung an den Fürsten zahlen. 1917 waren es rund 3.815 Mark, 1919 wurden 2.400 Mark überwiesen. Als 1919 die Rechte und Privilegien des Adels abgeschafft wurden, teilten sich ab 1. Januar 1920 Fürst und Staat den Bergzehnten. Fünf Jahre lang sollte er hälftig geteilt werden. Die Summe wuchs erheblich an. 1920 überwies die Zeche Trier für Baldur an den Staat und an den Fürsten je 15.300 Mark. Nach weiteren fünf Jahren bekam der Staat Dreiviertel des Bergregals und wiederum nach fünf Jahren sollte der gesamte Bergzehnt an den Staat gehen.

Leopoldspark in Anholt als „Anholter Schweiz“ bekannt

Fürst Leopold zu Salm-Salm war der älteste Sohn von Herzog Alfred Konstantin Alexander von Hoogstraeten und 5. Fürst zu Salm-Salm (1814 bis 1886) und Prinzessin Auguste von Croy (1815 bis 1886). Verheiratet war Leopold ab 1893 mit Prinzessin Eleonore von Croy, geboren 1855 in Dülmen, gestorben 1903 in Berlin. Das Ehepaar blieb kinderlos. Leopold entwickelte sich zu einem allseits anerkannten Zoologen und Dendrologen, dessen naturhistorische Sammlung sehr beachtet wurde. 1895 bis 1902 ließ er in unmittelbarer Nähe des Schlosses den Leopoldspark, heute bekannt als Anholter Schweiz, anlegen. Nach dem Tod des Fürsten Leopold im Jahr 1909 wurde dessen Bruder Alfred II. Fürst in Anholt, der bis zu seinem Tod im Jahre 1923 Chef des Hauses Salm-Salm blieb (siehe Salm-Kyrburg, siehe Salm-Salm-Fürstentümer; siehe Bergbau).


Siehe auch:
Unternehmer


Quelle:
Hoesch Aktiengesellschaft Bergbau: „1913-1963 Fünfzig Jahre Fürst Leopold Baldur“, 1963.

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