Rose-Brauerei

Trink- und Werbespruch: „Der Herrlichkeit treu, trinkt Rose-Bräu!“

In Anlehnung an dem in der Überschrift genannten Werbespruch tauchte irgendwann der ebenfalls gereimte Spruch „Rose-Pils, keiner will’s!“ auf. – Die spätere Rose-Brauerei wurde 1879 in Wulfen von dem Bauern Arnold Lohkamp errichtet, an der auch Heinrich Tüshaus finanziell beteiligt war. Nach mehreren Besitzerwechseln und Bildung einer Aktiengesellschaft im Jahre 1901, an der bereits Wilhelm Rose aus Essen-Borbeck als Hauptaktionär beteiligt war, liquidierte die „Brauerei Wulfen, Akt.-Ges.“ im Jahre 1903. Der Brotfabrikant Wilhelm Rose aus Essen erwarb sämtliche Aktien und gründete am Tage der Liquidierung zusammen mit Friedrich Küppers aus Düsseldorf das „Bürgerliche Brauhaus Rose & Comp. Wulfen“. Im Jahr 1909 schied Friedrich Küppers aus. Somit war Wilhelm Rose alleiniger Besitzer der Brauerei, in die 1920 dessen Sohn Emil eintrat. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1944 wurde Emil Rose alleiniger Inhaber. Er starb 1954 während eines Urlaubs in Bad Reichenhall. Danach wurde die Brauerei Rose-Bräu KG mit den Gesellschaftern Arnulf Rose (1925-2014) und dessen Schwester Waltraud verheiratete Heermann gegründet.

Rose-Brauerei

Rose-Brauerei in Wulfen – Bierfässer wurden noch mit Pferdewagen ausgeliefert

Ab 1925 wurde Bier auch in Flaschen abgefüllt

1903 betrug der Ausstoß 5.600 Liter. Durch die rasante Entwicklung des Rheinisch-Westfälischen Industriegebiets konnten 1914 bereits 20.000 Hektoliter Bier ausgestoßen werden („Der Herrlichkeit treu – trinkt Rose-Bräu“). Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Bierausstoß noch einmal beachtlich zu, so dass das Braukontingent nicht mehr ausreichte. Daher wurde der Brauereirechtsfuß der Franziskaner-Brauerei in Dorsten sowie ein Teil des Braukontingents der Alt-Brauerei Clus in Heilbronn am Neckar erworben, was zu Erweiterungsbauten führte. 1925 wurden 60.000 Hektoliter Bier ausgestoßen, ab 1927 kam die Abfüllung in Flaschen dazu.

1987 kam die Rose-Brauerei an einen Essener Getränke-Großhändler

Verwendet wurden nur Malze aus den edelsten Saale- und Thüringer Gebieten, Gersten, Hopfen aus der Spalter Gegend und Salze mit staatlichen Bescheinigungen. Daher wurden die Rose-Biere mit vielen Gold-Medaillen und Ehrenpreisen ausgezeichnet, konnte in den 1970/80er-Jahren mit den Angeboten auf dem Biermarkt aber nicht mehr mithalten („Rose-Pils – keiner will’s!“). 1987 wurde die Brauerei an den Essener Getränke-Großhändler Dr. Hans Droll unter Beibehaltung des Namens (bei eigenem Ausstoß von noch 8.000 hl Bier) verkauft und die Produktion 1991 nach 113 Jahren endgültig eingestellt. 1999 kaufte die Dorstener Versorgungs- und Betriebsgesellschaft (jetzt Windor) den 13.000 qm großen Grund und die teilweise unter Denkmalschutz stehenden Gebäude. Es wurde auf dem Gelände und in die alten Gebäude ein innovatives Gewerbe- und Einkaufszentrum mit Gastronomie eingerichtet.

Ehemaliges Verwaltungsgebäude erhält eine neue Fassade

2017 wurde begonnen, das ehemalige Rose-Verwaltungsgebäude zu sanieren. Investoren sind die Lembecker Bernhard Cosanne und Hermann Bügers, die das Gebäude komplett entkernen, neu einteilen lassen und ihm eine völlig neue Fassade geben. Der zukünftige Nutzer, das Ingenieursbüro Ramsys aus Marl legt seine bisherigen drei Standorte hier zusammen, hat zu diesem Zweck die Immobilie bereits erworben und möchte im Spätsommer 2017 einziehen.

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