Rexforth, Ferdinand

Tenorsaxophonist mit groovend-kraftvollen Rhythmen

Geboren 1960 in Dorsten; Musiker. – Schon früh lernte er Klarinette und Saxophon und gab  als 18-Jähriger bereits Konzerte mit Formationen (Duo bis Bigband) unterschiedlichster Stilistiken von Swing, Latin und Rock bis Avantgarde. Mit 21 Jahren begann der Dorstener Tenorsaxophonist Ferdinand Rexforth seine Auftrittskarriere 1981 mit einem Konzert im Kulturzentrum „Schlachthof“ in Kassel. Bemerkenswerte Projekte mit Kasseler Musikern folgten, allen voran das Sextett „Mörfiye“.

Er gründete 1994 die „virtual-jazz-records“ – Auch gefühlvolle Balladen

Ferdinand Rexforth1985 begann er seine berufliche Ausbildung bei Pierre Paquette an der renommierten Frankfurter Musikwerkstatt. Seit 1988 gibt er als freier Saxophonist Unterricht an diversen Musikschulen in Kassel, Göttingen, Mülheim an der Ruhr und in Essen. 1990 wurde Ferdinand Rexforth Preisträger des Internationalen Jazzworkshops in Trier bei Wolfgang Engstfeld (Saxophon) und Arild Andersen (Combo), nahm 1993 am Festival „Jazz an der Wolga“ in Jaroslavl (Russland) teil, gründete ein Jahr später das Label „virtual-jazz-records“ (LC 03472) sowie „mörfiye – dance of the eskimos“ (VJR 0194) und startete 2002 das „Ferdinand Rexforth Jazz Project – Starship Field Propulsion“ (VJR 0202). Die Kulturpresse und vor allem die Fachkritiker bescheinigen dem Tenorsaxophonisten und seiner Band „Experimentierfreude: stechend scharfe Bläsersätze, groovende kraftvolle Rhythmen, exzessive freie Passagen und gefühlvolle Balladen“ (Thomas Fuchs). Über seine  Konzerte mit „Mörfiye“ ist zu lesen: „Eine leichte Skurrilität der Bläserharmonien und den Musikkommerz karikierende Themen wie ,Acid Louse’ lassen Erinnerungen an die Carla-Bley-Band wach werden.“ („Hessisch-Niedersächsische Allgemeine“ vom 31. Oktober 1989) und „Eine echte Überraschung war die Gruppe Mörfiye, die in einer doppelten Besetzung von Posaune und Saxophon samt Rhythmusgruppe unbekümmert und frech  drauflos spielte und flüssige Spielweisen mit mehr ruppigen, freien verknüpften.“ (Thomas Fuchs, „jazzpodium“ 6/91). Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb am 12. Dezember 1991: „Die junge Gruppe Mörfiye führte eine druckvoll-intelligente Version von materialreichem zeitgenössischen Euro-Jazz vor.“ Ferdinand Rexforth gelingt es, das Jazz-Erbe der 1980er-Jahre zu kultivieren. Treu geblieben ist er bislang auch seinem vertrackt-intellektuellen, mit ungeraden Rhythmen und abrupten Stimmungswechseln angereicherten Stil, der in den exzentrischen Titeln seine Entsprechung findet. Die Werke heißen etwa „Starship Field Propulsion“ (Sternenschiff Feldantrieb) oder „Rollercoaster“ (Achterbahn) – und sie klingen auch so. Jürgen Süßmann schrieb am 23. Mai 2003 in der WAZ Bochum:

„Das [Konzert] gelang perfekt, ohne plagiatorisch zu wirken. Vor beinahe (punk)rockig-groovendem Hintergrund mit Bass und Schlagzeug entfalteten sich die exaltierten Soli der Bläser: krachende Eruptionen bis zur Grenze des Geräuschs mischten sich mit lyrischen Hard Bop-Passagen. […] Gerade der Kontrast von kalkuliertem Understatement und brennendem inneren Feuer mag die Faszination dieser jungen Formation ausmachen.“


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