Reece, Arley und Kate

Musikalische Familie – Ballett, Tanz, Gesang von Oper bis Rock

1943 in Yoakum/Texas bis 2005 in Dorsten; Heldentenor und Gesangslehrer. – Der amerikanische Tenor Arley Reece aus Texas war viele Jahre ein wohlbekanntes Erscheinungsbild in Dorsten. Dazu gehörte seine texanische Körpergröße von 1,95 m, seine Texasstiefel, die Sonnenbrille und Baseballkappe. Und natürlich auch – und vor allem – sein Einsatz für die Gesangsausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Arley Reece (Mitte, Zeitungsbild)

Arley Reece (M.) übergibt 1994 eine Spende an die Dattelner Kinderklinik (Zeitungsbild)

In der Carnegie-Hall New York debütiert

Reece studierte in Texas und in New York, debütierte 1970 als Assad in einer konzertanten Aufführung von Goldmark „Die Königin von Saba“ in der Carnegie Hall New York. Er hatte ein breites Opern-Repertoire von Verdi und Wagner bis hin zu Berg und Janácek, aber er wird wohl am besten in Erinnerung für seine Teilnahme an den drei Opern von Monteverdi bleiben: Orfeo, Il coronazione di Poppea, und Il ritorno d’Ulisse in patria – unter der Leitung von Jean-Pierre Ponnelle und von Nikolaus Harnoncourt. Reece sang u. a. in New York, Amsterdam (MacBeth), Zürich (Il ritorno d’Ulisee), Edinburgh (Wozzek), Vancouver, Kassel (Lohengrin), Warschau (Turandot), Madrid (Bergs Wozzek), Florenz, Berlin, in der Mailänder Scala, Barcelona (Tannhäuser), Wiesbaden, Brisbane (Parsifal). Zu denen, die er im klassischen Gesang ausgebildet hatte, gehören u. a. Rebecca Kernbach und Claus Eckermann. Als Alben sind u. a. von ihm erschienen: Drei Opern von Monteverdi, Goldmark: „Die Königin von Saba“, Monteverdi: „Il Ritorno d’Ulisse in Padua“ (1979 mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt und mit Werner Hollweg und Trudeliese Schmidt), 1998 wurde unter seiner Leitung die Oper „Brundibar“ in Atlanta (USA) uraufgeführt.

Reece-Stdio in Hervest-Dorsten eröffnet

Nach Dorsten kam er Mitte der 1980er-Jahre und eröffnete 1997 in Dorsten zusammen mit seiner zweiten Frau Kate (geheiratet 1989), einer englischen Tänzerin, das Reece-Studio, eine Theaterschule für Gesang und Tanz, das nach seinem Tod von seiner Frau geleitet wird. Er hat einen Sohn und zwei Töchter. Er starb im Oktober 2005 in Marl. Die italienische Tageszeitung „Corriere Della Sera“ schrieb in ihrem Nachruf am 27. Oktober 2005 unter der Überschrift „Addio Arley Reece maestro di ,Orfeo’!“ (Übersetzung):

„Der amerikanische Opernsänger Arley Reece, Tenor eines besonders vielseitigen Repertoires von Monteverdi und Wagner, von Verdi über Berg bis Janacek und Puccini. Aber seine berühmtesten Aufführungen waren das zu einem Trio verknüpfte Werk von Monteverdi: „Orfeo“, „Krönung der Popea“, „Die Rückkehr des Odysseus nach Ithaka“ unter dem Dirigat von Jean-Pierre Ponelle und Nikolaus Harnoncourt. Sein berühmtes Debüt 1970 in der Carnegie Hall in New York ist unvergessen. Arley Reece starb in der deutschen Stadt Marl im Alter von 62 Jahren.“

Tochter studierte Tanz in London

Tochter Beatrice Reece (geboren 1984 in Dorsten) ist eine anerkannte Sängerin geworden, deren Repertoire von Oper bis Rock, von Soul bis Musical reicht. Unterrichtet wurde sie in Musik und Tanz von ihrer Mutter Helen Kate Reece, studierte in Surrey (England) und London und absolvierte ihr Studium mit der Auszeichnung „Gold Metal in Acting“. Sie trat als Ida in „Honk!“auf, als Titania in „Ein Sommernachtstraum“ sowie in verschiedenen Shows und auf Festivals (siehe Reece, Beatrice).

Fulminante Auftritte zum zwanzigsten Geburtstag

Das 20. Jubiläum der „Reece-Studio-Theater-Schule“ in Hervest wurde Anfang Dezember 2017 mit einem anspruchsvollen Programm gefeiert. 180 tanzende Darsteller zeigten drei Stunden lang ihr Können. Unter Leitung und Choreografie Kate und Barrie Louise Reece tobten bunt gemischt wilde Dschungeltiere fast eine Stunde lang im Jazzstück „Dschungelbuch“ über die Bühne, dann folgt das klassisch choreografierte Drama rund um Cinderella zur Musik von Prokofjew, mit vielen innig anrührenden Momenten und fulminanten Ballszenen. Am Ende der Premiere gab es begeisterten Applaus als Lohn für Mogli, Cinderella und all die anderen kleinen Tänzerinnen und Tänzer, die fast ein ganzes Probenjahr hinter sich gebracht hatten.


Siehe auch:
Künstler, darstellende
Musiker

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone