Rapphofs Mühlenbach

Mühle gehörte im 13. Jahrhundert zum Gut Schulte-Kückelmann

Rapphofs Mühle

Rapphofs Mühle mit dem Bach, Foto von 1930

Der Rapphofs Mühlenbach gehört zu den größeren Nebenläufen der Lippe. Er wird in Gelsenkirchen-Hassel gebildet und fließt nahe des Dorstener Yachthafens in die Lippe. Er wird in Dorsten in den nächsten Jahren sein Gesicht komplett verändern. So wird aus Hochwasserschutzgründen der Unterlauf rund um den Barloer Busch in der Feldmark verlegt. Er fließt von Süden nach Norden durch Altendorf-Ulfkotte und hieß im benachbarten Hassel Hasselbecke und auf Dorstener Gebiet acht Kilometer nach dem ehemaligen Haus Barloer Barloer Bach. Er wird beim „Haus Lüttinghof“ in Gelsenkirchen durch den Zusammenfluss des Picksmühlenbachs mit dem Hasseler Mühlenbach gebildet und fließt nahe der Eisenbahnbrücke in die Lippe. Er hat seinen Namen von der Rapphofs Mühle, die zum Gut Schulte-Kückelmann (13. Jahrhundert) gehörte und ist im Xantener Heberegister nachgewiesen. Um 1600 verwaltete sie der Vestische Statthalter Vinzenz Rensing für den Landesherrn. Zur Mühle gehörten 60 Morgen Land, das später der freiherrlichen Familie von Twickel gehörte, die Mühle und Gut in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts an Schulte-Ekel verkaufte, der die Mühle und das Land 1926 an den Gahlener Gerhard Terboven abgab. Wegen des Straßenbaus wurde der Mühlenteich Anfang der 1930er-Jahre zugeschüttet und die Mühle elektrisch betrieben. 1963 brannte sie ab.
Wegen der ständigen und gravierenden Bergsenkungen im Altendorfer Bereich musste der Bach stückweise ausgebaut und in sechs Meter hohe und etwa 20 Meter breite Deiche eingebettet werden. Doch konnten diese Deiche bei starken Niederschlägen (Januar 1995 und November 1999) in Höhe des Hofes Nachbarschulte dem überquellenden Bach nicht standhalten. Da das Bachsystem überwiegend von Abwässern gespeist wird, sorgen Kläranlagen für eine biologische Reinigung. Im oberen Abschnitt wurde der Bachlauf von Betonschalen befreit und renaturiert. In der Tierwelt dominieren Egel und Schnecken.

Bachverlauf wird auf die andere Seite des Barloer Buschs verlegt

Im Jahr 2000 hat der Ruhrkohle AG die durch Bergsenkungen notwendig gewordene Eindeichung des Rapphofs Mühlenbachs 15 Millionen Mark gekostet. Stets hatte der Rapphof Mühlenbach Hochwasser. Im Februar 2015 hat die Ruhrkohle AG beschlossen, wegen Hochwasser auch den zwei Kilometer langen Bach-Verlauf zwischen Altendorf und der Feldmark auf die östliche Seite des Barloer Buschs zu verlegen. Derzeit verläuft der Rapphofs Mühlenbach auf der westlichen Seite. Der Deich wird abgebaut und Kanäle werden das Wasser aus drainierten Flächen auffangen und über Rohrleitungen in den Rapphofs Mühlenbach leiten. Im Frühjahr 2015 beginnt der Lippeverband mit den Vorarbeiten und 2016 muss größerer Grunderwerb getätigt werden.

Mühlenbach wird vertieft und 120 Bäume gefällt

Im Frühjahr 2016 startete der Lippeverband mit der Umgestaltung des Rapphofs Mühlenbaches, um Abflussstörungen zu beseitigen und das Gewässer dabei ökologisch zu verbessern. Im Vorfeld wurden im Februar bereits am Bachlauf rund 120 Bäume gefällt. Die Baumaßnahme trägt den Titel „Rapphofs Mühlenbach – Regelung der Vorflut von km 4,4 bis km 6,3 in Dorsten und Gelsenkirchen“. In dreijähriger Bauzeit soll die Gewässersohle auf einer Länge von 1,9 km vertieft werden. Dies wird in einer Weise umgesetzt, dass der Bach wieder eigendynamisch fließen kann und sich ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche und Retentionsräume entwickeln können. Querende Brücken und Versorgungsleitungen müssen dabei an die neu gestaltete Gewässertrasse angepasst werden. Die Kosten von rund 9 Millionen Euro trägt die Ruhrkohle AG als Verursacher.

700 weitere Bäume werden gefällt

Zu Beginn der Umgestaltung des Rapphofs Mühlenbachs hatte der Lippeverband im Februar 2017 mehr als 700 Bäume in Altendorf und auf Gelsenkirchener Gebiet fällen lassen. Die Baumfällaktion war nach Angaben des Lippeverbands aber nicht nur wegen der naturnahen Umgestaltung des Gewässers notwendig. In den nächsten drei Jahren wird die Gewässersohle auf einer Länge von 1900 Metern vertieft, wozu vorher der Kampfmittelräumdienst nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg suchen muss. Der gesamte Bereich wird ökologisch umgestaltet. Die Wieder-Aufforstung gibt es danach nur „punktuell“ und nicht mehr in der vorherigen Größenordnung. Verkehrsbehinderungen auf der Altendorfer Straße und dem Polsumer Weg seien allerdings nicht zu erwarten, so der Lippeverband. Die Bauzeit für die Gesamtbaumaßnahme veranschlagt der Lippeverband mit etwa drei Jahren.

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